Drachenkuss (Carey, Janet Lee)

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DrachenkussVon Drachen, Prinzessinnen und einer alten Prophezeiung.

Klappe:
Von Drachen, Prinzessinnen und einer alten Prophezeiung
Prinzessin Rosalind hütet ein schreckliches Geheimnis: Sie wurde mit einer Drachenklaue geboren. Bislang konnte niemand das Mädchen von dem schaurigen Makel befreien, den es unter goldenen Handschuhen verbirgt. Doch als es immer wieder zu Angriffen von Drachen kommt, scheint Rosalind auserwählt, zur Mittlerin zwischen Menschen und Drachen zu werden.

Autorin:
Die amerikanische Professorin und Autorin Janet Lee Carey hat sich auf Kinderbücher spezialisiert, für die sie schon den einen oder anderen bedeutenden Preis erhalten hat. So erhielt The Dragon of Noor (2010) den „Teens Read Too Gold Star Award for Excellence”, Dragon's Keep (2007) den “ALA Best Books for Young adults” und Wenny Has Wings (2002) den „Mark Twain Award”. Drachenkuss ist ihr erster Roman, der in Deutsch erschienen ist.

Meinung:
König Artus hatte eine weitere Schwester, Evaine, die allerdings aus der Familie verbannt wurde, als sie sich ihren Ehemann, den vogelfreien Kaydon Mallory, selbst aussucht. Zusammen mit ihrem Mann lebt sie auf Wild Island und gründet dort einen Nebenast der Familie Pendragon. Ihr wurde von Merlin prophezeit, dass die 21. Königin aus ihrem Geschlecht den Namen Pendragon reinwaschen, den Krieg mit dem Wink ihrer Hand beenden und den Ruhm von Wild Island wiederherstellen wird. 625 Jahre später ist diese Prinzessin zu einem jungen Mädchen herangewachsen, das niemand außer ihrer Mutter jemals ohne Handschuhe sah. Denn darunter verbirgt Rosalind ihren Ringfinger, der eine Drachenklaue ist. Jeder Heiler, jede vermeintliche Hexe und Kräuterfrau wurden schon um Hilfe gefragt, natürlich ohne den tatsächlichen Makel jemals zu enthüllen, doch bisher half nichts. Rosalind kann sich nicht vorstellen, wie sie die Prophezeiung erfüllen und einen Mann finden sollte mit dieser Hand. Denn solch ein Makel kann schnell auf den Scheiterhaufen führen. Dabei wären die Umstände ganz für die Prophezeiung geschaffen. Denn in England herrscht Krieg zwischen Maude und Stephen um den Thron, und Rosalinds Mutter glaubt, dass ihre Tochter durch eine Heirat mit Prinz Henry diesen Krieg beenden und damit auch die Pendragons wieder berühmt machen kann. Doch Prophezeiungen sind oft nicht so einfach zu lesen, wie man vermutet und die Feinde sind nie weit weg. Denn nicht der Krieg zwischen den Menschen ist gemeint, sondern der seit Jahrtausend anhaltende Krieg zwischen Menschen und Drachen. Und auch wenn Wild Island nur eine kleines Königreich ist, so weckt es doch Begehrlichkeit in manchen Augen.


Die Geschichte könnte sehr spannend und aufregend sein – mit Betonung auf könnte. Der Beginn ist sehr vielversprechend und weckt das Interesse an dem Roman. Es sind die ersten Andeutungen und offenen Fragen, auf die man sich Antworten erhofft – aber nie erhält.  Dieser Erzählstil bleibt das ganze Buch über erhalten. Man erfährt immer wieder Dinge, die man gerne Auflösen möchte, die aber entweder gar nicht aufgelöst werden oder aber auf etwas unpassende Art: Rosalind weiß auf einmal ganz unvermittelt über Dinge Bescheid, die sie eigentlich nicht wissen kann – zumindest nicht durch die vorher beschriebenen Ereignisse. Innerhalb weniger Zeilen vergeht sehr viel Zeit, in denen fast Stichpunktartig die Ereignisse zusammen gefasst sind. Nach dem gleichen Prinzip sterben Leute oder passieren eigentlich wichtige Handlungen. Ob dies auf Kürzungen zurückzuführen ist oder einfach auf einen etwas abrupten und chaotischen Schreibstil der Autorin, lässt sich nicht sagen. Allerdings ist die Geschichte dadurch nicht unbedingt angenehm zu lesen.  Als Ausgleich gibt es aber zumindest auch nur sehr wenige lange Passagen, die man hätte Kürzen können.
Die Charaktere sind ähnlich abrupt und leicht chaotisch gestaltet. Man hat oft das Gefühl sie wurden in die Geschichte geworfen, dürfen kurz etwas beitragen, sind dann uninteressant und können in der Versenkung verschwinden. Einzig Rosalind ist wichtig, die vom naiven Mädchen zur Allwissenden mutiert, und zum Teil wenig nachvollziehbare Handlungen durchführt.


Was sehr auffällig ist, dass das Buch von Trennungszeichen nur so strotzt. Mitten in der Zeile ist ein Wort getrennt geschrieben, das wohl im ursprünglichen Satz am Zeilenende stand. Wenn so etwas ein- oder zweimal vorkommt, ist dies kein Problem, aber hier zieht es sich durch das ganze Buch. Da wurde wohl der Text nicht richtig überprüft, bevor er in Druck ging.

Fazit:5
Ich war enttäuscht von diesem Buch. Es beginnt spannend, lässt aber innerhalb von wenigen Seiten nach und dümpelt vor sich hin. Schade, denn das Potenzial war auf jeden Fall da, wurde aber leider verschenkt.

Letzte Änderung am Dienstag, 25 September 2012 16:48

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