Musketiere für den König

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Musketiere fuer den koenig Die nächste Generation der Musketiere tritt an – die Söhne von Porthos, Aramis und Athos stehen bereits im Dienst der Musketiere, doch für D'Artagnans Tochter Valentine wird das wohl ein ewiger Traum bleiben. Oder nicht?

Inhalt:
Wer kennt sie nicht, die Abenteuer des stolzen Gascogners D'Artagnan und der drei unzertrennlichen Musketiere. Doch inzwischen sind die vier Helden im Ruhestand und haben ihren Sprösslingen das Schlachtfeld überlassen. Die Söhne von Porthos, Aramis und Athos stehen bereits im Dienst der Musketiere, doch für D'Artagnans Tochter Valentine wird das wohl ein ewiger Traum bleiben. Auch wenn sie den Schwertarm ihres Vaters geerbt hat und ihm eine gute Schülerin war - eine Frau bei den Musketieren? Unmöglich. Doch Valentine läßt sich von einer Absage nicht entmutigen und zieht auf eigene Faust los, um ihr Talent im Kampf zu beweisen. Und schon steckt sie - ganz der Vater - mitten in einer tödlichen Intrige, die Kardinal Mazarin gegen den jungen König gesponnen hat.

Meinung:
Manchmal muss man es mit einer Bewertung knapp halten. Ich könnte hier nur sagen: einfallslose Fernsehproduktion, bei deren Erschaffung an Budget und Kreativität gespart wurde.

Doch wie komme ich zu diesem Schluss? Ich habe mir alle 168 Minuten des Films auf DVD angetan und sogar noch die „Extras“, d.h. 4 Interviews mit Hauptdarstellern (das wars neben den Trailern auch schon an Extras). Zunächst muss festgestellt werden, dass die bekannten Schauspieler, deren Namen in Großbuchstaben auf dem Cover prangen (Gérard Depardieu, Michael York, Nastassja Kinski und John Rhys-Davies) bis auf Nastassja Kinski als Lady Bolton und in Ansätzen Gérard Depardieu als Kardinal Mazarin fast nur Randfiguren darstellen und hier offensichtlich als Zugpferde zum Anlocken der Zuschauer dienen. Das ist schade, denn gerade Michael York als Musketierfilm-Veteran kann zu selten sein Schauspieltalent in Szene setzen und auch John Rhys-Davis wird auf wenige Aktionen eingeschränkt.

Die schauspielerischen Leistungen sind insgesamt bestenfalls Durchschnitt und dem Level typischer Fernsehproduktionen angepasst – zum Nachteil des Films. Hier fällt insbesondere auf, dass die Nebenrollen häufig stereotyp und klischeehaft agieren müssen und jegliche Atmosphäre sorgfältig abgetötet wird. Beeindruckt hat mich hier der Taubenzüchter gegen Ende. Wie man mit so viel Enthusiasmus ein völlig verfehltes Overacting betreiben kann, wird nur die insgesamt unsicher wirkende Regie wissen. Tja, Regie... das ist auch ein weites Feld in Zusammenarbeit mit dem Drehbuch. Die Kameraführung ist brauchbar bis unauffällig, bei Nahaufnahmen sitzt allerdings häufig der Fokus nicht korrekt, die Fechtszenen wurden ohne jegliche Originalität inszeniert und bieten bestenfalls Hausmannskost, die Szenenübergänge kamen oftmals überraschend und wirkten damit ruppig, ja geradezu abgehackt. Somit hängen mache Szenen förmlich in der Luft und wirken ohne Bezug. Dazu kam noch der angestrengte Witz, mit dem manche Szenen verunstaltet wurden („Schläfst Du immer mit Deinem Degen?“). Dafür ging der unvermeidliche Showdown soweit in Ordnung.

Die Story ist an und für sich nicht schlecht, die Intrigen sind gut erdacht und der Plot bleibt abwechslungsreich und dem Genre angemessen. Aaaaber... die Umsetzung. Zunächst einmal werden alle bekannten Szenen der gängigen Musketierfilme nicht nur zitiert, sondern lediglich plump kopiert. Ob es der Wille von Valentine ist, Musketier zu werden (hier noch mit dem „Bonbon“, dass eine Frau in eine Männerdomäne eindringen will), das Kennenlernen der 3 Musketiere mit D'Artagnan (Duell in der Ruine und so weiter), ein Einäugiger taucht kurz auf, eine intrigante Spionin, die Liste ließe sich noch länger fortsetzen, doch damit sehe ich das Problem, dass diese Kritik noch langweiliger werden könnte als der Film. Es fällt zudem unangenehm auf, dass die Söhne (und die Tochter, selbstverständlich) mit aller Gewalt und damit unvermeidlicherweise schwache und klischeebehaftete Kopien ihrer Erzeuger darstellen müssen.

Den Rest hake ich kurz ab: die Kulissen waren dem offensichtlichen niedrigen Budget angemessen, in den Szenen in den Städten und Dörfern kann man sich auf die Suche nach modernen Artefakten wie Dachrinnen, Türbeschlägen oder offensichtlichen Resten elektrischer Installation machen. Das Bild war insgesamt brauchbar, aber nicht überzeugend, der 5.1-Sound war in Ansätzen vorhanden und die Extras habe ich bereits erwähnt - obwohl es da nicht viel zu erwähnen gab.

Fazit: 5
Uninspirierte Verfilmung, der man die Auslegung als Fernsehproduktion leider viel zu deutlich anmerkt. Eine Verschwendung der Schauspieler, mit deren Namen der Film beworben wird.

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