Game of Thrones - Der Eiserne Thron - Das Kartenspiel

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51FFwms8-EL. SL500 AA300 "Wenn man das Spiel der Throne spielt, gewinnt oder stirbt man. Es gibt keinen Mittelweg." -
Cersei Lannister

In diesem individuell anpassbaren Kartenspiel erwachen die beliebten Helden, Schurken, Orte und Ereignisse aus George R.R. Martins Romanreihe Das Lied von Eis und Feuer zum Leben. Die Spieler schlüpfen in die Rolle der Starks, Baratheons, Lannisters und Targaryens und schmieden Ränke, führen Krieg, bestechen und verschwören sich gegeneinander, um schließlich den Sieg zu erringen.

Klappe:
"Wenn man das Spiel der Throne spielt, gewinnt oder stirbt man. Es gibt keinen Mittelweg." - Cersei Lannister

In allen Sieben Königreichen ringen die Großen Häuser von Westeros im die Macht über den Eisernen Thron. Die Schlacht beginnt hier, mit dem Grundspiel von Game of Thrones – Der Eiserne Thron.

In diesem individuell anpassbaren Kartenspiel erwachen die beliebten Helden, Schurken, Orte und Ereignisse aus George R.R. Martins Romanreihe Das Lied von Eis und Feuer zum Leben. Die Spieler schlüpfen in die Rolle der Starks, Baratheons, Lannisters und Targaryens und schmieden Ränke, führen Krieg, bestechen und verschwören sich gegeneinander, um schließlich den Sieg zu erringen.

Game of Thrones – Der Eiserne Thron kann in einer "Buhurt"-Variante mit 3-4 Spielern oder einer "Tjosten"-Variante mit 2 Spielern gespielt werden. Doch, ganz gleich für welche Variante man sich entscheidet, der Spaß hat gerade erst begonnen! In der Welt der Living Card Games können die Spieler aus hunderten von zusätzlichen Karten, die separat erscheinen, jene auswählen, die sie benötigen, um die vier vorgefertigten Decks an ihren persönlichen Spielstil anzupassen oder auch ihre eigenen, ganz individuellen Decks zusammenzustellen.

Willkommen zu Game of Thrones – Der Eiserne Thron, wo George R.R. Martins Westeros so lebendig ist wie nie zuvor!

Hintergrund:
Wer gern mal in Buchläden stöbert, der ist dieser Tage bestimmt schon einmal über eines der hübsch aufgemachten Bücher aus Das Lied von Eis und Feuer gestolpert. Nicht zuletzt seit der erfolgreichen TV-Serie, die Anfang 2012 erstmalig im deutschen Free-TV lief, gewinnen George R.R. Martins Romane zunehmend an Popularität. Zurecht, denn die Geschichte um die Großen Häuser von Westeros könnte spannender kaum erzählt sein: Kriege, Intrigen und der Kampf um Macht und Anerkennung sind die Themen, mit denen sich die Charaktere auseinandersetzen müssen. Dass sie, egal ob Helden oder Schurken, dabei schonmal sterben, lässt das ganze glaubwürdig wirken und gibt den Romanen die letzte Würze.

Meinung des Autors zum Hintergrund: Wer sich für spannende Geschichten begeistern kann und historisch wirkenden Low-Fantasy-Romanen nur halbwegs etwas abgewinnen kann, der sollte sich die Vorlage des Kartenspiels zu Gemüte führen. Warum schreibe ich das hier? Damit der geneigte Leser weiß, dass der Autor weiß wovon er spricht und der Romanreihe verfallen ist. Zudem ist sicher auch klar, dass das Spiel umso mehr Spaß macht, wenn man die Charaktere und Orte und Ereignisse kennt.

Das Kartenspiel:
Nachdem es das Kartenspiel schon eine Weile auf Englisch gab, ist jetzt die deutsche Version im Heidelberger Spieleverlag erschienen (dessen knuffiger Bär so gar nicht in das geniale, winterliche Artwork des Covers passt). Ungewöhnlich groß ist die Verpackung des Spiels, was dem beiliegenden "Spielbrett" geschuldet ist. Zu dessen Aufgabe gleich mehr. Das Brett wie auch die verschiedenen Marker sind aus widerstandsfähiger Pappe, sehr fest, nicht knickbar, und machen einen äußerst soliden Eindruck. Zudem liegen sechs schön gestaltete Spielfiguren aus Plastik bei. Und zuletzt natürlich die Karten, die in üblicher Trading Card Game Manier daherkommen, also qualitativ in Ordnung gehen. Schutzfolien für dauerhafte Freude trotz häufigem Mischen empfohlen.

Worum geht es jetzt aber? Ziel des Spiels ist es, 15 Machtpunkte zu sammeln. Und wie stellt man das an? In dem man seine Gegenspieler mit Militärschlägen, Intrigen und Machtkämpfen besiegt – den üblichen Mitteln der Buchvorlage also. Jeder Spieler erhält dafür ein Kartendeck, das einem der sechs Großen Häuser von Westeros entspricht: Stark, Baratheon, Lannister und Targaryen sind in der Grundbox bereits enthalten, Greyjoy/Graufreud und Martell können als Erweiterungen nachgekauft werden.

Nachdem sich jeder Spieler für ein Haus entschieden hat, kann das Spiel quasi schon beginnen.

Als ehemaliger Magic-Spieler (jaja, die Jugend) fühlt man sich im Ablauf an selbiges erinnert, hinzu kommen aber einige interessante Ideen, die die Komplexität erhöhen. Das beginnt bereits in der ersten der sieben Spielphasen: jedes Haus besitzt exakt sieben Strategiekarten. Jeder Spieler wählt zu Beginn der Runde seine aktuelle Strategie aus (jede muss einmal gespielt werden, bevor wieder alle Strategien zur Verfügung stehen) und erzeugt damit einen Effekt, der teils sofort, teils dauerhaft für diese Spielrunde eintritt. Da können Charaktere getötet werden, man darf sich Karten heraussuchen oder erhält Boni. Zusätzlich bestimmt man damit das Gold, dass man für diese Runde erhält, um damit Karten zu legen, und welcher Spieler die Spielrunde beginnt. Auch hier ein strategisch interessanter Aspekt: Wer auf seiner Strategie die höchste Initiative stehen hat, darf entscheiden, wer anfängt! Vom beginnenden Spieler aus geht es dann im Uhrzeigersinn weiter. Wer anfängt, darf in jeder Phase dieser Spielrunde zuerst seine Aktion ausführen, während die nachfolgenden Spieler die Möglichkeit haben, auf diese zu reagieren. Wer die Entscheidung fällen muss, sollte hier genau die Vor- und Nachteile seiner Position abwägen.

Anschließend wählen die Spieler ihre Titel (gemäß der zuvor festgelegten Reihenfolge). Spätestens hier wird's komplex: Die sechs verschiedenen Titel gewähren einerseits Boni, wozu z.B. Zusätzliches Gold (Meister der Münze) oder Kampfkraft (Kron-Regent) zählen. Andererseits "unterstützt" man meist einen anderen Titel bzw. "konkurriert" mit einem solchen. Unterstützt ein anderer Spieler meinen Titel, so kann er mir jederzeit in Herausforderungen helfen und mich damit vor Angriffen anderer retten. Zudem darf er mich nicht herausfordern! Bezwinge ich wiederum den Spieler, der den Konkurrenztitel zu meinem hat, so bekomme ich bei einem Sieg einen zusätzlichen Machtpunkt. Aus der Kombination von Boni und Unterstützung/Konkurrenz entsteht in jeder Runde ein neues Gefüge unter den Spielern und die Wahl des Titels will wohlbedacht sein. Im Übrigen: Hierzu ist auch das Spielbrett gedacht. Darauf lassen sich die Titel vor der Wahl positionieren und man sieht sofort, in welche Beziehung sie zueinander stehen bzw. welche Boni sie geben. Zur Not lässt sich das Ganze aber auch ohne das Spielbrett machen, es liegen Karten mit den gleichen Infos bei.

In Phase zwei erhält jeder Spieler zwei neue Karten auf die Hand und sein Gold für diese Runde, dass er in Phase drei für das Legen von Karten einsetzen kann. Die Karten unterscheiden sich in mehrere Kategorien: es gibt Charaktere unterschiedlicher Stärke, die in den drei verschiedenen Herausforderungen für Angriffe genutzt werden können. Zustände (unglückliche Übersetzung wie ich finde), die eher Gegenständen entsprechen und Charakteren zusätzliche Boni bescheren. Orte, die meist das Ausspielen von Karten erleichtern oder zusätzliches Gold erzeugen. Und schließlich Ereignisse, die spontan das Spielgeschehen beeinflussen können. Die Karten sind natürlich alle mit mehr oder minder schönen Artworks gestaltet, die Palette reicht von Zeichnungen im Stile von Ölgemälden über hochwertige D&D-Bildchen bis zu comichaften Illustrationen. Letztere zerstören meines Erachtens ein kleines bisschen die ansonsten recht rau wirkende Atmosphäre des Ganzen, glücklicherweise sind solche Bilder aber auch eher die Ausnahme.

Haben alle Spieler ihre Karten ausgespielt, beginnen die Herausforderungen. Der beginnende Spieler darf natürlich zuerst loslegen. Wie bereits erwähnt gibt es drei Arten von Herausforderungen, die zu unterschiedlichen Ergebnissen führen: Ein Militärschlag führt dazu, dass der verteidigende Spieler bei einer Niederlage einen oder mehrere seiner Charaktere töten, eine Intrige dazu, dass er eine oder mehr Karten von seiner Hand abwerfen und ein Machtkampf dazu, dass er einen oder mehrere Machtmarker (die für den Spielsieg) an den Sieger abgeben muss. In welcher Reihenfolge bzw. ob er diese Herausforderungen spielt, ist dem Spieler überlassen. Genauso, wie sein Angriffsziel. Abgesehen von den Titeln darf jeder jeden angreifen und jede Herausforderung könnte theoretisch gegen einen anderen Spieler gehen. Wichtig: hat ein Charakter angegriffen, kann er nicht mehr verteidigen. Frontalattacken können den beginnenden Spieler also in den Ruin stürzen, wenn alle drei anderen Spieler ihn im Anschluss angreifen. Hier gilt es also ein gutes Maß zu wählen, wieviele Charaktere man einsetzt und wieviele man für die Verteidigung aufhebt. Spätestens an dieser Stelle ist Taktik und Grübelei gefragt, wozu auch ein bisschen Rechnerei gehört (Wieviel militärische Stärke haben meine Gegner? Wieviel Intrigenstärke? Usw.)

Nach den Herausforderungen folgt die Herrschaftsphase: Alle Spieler addieren die Stärke der noch stehenden Charaktere (die nicht angegriffen oder verteidigt haben) und ihren Restgoldbestand dieser Runde zusammen. Wer den höchsten Wert hat, erhält einen Machtpunkt.

Danach werden alle verwendeten (im Fachjargon: "gebeugten", Zustand bei Angriff/Verteidigung) Charaktere wieder aufgestellt, also alles wieder auf Ursprung gesetzt und schließlich das Restgeld wieder abgegeben.

Soviel allgemein zu den Regeln. Die Karten an sich orientieren sich in Stärke und Eigenschaften stark an der Buchvorlage: Eddard Stark beispielsweise erhält einen Machtpunkt, wenn er ins Spiel kommt. Dazu gibt es als Zustand sein Schwert Ice, das sich beugen/ablegen lässt, um einen gegnerischen Charakter in einer Herausforderung zu töten. Oder nehmen wir den König Robert Baratheon, der bei einem Sieg über einen Gegner nicht nur einen sondern gleich zwei Machtpunkte (Ruhmreich) erhält. Oder die Starkkinder, die Boni erhalten, wenn ihre zugehörigen Wölfe im Spiel sind. Hier wurde bei den Karten mitgedacht, sehr schön!

Jedes der vier beiliegenden Häuser spielt sich dadurch anders, da jeweils auf die Besonderheiten der Vorlage eingegangen wurde: Während Stark eher auf Militärische Stärke und die oben erwähnten Wolfskombinationen setzt, ist Haus Lannister eher im Bereich Intrige zu nutzen. Baratheon setzt auf Macht (und das schnelle Ansammeln von Machtpunkten) und den Einsatz von Lords und Ladies und Targaryen auf das schnelle Erhalten der Drachen.

Die Strategien sind erkennbar, schwierig ist es, sie mit den im Lieferumfang enthaltenen Karten auszuspielen. Jedes Deck besteht leider nur aus 45 von eigentlich 60 Karten. Abhilfe schafft es beispielsweise aber, sich ein zweites Grundspiel zuzulegen. Recherchen auf englischen Seiten führten zu einer Deckliste aus nur zwei Grundspielen, mit der man das ganze etwas mehr balancieren (und die Strategien besser forcieren) kann.

In dieser Hinsicht noch etwas zu der Spielerzahl: Ausgelegt ist das ganze offensichtlich für vier Spieler. Dort wird insbesondere das erste Spiel natürlich einige Stunden Zeit verschlingen um die Regeln zu verstehen und mit der Vielfalt an Möglichkeiten zurecht zu kommen. Nach der dritten oder vierten Spielrunde ist der Ablauf aber erkennbar, von dort aus dauern meist nur noch die strategischen Überlegungen.

Wer zu dritt spielt, muss ein wenig an den oben erläuterten Regeln ändern: Von den sechs Titeln wählt jeder Spieler zunächst einen, behält diesen für diese Spielrunde und in der nächsten wird nur noch aus den verbliebenen dreien gewählt. In der Runde darauf stehen wieder alle sechs Titel zur Verfügung, dann wieder nur drei usw.

Und wer zu zweit spielt nutzt schließlich gar keine Titel. Damit geht leider auch ein wesentlicher und spannender Bestandteil des Gesamtkonzeptes verloren. Dennoch macht das Game of Thrones auch zu zweit viel Spaß. Einziges Manko: Wer nur ein Grundspiel besitzt, wird zu zweit ein wenig an der fehlenden Balance verzweifeln. Der klassische Kampf Stark – Lannister endete bei uns nach nur einer halben Stunde mit 4 : 15 für Haus Lannister. Da Stark sich kaum gegen Intrigen verteidigen kann und man so immer mehr Handkarten abwerfen muss, fehlen irgendwann einfach die Karten, um noch etwas ausrichten zu können. Auch hier soll das oben erwähnte zweite Grundset Abhilfe schaffen. Alternativ gibt es natürlich auch andere Möglichkeiten, an weitere Karten zu kommen.

Das Game of Thrones Kartenspiel ist ein Living Card Game. Während man bei einem Trading Card Game sogenannte "Booster" kauft in denen zufällige Karten sind, kann man sich hier im Vorraus informieren, wie man sein Geld investiert. Die Häusererweiterungen enthalten dabei jeweils mehr als 150 Karten für das jeweilige Haus und zusätzlich wohl auch Deckvorschläge. Weiterhin gibt es im englischen "Chapterpacks", die ca. 40 Karten für alle Häuser enthalten. Auch hier ist der Inhalt aber fix. Die Hoffnung steht, dass auch diese in näherer Zukunft in deutsch erhältlich sind, die Häusererweiterungen wurden jedenfalls Anfang Oktober veröffentlicht.

Wer also Spaß am Deckbau/Strategieoptimieren hat und das Sammeln bei TCGs immer doof fand, der wird hier bestens bedient.

Zum Abschluss noch ein kleines Wort zur Übersetzung. Wie man vielleicht schon als frischer Einsteiger in die Welt des Lieds von Eis und Feuer bemerkt hat, schreibe ich Lannister z.B. Noch mit "a" (statt Lennister mit "e" in der neuen deutschen Übersetzung). Da ich persönlich eh das englische Original gewohnt bin, kommt es mir entgegen, dass viele Eigennamen nicht übersetzt wurden. John Snow oder Brown Benn Plum wären da weitere Beispiele. Auch Leser der alten Schule werden sich freuen. Wie gesagt, ist dies aber nicht mehr gemäß der neuen deutschen Übersetzung (auch verwendet in der TV-Serie). Abseits der Eigennamen wurde vollständig und gelungen und verständlich übersetzt, höchstens "Zustände" für die Anhänge ist immer noch etwas merkwürdig – in meinen Augen! ;-)

Fazit: 2
Hier gibt es alles, was das Strategenherz begehrt: Insbesondere in der Vierspielervariante kommt es auf die richtige Taktik an. Welche Strategiekarte spiele ich? Welcher Titel hilft mir am meisten? Hebe ich mir Karten auf oder gibt's jetzt die geballte Ladung Angriff? Wen nehme ich am besten aus dem Spiel? Hebe ich mir lieber Charaktere für die Herrschaftsphase auf? Sicher spielt auch ein wenig Kartenglück mit, aber dafür reden wir von einem Living Card Game: Wer mag, kann sich jederzeit weitere Karten kaufen und sein Deck optimieren um den Zufall einzuschränken. Im Idealfall organisiert sich jeder Teilnehmer selbst sein Hausdeck (da spielen die Kosten ja doch etwas rein) und dann kann's losgehen.

Die Zweispielervariante wies im vorliegenden Grundspiel leider einige Balanceprobleme auf, hier sollte man auf jeden Fall über das Erweitern nachdenken – ich verweise nochmal auf den Link im Text oben.

Abgesehen von der zu geringen Kartenzahl je Deck (45 statt 60) und den damit einhergehenden Schwierigkeiten, die Deckstrategien voll auszuspielen, gibt es für die Drei- oder Vierspielervarianten nichts auszusetzen.

Wer Fan des Martinschen Universums ist, der wird seine helle Freude an dem Spiel haben. Wer Strategiespiele Glücksspielen vorzieht auch. In den gespielten Runden, insbesondere mit mehr als zwei Spielern, war die Resonanz durchweg positiv. Auch wenn die Mitspieler keine Fanboys wie der Autor waren! ;-D

In gesammelter Absprache: 9/10 Punkten, den letzten würde's wahrscheinlich mit den diversen Erweiterungen oder einem zweiten Grundspiel geben. Die Investition ist bei mir zumindest fest geplant!

Letzte Änderung am Montag, 05 November 2012 18:54

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