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Samstag, 11 Februar 2017 17:42

Auf Avespfaden (Don-Schauen, Florian)

geschrieben von HEX
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AufAvespfadenErneut mit großer Verspätung präsentiere ich euch meine Rezension zu dem ersten „Regionalroman“, auch wenn dieser alle Regionen Aventuriens behandelt. Damit setze ich meine Serie von verpassten Rezensionen fort, die ich bis zur Veröffentlichung des neuen Regionalbandes „Die Siebenwindküste Albernia & der Windhag“ zumindest zum großen Teil plane abzuschließen. Wie immer habe ich mir Notizen beim lesen gemacht und schreibe diese nun nach.

 

 

Titel: Auf Avespfaden
Typ: Roman
Autor: Florian Don-Schauen
ISBN: 978-3-95752-293-1
160 Seiten, 14,95 €
Verlag: Ulisses Spiele

 

Inhalt/Klappentext

»Welch unglaubliche Ehre! Herr Aves, ich danke dir auf Knien für dieses große Abenteuer! Wir werden die bekannte Welt bereisen und all ihre Wunder blicken, um sie getreulich für die Nachwelt zu beschreiben.«

—aus dem Reisetagebuch der Avesgeweihten Riziana Winzberg

Für die Neuausgabe des Groszen Aventurischen Atlas hat die Aveskirche weder Kosten noch Mühen gescheut und schickt die junge Geweihe Riziana mit ihren Gefährten aus, den Kontinent zu bereisen. Auf Avespfaden macht diese Expedition in Reiseberichten und Tagebucheinträgen erlebbar und bringt den Lesern nicht nur Aventurien näher, sondern erzählt auch die unterhaltsame Geschichte einer ungleichen Reisegemeinschaft.
Auf Avespfaden eignet sich hervorragend als stimmungsvolle Ergänzung zum Aventurischen Almanach und ist für Meister wie Spieler gleichermaßen geeignet. Regelkenntnisse sind zur Lektüre nicht erforderlich.

 

Autor

Florian Don-Schauen ist ein langjähriger DSA-Autor und geistiger Vater vieler wegweisender DSA-Publikationen, ebenso war er bei den Veröffentlichungen zu Myranor beteiligt. Dazu war er von 1997 bis 2008 Chef der Das Schwarze Auge Redaktion und prägte die Welt Dere wie kaum ein Zweiter. Als intimer Kenner Aventuriens gibt es wohl keinen Besseren für dieses Buch.

 

Rezension

Allgemeines

Der Roman erscheint im A6-Format, in dem auch die Vademekums gehalten sind. Der Einband ist aus einem härteren, rauen Material. Das Titelbild, eine Windrose mit Aventurien in der Mitte, stammt aus der Feder von Janina Robben. Im Gegensatz zu den Titelbildern auf den Vademekums ist es hier aber nicht geprägt, sondern nur aufgedruckt. Ich habe das Gefühl, dass das Titelbild nicht in der Mitte des Einbands und etwas schräg ist, aber das mag an der Bindung liegen. Dazu hat mein Exemplar Streifen wie von Kleber auf der Rückseite.

Inhalt

Das Buch beginnt mit der Beschreibung der Reisegefährten. Diese sind wie alle Texte im Buch in ingame-Texten, also aus der Sicht der Charaktere, geschrieben. Allerdings wäre eine outgame-Beschreibung zum Beispiel im Anhang sehr wünschenswert gewesen.

Die Bilder im Buch sind sehr schön, aber ab und an etwas dunkel. Sehr toll sind die Beschreibungen der regionalen Küche, die zwar immer etwas kurz sind, aber insgesamt zu einer sehr ausführlichen Beschreibung beitragen. Hierbei ist vor allem der thorwalsche Gelehrte Josse Hagenson der Autor, da er kaum eine Gelegenheit auf ein Mahl, einen Krug Bier oder einen Schnaps auslässt (oft mit entsprechenden harten Folgen am nächsten Tag).
Noch dabei ist der Forscher und Weltenbummler Quanion Güldenschein, von dem ich vermute, dass er ein geheimer Phexgeweihter ist, oder dem göttlichen Fuchs zumindest sehr nahe steht. Er hat scheinbar so ziemlich immer gute Laune.
Ebenso anwesend: die Aves-Geweihte Riziana Winzberg, von der man früh erfährt, sie hätte noch nie einen Fuß aus Gareth heraus gesetzt und wäre wohl nur wegen einer großzügigen Spende ihrer Familie für die Expedition ausgewählt worden.
Als letztes gibt es noch die Hexe Nimia Schönauge, die per Flugbesen Eindrücke aus der Vogelperspektive sammelt und von Quanion umgarnt wird.

So nett diese Charaktere sind, ich hätte mir doch die Ikonischen Helden als Protagonisten gewünscht, aber vielleicht trifft man diese einmal in einem späteren Buch wieder. Auch schön wäre es gewesen, wenn die Charaktere einige Abenteuer erlebt hätten und das Buch nicht nur aus einer Reise bestanden hätte.

Kleine Anmerkung: Hier zeigt sich das Problem, wenn man sich Notizen beim Lesen macht und nicht erst hinterher. Denn genau das - das die Gruppe Abenteuer erlebt - passiert weiter hinten im Buch.

Ich hätte mich auch ein paar Anspielungen an alte, bekannte Abenteuer oder aber ganz neue gewünscht. Zur Übersichtlichkeit hätte auch eine (größere) Karte mit eingezeichneter Reiseroute sehr nützlich sein können. Dafür gibt es Anspielungen an Meisterinformationen, die z.B. in der Regionalspielhilfe zu Nostria und Andergast besprochen wurden.

Beim Lesen hatte ich immer wieder das Gefühl, der Text sei auf einigen Seiten unscharf und verschwommen. Das liegt wohl daran, dass ein sehr feines Muster im Hintergrund die Seiten nach Pergament aussehen lassen soll. Diese Punkte sind nicht so klein, dass man sie bei genauem Hinsehen nicht bemerken würde. Dadurch entsteht auch die gefühlte Unschärfe.

Die Beschreibungen von Land und Leuten sind schön zu lesen, aber einfach gehalten und keine literarische Höchstleistung - passend zu den Figuren, die sie schreiben. Dabei kann man durchaus einen Unterschied zwischen den Reisegefährten feststellen und erkennen, wer welchen Text verfasst hat. Wünschenswert wäre eine noch etwas größere Differenzierung z.B. durch Sprach- oder Schreibstile und Redewendungen gewesen.
Einige der Texte sind aber ausgesprochen gut gelungen und lassen die herrlichsten Bilder in der Fantasie entstehen. Ab und an kann man sich auch das irdische Vorbild erschließen.

Das geht so weit, dass ich bei der Beschreibung von Unau überrascht feststelle, dass es für ganze Abschnitte und Landschaften davor keine Texte der für mich so wichtigen Küche der Regionen gegeben hat und erst hier wieder eine Bericht dazu auftaucht! An sich ist das sehr schade, aber es zeigt mir, wie unterschwellig ich von der berichtartigen Geschichte gefesselt wurde, wenn ich eines meiner Lieblingsthemen so aus den Augen verliere. Leider wird in Richtung Ende des Buches immer weniger über das Thema Essen und Trinken geschrieben.
Etwas seltsam mutet die Reiseroute an, die sich ähnlich einer Spirale über den Kontinent bewegt. Das führt dazu, dass gewisse Teile Aventuriens erst ausgelassen werden, nur um später aufgesucht zu werden, auch wenn sie an einer früheren Stelle der Reise näher gewesen wären. Auch werden so zum Teil interessante Orte ausgelassen, die auf der Route liegen würden. Es ist mir klar, dass man nicht alles so im Detail in so einem kleinen Buch unterbringen kann, aber eine halbe Seite für Greifenfurt oder Donnerbach hätte es schon sein dürfen.

Die Erzählweise wirkt auf mich sehr entspannend, auch wenn in der Geschichte aufregende Dinge passieren. Die passiv Beobachtung durch die Einträge der Protagonisten in ihre Reisetagebücher ist sehr faszinierend.
Was den Inhalt der Berichte angeht, diese sind natürlich durch die Schreiber geprägt und vor allem dadurch, dass diese aus dem nördlichen Teil Aventuriens kommen. Deshalb bestätigen sie auch all meine Abneigung gegen den Süden Aventuriens (so ca. ab Höhe Unau) und warum lebt eigentlich irgendwer auf Maraskan, wo alles giftig ist?
Aber immerhin geht es dort wieder ums Essen! Auf jeden Fall lob ich mir den kalten Norden.
Dieser ist, wie fast alles, recht knapp beschrieben. Aber wie erwähnt man kann eben nicht viele detaillierte Beschreibungen in so ein kleines Buch pressen. Dafür wird es dann die jeweiligen genaueren Büchlein zu den jeweiligen Regionen geben.
Sehr toll ist die Charakterentwicklung und wie diese sich auf die Einträge auswirkt.

 

Fazit3

Sicher kein „must have“ Buch, aber eine nette kleine Geschichte, die einmal quer durch Aventurien führt. Ich habe es sozusagen in einem Zug durchgelesen und mich gut amüsiert. Auf jeden Fall freue ich mich schon auf die Regional-Breviere und vielleicht trifft man die Charaktere ja einmal wieder.

 

Gelesen 78 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 15 Februar 2017 17:29

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