Die Räder des Lebens (Lake, Jay)

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DieRäderdesLebensDie mechanische Welt von Jay Lake schwenkt in eine weitere Umlaufbahn – und wieder werden Schicksale mit einander verbunden. Doch um welchen Preis?

Inhalt:
Die Erde ist ein Uhrwerk. Sie dreht sich an einem riesigen Zahnkranz, der den ganzen Äquator umspannt, an ihrer Schiene um die Sonne. Paolina Barthes ist in einem kleinen Dorf im Schatten des Äquators aufgewachsen, doch sie ist ein Genie von der Größe eines Isaac Newton. Emily Childress aus Neuengland ist Mitglied einer geheimen Gesellschaft und soll sich vor deren Komitee verantworten, aber ihr Schiff wird von einem chinesischen U-Boot gekapert. Threadgill Angus al-Wazir, ein schottisch-arabischer Luftschiffer, plant einen Tunnel durch den Äquatorwall zu bohren, um die Südhälfte der Erde zu erkunden. Sie alle sind nur Räder in einem großen Getriebe, doch sie entscheiden das Schicksal der Welt.

Autor:
Jay Lake (Joseph E. Lake Jr.), geboren 1964, wurde 2004 mit dem John W. Campbell Award als bester neuer Sci-Fi-Autor ausgezeichnet. Er hat mehrere Romane und weit über 100 Kurzgeschichten veröffentlicht, von denen einige für den Hugo Award und den World Fantasy Award nominiert wurden. Darüber inaus ist er auch als Herausgeber von Anthologien und als Rezensent für die Internet Review of Science-Fiction hervorgetreten. Er lebt in Portland, Oregon, und arbeitet als Produktmanager für eine Firma, die Sprachdienste für Unternehmen bereitstellt.

Meinung:
Steampunk, dampfbetriebene Luftschiffe, eine mechanische Welt, die den Naturgesetzen trotzt und eine unglaubliche Faszination mit sich bringt... all dies bietet das Buch. Der Autor hat hier eine fantastische Hintergrundwelt geschaffen, die das Herz des Rollenspielers höher schlagen lässt. Die Idee, dass die Welt ein riesiges Tischplanetarium darstellt, in dem die Erde auf gewaltigen Zahnkränzen durch das Weltall gleitet, fasziniert mich.

Nach der Enttäuschung des ersten Bandes liegt hier nun der 2. Teil der Trilogie vor, in dem der Autor einige der Schwachstellen ausgebügelt hat. Insgesamt geht in diesem Buch auf rund 550 Seiten mehr um die Personen als um die Welt, die im ersten Band ausgiebig vorgestellt wurde, weshalb man durchaus den ersten Teil gelesen haben sollte, um das Verständnis für die Welt zu entwickeln.

Der Autor konzentriert sich glücklicherweise nicht mehr auf eine einzige Hauptperson, die durch das Weltgeschehen stolpert, es sind deren drei, von denen es immerhin ein Charakter (die Bibliothekarin Childress) schafft, nun ja, so etwas wie ein Charakter zu sein, der nicht wie ein Spielball der Mächte durch die Geschichte gespült wird, sondern die Eigeninitiative ergreift. Auch Paolina und Al-Wazir schaffen es stellenweise, dem Korsett des Autors zu entkommen und als eigenständig denkende Lebewesen die Geschichte zu gestalten, statt sie nur zu durchleiden, aber diese Momente sind leider viel zu selten.

Von den erzählerischen Mängeln abgesehen, ist dieses Buch für den Rollenspieler etwas weniger interessant als noch der erste Teil, in dem die Mechanik der Welt im Mittelpunkt stand. Aus diesem Band kann man zwar ein paar nette Anregungen zu den Themen Geheimgesellschaften oder Technik im Steampunk-Zeitalter mitnehmen, das wars aber auch schon.

Zum ersten Band hatte ich die Hoffnung ausgesprochen, dass es nur noch besser werden kann. Es wurde besser, wenn auch noch viel Luft nach oben bleibt. Und wie zuvor liegt es nicht an der unglaublich faszinierenden Welt, sondern an den Charakteren, die sich darin abplagen müssen.

Fazit:7
Abenteuerroman, der das tolle Szenario mit immerhin etwa anderthalb greifbaren Charakteren aufgefüllt hat. Wenn die Entwicklung so bleibt, dürfte der Abschlussband ganz ordentlich werden.



Weitere Informationen

  • Autor: Alpers, Hans-Joachim
Letzte Änderung am Dienstag, 11 Dezember 2012 09:34

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