Aktion November 2013

schirm

RatCon 2012 - ein kleiner Bericht

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Die diesjährige RatCon sollte etwas Besonderes werden. Nach schwindenden Besucherzahlen und Beschwerden über die unschöne Örtlichkeit, sollte dieses Jahr alles besser werden. Nicht mehr im Fritz-Henßler-Haus, sondern dieses Mal hat sich Ulisses-Spiele in Unna einquartiert.
Nach sechsstündiger Fahrt hatten wir aber ehrlicherweise kein Auge für das Gebäude, sondern beschäftigten uns vor allem mit dem Zeltaufbau. Es waren überraschend wenige Zelte auf dem kleinen Vorplatz. Aber das hieß mehr Platz für uns. Nach einem Blick auf die Uhr stellten wir nach dem Zeltaufbau fest, dass wir leider zu spät für die MPA und Alveraniars Runden waren. Also beschäftigten wir uns nach einer kurzen Orientierungsrunde mit etwas anderem: Schicksalspfade.

Tabletop ist ja nicht unbedingt meine Welt. Aber wenn man schon mal die Möglichkeit hat zu testen, dann lasse ich mir das natürlich nicht entgehen. Noch nicht alle Figuren waren farbig angepinselt, aber beim Spielen hat es nicht gestört. Spieler, die sich ausgiebiger mit dem Thema beschäftigen, dürfte es weit leichter fallen als mir, in das Spiel hinein zu kommen. Die Regeln sind nicht sonderlich schwer, doch ein Newbie muss doch etwas öfter nachfragen. Dennoch – Tabletop ist nicht meine Welt. Ich kann es mir gut vorstellen am P&P Tisch Kämpfe damit abzuwickeln, aber ich werde sicher keine Tabletoperin. Wir versuchten Nachrichten von einem Boten zu erhalten und die gegnerische Partei, die natürlich ebenfalls Interesse daran hatte, auzuschalten. Dafür standen uns sowohl profane Waffen, als auch Magie zur Verfügung. Natürlich wird fleißig gewürfelt, aber es artet nicht aus. Ich hoffe, dass mit dem Spiel mehr als die paar Figuren und Archetypen zur Verfügung stehen. Man wird sehen. Sofern wir irgendwann in unserer Runde Kämpfe mit Figürchen bestreiten werden, schreibe ich natürlich erneut darüber.

Früher als üblich auf einer Con, zogen wir uns ins Zelt zurück. Mit Ohrstöpseln konnte ich auch gut schlafen... so lange, bis ich die fehlende Luft in meiner Matratze bemerkte. Nach zweimaligem, nächtlichen aufpumpen konnte ich mich mehr oder weniger ausgeruht an den ersten, richtigen Contag machen. Die Duschen waren im Vergleich zu den vergangenen Jahren klasse. Auch wenn ich das nicht vorhanden sein der Spiegel als Fehlplanung betrachte.
Während des Frühstücks und nach dem schlechten Würfeln für die DSA Runden, hörte ich bereits von einem negativen Seufzer in einem Workshop. Der lang erwartete DSA Geheimband „Elementare Gewalten“ enthält einen diskussionswürdigen Vorteil. Dschinngeboren. Stimmen wie „Gibt es dann irgendwann auch Tieflinge?“ und „Das ist doch nicht mehr DSA“ bzw. „Low Fantasy!“ hat man hier und da gehört. Darüber konnte auch die Luxusausgabe, die nur auf der RatCon zu erstehen war, nicht helfen. Ein schlechter Start. Auch jetzt ließt man in Foren von schlechtem Balancing und massiven Regelfehlern.

Wie zu erwarten war, konnte ich bei keiner der offiziellen Runden mitspielen. Also ab zu einem Workshop. Unter „Sturmgeboren“ konnte ich mir nicht viel vorstellen, allerdings weckte die kurze Beschreibung Interesse. Es handelt sich dabei um einen Kampagnenband in dem die Helden dabei helfen, ein unbewohntes Gebiet zu erschließen und dort ein Dorf zu errichten. In mehreren Abenteuern helfen sie, den Bereich zu säubern, die Arbeit der Dörfler zu schützen und ein aufkommendes Übel zurückzuschlagen. Im Mittelpunkt steht der Aufbau des Dorfes: Wie lange dauert das Bauen eines Hauses, brauche ich ein Palisade, wer weist die Dorfbewohner ein? Und vor allem: Welche Konsequenzen hat der zeitliche Verlauf meiner Planung in Bezug auf die Gefahren der Umgebung? Ein interessantes Konzept, das vor allem Einsteigerhelden (nicht nur Einsteigerspieler) ansprechen soll.

Danach sah ich mich ein wenig bei den Ständen um. Vor der Tür hatte ich am Freitag ein Auto vom Heidelberger Spieleverlag gesehen. Drinnen sah ich davon aber nichts. Dafür gab es einen sehr großen Raum für Pegasus-Spiele. Allerdings war es dort die meiste Zeit ziemlich leer. Das lag weniger an der Anzahl der Besucher und Tische, als viel mehr an zu wenigen Supportern. Im oberen Stockwerk befanden sich sowohl die Alveraniarsrunden, als auch unterschiedliche Verkaufsstände, Künstler und natürlich der große Tabletopraum.  Auf dem Außengelände waren der Grillstand, der im Gegensatz zum Kaffee sehr kostengünstig Grillgut anbot, als auch ein Stand mit Gewandung und – natürlich – Met untergebracht.

Am Nachmittag hatte sich am Meetingpoint ganz still und heimlich ein kleiner Workshop eingefunden, an dem ich mein Autorendebüt geben durfte. Allerdings hörten wir überwiegende zu, was die Anwesenden so an Ideen und Wünsche zum Hexenband vorbrachten. Nicole und Melanie haben auch schon fleißig mitgeschrieben. Auch wenn wir einige Ideen sicher diskutieren werden, ist aber bereits deutlich geworden, dass wir nicht alle Wünsche erfüllen können. Dafür gehen die Vorstellungen der Spieler teilweise zu stark auseinander.

Die Zeit bis zur Gala am Abend überbrückte ich mit einem netten kleinen Spielchen beim Pegasus-Spiele Support. Bei Illuminati versuchte jeder von uns vier Spielern die Weltherrschaft an sich zu reißen. Durch Kämpfe und Intrigen versucht man weitere Organisationen für sich zu gewinnen, zu übernehmen oder sogar zu zerstören. Als Cthulhu-Verschwörer bin ich natürlich bei letzterem Geblieben. Es ist nachvollziehbar, warum dieses Spiel bereits einige Preise erhalten hat. Es hat Spaß gemacht, ist aber nicht sonderlich schwer und hat dennoch einiges in Sachen Strategie zu bieten. Obwohl ich von den meisten Kartenspielen nicht begeistert bin, hat mir dieses doch ausgesprochen gut gefallen! Vielen Dank an dieser Stelle an die Mitspieler, die sich von mir für eine kleine Partie haben überreden lassen.

Gegen Abend rückte dann die Zeit für die angekündigte Gala näher. Unsere fünf Gewinner des Abenteuerwettbewerbes „Auf Aves Spuren“ hatten wir vorher bereits informiert, dass sie kostenfrei auf das RatCon-Gelände durften. Nachdem André Wiesler eine kurze Einleitung sprach, waren wir bereits an der Reihe und kürten die fünf Gewinner, von denen vier Vertreter anwesend waren. Zusätzlich zu den ausgeschriebenen Preisen, konnten wir auch für die 2. und 3. Platzierten noch jeweils Gutscheine ergattern, sodass am Ende der 1. Platz einen 100 EUR Gutschein erhielt, der 2. Platz einen 60 EUR und der 3. Platz einen 40 EUR Gutschein. Herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner. Die Abenteuer sind auf unserer Homepage ja bereits online.

Da ich bisher noch immer nicht DSA gespielt habe und mein Vorhaben an einer Deathwatch-Promorunde an der fehlenden Anwesenheit von offiziellen Leitern scheiterte, konnte ich Björn Hinrichs überreden zu leiten. Zusammen mit Freunden aus meiner Heimrunde und zwei netten DSAlern hatten wir einen schönen Fluff-Abend an dem wir auch ein kleines Problemchen lösen durften. Zum Glück waren sich alle 5 Spieler und der Spielleiter einig: Fluff ist wichtiger als Plot, zumindest dann, wenn jeder seine Rolle spielt.

So ging es in dieser Nacht/Morgen erst sehr spät ins Zelt und ich musste nur einmal die Matratze neu aufpumpen. Den nächsten Morgen bezeichne ich (wie schon so manch anderer Conmorgen) liebevoll als „total desaster“. Ein erneuter Versuch bei den Alveraniarsrunden mit 20-20-18 vermasselte mir erneut das Mitspielen. Tja, damit war klar, dass ich auch an diesem Tag kein offizielles Abenteuer spielen durfte. So besuchte ich eine Informationsveranstaltung zu Space:1889. Viele ältere Hasen dürfte es kennen. Ich habe nur den Namen häufiger gelesen und wusste sonst nichts. Es erinnert ein wenig an "John Carter", scheint aber mehr noch auf dem damaligen Wissen aufzubauen. Ganz frech habe ich mich nach einem Rezensionsexemplar erkdundigt und eines erhalten. Ich kann euch also bald mehr darüber berichten.
Der Workshop war vorbei und ich stand noch immer ohne RPG-Runde da. Aber bei so vielen Angeobten war es nicht schwer eine zu finden. Doch wie es so oft auf Conventions der Fall ist, muss nicht jede Art zu spielen und zu meistern der eigenen entsprechen. Deshalb verabschiedete ich mich frühzeitig und suchte mir für die letzten Stunden noch ein andere Partie. Man mag es kaum glauben, aber es fanden sich tatsächlich nicht genügend Spieler ein! Eine kurze Runde über das Gelände verschaffte Abhilfe und so spielten wir in einer kleinen, gemütlichen Runde erneut ein Fluffabenteuer. Ein Kurzabenteuer ganz nach meinem Geschmack: nur wenig Magie, es steckt nicht überall ein Dämon oder finsterer Magier dahinter und das Zusammenspiel der Helden stand im Mittelpunkt.

Und dann war die Convention auch schon wieder vorbei. Wir verabschiedeten uns von alten und neuen Bekannten und machten uns auf den Heimweg. Die Con war dieses Mal auch ohne offizielles Abenteuer für mich ein großer Spaß, der nicht durch eine schlechte Umgebung gemindert wurde. Mal sehen, ob künftig dann auch wieder mehr Besucher kommen.

Jolinar

Jolinar arbeitete vor helden.de bereits in unterschiedlichen Foren in der jeweiligen Redaktion. Von Christoph wurde sie dann für helden.de angeheuert, wo sie jetzt ein fester Bestandteil der Redaktion ist. Neben den Rezensionen schreibt sie auch Berichte zu den besuchten Conventions.

Mit Rollenspiele beschäftigt sie sich bereits seit 13 Jahren. Ihr hauptsächliches System ist DSA, aber auch mit Warhammer 40k und Shadowrun konnte sie bereits Erfahrungen sammeln.

Als eingefleischter Zombiefan sind Extreme in Romanen gerne gesehen. Horror, Urban Fantasy und skurriler Humor ist aber auch gerne gesehen.

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