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Freitag, 25 November 2016 15:48

Aventurische Namen

geschrieben von HEX
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(1 Stimme)

Aventurische Namen CoverNachdem der Veröffentlichungstermin mehrmals verschoben wurde und ich einige Probleme mit der Post hatte, habe ich nun das neue DSA-Quellenbuch „Aventurische Namen“ in den Händen. Ich habe daher eine kleine Pause zwischen den Streitenden Königreichen eingelegt, um euch diese brandneue Veröffentlichung vorstellen und sie für euch rezensieren zu können. Ich habe mir wie immer beim durchlesen Notizen zu meinen Gedanken gemacht und dann hier aufgeschrieben.

 

 

Aventurische Namen
Quellenband
Eevie Demirtel
ISBN: 978-3-95752-113-2
96 Seiten, 24,95€
Ulisses Spiele


Inhalt/Klappentext

»Jeder Held braucht einen Namen mit dem man ihn ruft, den seine Gegner fürchten lernen und mit dem man seiner Taten gedenkt, wenn er selbst längst Geschichte ist.«
—altes Aventurisches Sprichwort

Dieser Band ist ein unschätzbares Nachschlagewerk für all jene, die Interesse an phantasievoller Benennung und aventurischer Namensherkunft haben. Meister, die schnell einen Namen nachschlagen wollen oder händeringend nach einer passenden Bezeichnung für einen NSC suchen, werden hier ebenso fündig wie Spieler, die auf der Suche nach einem klangvollen Namen für ihren Helden sind.

Aventurische Namen enthält:

- Namen der menschlichen Kulturen Aventuriens von A bis Z

- Namen kulturschaffender nichtmenschlicher Spezies von A bis Z, darunter neben den verschiedenen Elfen- und Zwergenvölkern auch Echsenmenschen, Goblins, Grolme, Oger, Orks und Trolle

- historische Namenslisten aus dem alten Bosparan, aus Cyclopea, den Landen der Urtulamiden und der Alhani sowie Namen der legendären Hochelfen

Die Namensgebung der Kulturen und Spezies wird ausführlich erläutert, und es gibt zahlreiche Beispiele für Vor- und Familiennamen, Namen des Adels, Vater- und Mutternamen, Ehren- und Schandnamen, und auch die Benennung nach bedeutenden Helden oder Heiligen sowie Übersetzungsbeispiele aus fremden Sprachen kommen nicht zu kurz.

Exkurse beleuchten Spezialthemen, etwa den Einsatz von Anagrammen und sprechenden Namen am Spieltisch oder die Herkunft des Allerweltsnamen „Alrik“. Es gibt weiterhin Auswahllisten für Magier- und Weihenamen, Bühnen- und Künstlernamen, Modenamen vom Südkontinent Uthuria sowie für die Benennung nach den Zwölfgöttern.

Aventurische Namen enthält darüber hinaus auch Neue Vor- und Nachteile und Sonderfertigkeiten rund um die Namensgebung. In einem Anhang finden sich Listen zu allerlei nützlichen Themengebieten wie Namen für Reittiere, Tierbegleiter oder persönliche Waffen und ein Namensgenerator für zufällige mittelreichische oder tulamidische Namen.


Autor

Eevie Demirtel ist langjährige DSA-Autorin und hat bei fast zwei dutzend Publikationen mitgewirkt. Daneben ist sie ein häufig gesehenes Gesicht auf vielen Conventions und eine der treibenden Kräfte hinter den neuen DSA5-Publikationen.


Rezension


Kapitel 0) Allgemeines:

- Titelbild

Das Titelbild in dem schon bekannten DSA5-3D-Druck zeigt ein schönes und detailliertes Motiv, ist aber insgesamt vielleicht etwas dunkel. Man sieht einen Maler, der ein Wandgemälde anfertigt. Es ist ein Stammbaum mit den Geburts- und (wenn zutreffend) Sterbejahren der kaiserlichen Familie. Diese werden durch eine Tsa-Eidechse bzw. ein Boronsrad gekennzeichnet.

- Vorwort

Das Vorwort liefert eine schöne Erklärung zu dem Band, zu dessen Inhalt und Zweck.

- Karte

Am Anfang des Buchs findet man eine große Aventurienkarte in der Satellitenoptik, die man schon zum Beispiel aus dem Almanach kennt. Diese ist beschriftet und dient als Übersicht auf welcher Seite man die Namen aus den jeweiligen Regionen finden kann.


Kapitel 1) Namen der Menschen

Das Eingangstext ist ein Zitat eines der Ikonischen Helden, ebenso finden sich immer wieder weitere Zitate dieser im Buch, vor allem vor den einzelnen Abschnitten zu den Namen aus den Regionen. Dazu gibt es gewohnt gute Illustrationen, besonders die Nordmärkerin gefällt mir sehr gut. Die Regionen sind alphabetisch geordnet, von Al‘Anfa zu den Zyklopeninseln. Jeder Abschnitt enthält einen Erläuterungstext zu den Namen und der Sprache, aus der sie Stammen, dazu zum Teil Bemerkungen zur Aussprache der Namen. Zudem hat jeder Teil eine kleine Aventurienkarte zugeordnet, auf der das jeweilige Gebiet, in dem die Namen in Verwendung sind, rot markiert ist. Ebenso wird auf regionale Besonderheiten der Namen eingegangen.

Nach den „normalen“ Namen findet man auch speziell vom Adel genutzte Namen und solche von regionalen Helden und Heiligen, die als Anregung dienen sollen. Die Namen selbst hören sich so weit passend und aventurisch an, auch wenn sich bisweilen irdische Namen darunter befinden („Eleonora“, „Darian). Mit den in einigen Abschnitten vorhandenen Silbenbaukästen kann man auch eigene Namen erfinden, mit zum Teil sehr kuriosem Ausgang, wie „Waldwald“ aus Andergast oder „Alfalf“ aus Garetien. Hier sollte man sein (gutes) Sprachgefühl und gesunden Menschenverstand anstrengen.

Die Namen wurden aus früheren DSA-Publikationen zusammengetragen und so findet man immer wieder alte Bekannte darunter. Allerdings wurden nicht alle Namen, die man so finden kann, auch im Buch aufgelistet. Außerdem führt das dazu, dass zu Regionen, zu denen es viele Publikationen gibt, auch entsprechend mehr Namen zu finden sind.

Zwischen den einzelnen Teilen zu den Namen aus der Regionen finden sich immer wieder spezielle Abschnitte, zum Beispiel zu Anagrammen in Aventurien, wie „Neetha“ für „Athen“ (+e), oder zu Bühnennamen. Das lockert den Lesefluss etwas auf, da man nicht ständig über Namenslisten brüten muss, aber man hätte diese Extra-Abschnitte auch extra zusammenfassen können.

Eine Bemerkung zu den Illustrationen der „Barbarenvölker“ der Ferkinas, Gjalsker und Fjarninger möchte ich noch machen. Alles Völker, die in recht kalten Regionen leben, vor allem die Letzten. Trotzdem werden sie fast immer - nicht nur in diesem Buch - mit nackten oder fast nacktem Oberkörper dargestellt. Warum? Weil sie so „hart“ sind? Ich denke, denen würde alle ein Mantel ganz gut tun.

Beim Exkurs zu den Namen des antiken Bosparan findet sich ein schöner Hinweis zur Sprache „Bosparansich“ und wie es zum Latein steht.

Manchmal finden sich falsche oder seltsame Zuordnungen der Namen zu männlich bzw. weiblich. Daneben sind mir nur wenige Lektoratsfehler aufgefallen, ab und an gibt es Dopplungen der Erklärungen oder Formatsfehler, aber nichts Weltbewegendes.

Am Ende des Kapitels findet sich ein erstaunlich langer Abschnitt zu den Namen der Waldmenschen, bevor es mit den Namen der Zahori und der Zyklopeninseln abschließt.


Kapitel 2) Zwölfgötternamen

Hier finden sich, nach dem aventurischen Jahreslauf angeordnet, eine beachtliche Anzahl an die Zwölfgötter und ihre Heiligen angelehnte Namen. Auf Grund der Menge war es eine gute Idee, diese in ein eigenes Kapitel auszulagern. Ebenso findet man hier Namen, die von den Halbgötter und sonstigen wichtige mythologischen Gestallten inspiriert sind.


Kapitel 3) Namen anderer Spezies

In diesem Kapitel sind vor allem die Namen der (bald?) spielbaren Spezies der Achaz, Elfen, Goblins, Orks und Zwerge gesammelt. Daneben findet man auch die Namen der (noch?) nicht-spielbaren Rassen der Grolme, Oger und Trolle. Warum ausgerechnet die Grolme erwähnt werden, aber beispielsweise nicht Kobolde, kann ich nicht sagen.

Der Eingangstext ist sehr schön und lang. Leider ist etwa die Hälfte der Bilder in diesem Kapitel... sagen wir mal: diskussionswürdig. Vor allem das halbseitige Bild am Kapitelanfang, dass eine Achaz zeigt (schönes Detail: Roter Kamm = Weibchen) und das Bild des Orks wollen mir so gar nicht recht gefallen. Die Achaz sieht irgendwie - obwohl sehr drachisch/echsisch - stark nach comic/manga aus. Der Ork ist überhaupt nicht gut getroffen und sieht sehr un-DSA-typisch aus. Zum einen, sieht er nicht sehr pelzig aus, dazu ist er sehr grau-grün in Farbe und irgendwie zu „hübsch“ (vor allem die Haare) im Vergleich zu den Orks aus früheren, auch DSA5 Publikationen.

Kleiner Einschub meinerseits: Beim Tippen des Textes und nach weitere Recherche hat sich ergeben, dass auch ältere DSA-Bücher „hübsche“ Orks hatten, aber so sehr ist es mir damals nicht aufgefallen. Zumindest hatten die damals überwiegend schwarzes Fell.

Das Bild des Shakagra ist leider viel zu dunkel, so dass es zwar als Nachtbild passend ist, aber viele Details kaum zu erkennen sind.

Dagegen gibt es aber auch durchaus wirklich gute Illustrationen in diesem Kapitel. Das Beste ist das zweite Bild eines Echsenmenschen, wohl auch eines Achaz, wobei es für mich eher nach einem Mantra‘kim (= Drachenmenschen) aussieht. Das könnte daran liegen, dass die Achaz in DSA5 mehr nach Drachen statt nach Eidechsen aussehen. Ebenso gut ist das Bild des festumer Goblin-Nachtwächters.

Der Teil zu den Namen der Elfen ist sehr ausführlich mit guten Hinweisen zur Aussprache und Bedeutung der Namen, es wird auch auf die Hochelfen und die Namen der Dunkelelfen eingegangen.
Schön ist die Unterscheidung zwischen Stammes- und städtischen Goblins im Teil danach.

Gut gefallen hat mir auch die Ausarbeitung der Ork-Namen, wobei man noch mehr auf die unterschiedlichen Stämme und den unterschied zwischen Gemein- und Hochorkisch hätte eingehen können.
Die Erklärungen zu den Stammesnamen der Trolle gefällt mir ebenso.

Bei den Zwergen wird, ähnlich wie bei den Elfen, ebenfalls auf die verschiedenen Stämme und sogar die Brobim, roten Zwerge und Tiefzwerge eingegangen.

Das in diesem Kapitel, wie im vorherigen auch, verschiedene Helden und Heilige der nicht-menschlichen Spezies aufgezählt werden, hat mir sehr zugesagt.


Kapitel 4) Regeln & Anhänge

Wieder gibt es ein gutes, lustiges Eingangszitat. Sehr schön ist der Hinweis zum Spiel mit Namen im Eingangstext.

Die Vor- und Nachteile sind alle ganz nett. Leider gibt es mehr Nachteile als Vorteile, obwohl es ein leichtes gewesen wäre, das auszugleichen (zum Beispiel „Passender Name“ als weiteres Vorteil). Die Beispiele bei den verschiedenen Texten sind aber sehr cool und lustig.

Die Liste mit den namensbezogenen Aberglauben ist sehr gut und voll von guten Ideen.

Die Sonderfertigkeiten sind ganz nett, auch wenn ich die regeltechnische Auswirkung nicht einschätzen kann. Die Regeln zur Heraldik bedürfen aber generell wohl noch etwas Überarbeitung.

Das es einen Abschnitt zu Namen für Tierbegleiter gibt, hat mir sehr gefallen, auch wenn der Inhalt „nur“ okay ist. Der Abschnitt zu Waffennamen ist ähnlich, leider fehlen hier zum Beispiel tulamidische Waffennamen gänzlich, es werden nur Namen in Garethi gelistet. Dafür sieht das abgebildete Schwert sehr cool aus.

Am Schluss finden sich noch zwei Indices, ein normaler und ein nach Sprachen Geordneter. Als besonderer Bonus findet sich im hinteren Einband ein Namensgenerator für garethische und tulamidische Namen, der aber leider etwas mau ausgefallen ist bzw. so wirkt. Bei 40x20 Möglichkeiten ist das immer noch sehr ordentlich, aber ich hätte mir z.B. ein Generator auf Silbenbasis vorgestellt.


Fazitsehr gut

Aventurische Namen ist ein absolut unnötiges Buch und das ist gut so, denn es macht (mir) Spass es zu lesen. Es hat aber einige kleine Schwächen: Es hat an sich keinen Mehrwert für das Spiel, wenn es nur um die Namen geht, denn dafür gibt es auch viele Listen online. Es könnte etwas umfangreicher sein und mir sind einige kleine Formats- und Lektoratsfehler aufgefallen. 25 Euro für knapp 100 A4-Seiten kann man machen, vor allem als Hardcover Wer wirklich nur auf großen spielerischen Nutzen schaut, wird damit keine Freude haben.

ABER: Dafür sind die Illustrationen super, es liefert Hintergrundwissen zu den Namen und wer Spass an so einer Art von Buch hat (wie ich), dem sei es aber wirklich anempfohlen. Es ist ein schickes Buch mit skurrilem Inhalt, das sich gut im Schrank macht und sehr spezielles Wissen liefert - aber genau dafür feiere ich es.

Gelesen 639 mal Letzte Änderung am Freitag, 20 Januar 2017 17:45

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1 Kommentar

  • Kommentar-Link Jeanette von Eine Bücherwelt Freitag, 25 November 2016 16:51 gepostet von Jeanette von Eine Bücherwelt

    Hallo HEX,

    Klasse Beitrag und deckt sich mit meinem Eindruck. Trotz der häufigen Verschiebung des Termins, finde ich das es ein gelungenes Buch geworden ist!

    Lieben Gruß
    Jeanette

    Melden

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