Mallory und die Nacht der Toten (Resnick, Mike)

Artikel bewerten
(0 Stimmen)

Mallory Nacht der toten ResnickMallory hat nur eine Nacht um einen mächtigen Untoten zu finden. Und das ausgerechnet an Halloween, in einem bizarren und alternativen Manhattan und an seiner Seite stehen nur eine eigensinnige Katzenfrau, ein drakonischer Schriftsteller und ein überängstlicher Vampir.

Klappe:
Es ist Halloween, und John Justin Mallorys Partnerin Winnifred hat sich auf diesen großen Feiertag so emsig vorbereitet, dass sie nun ausgemergelt und bleich aussieht. Mallory befürchtet, dass sie zu hart gearbeitet hat. Dann fallen ihm die beiden Punkte an ihrem Hals auf… In einer Nacht, in der Geister und Goblins gemeinsam feiern, muss Mallory den Vampir aufspüren, der seine Partnerin bedroht. Er befragt sowohl die Lebenden als auch die Toten, geht zum jährlichen Zombie-Ball, um mehr über Untote zu erfahren, und landet schließlich auf den Hügeln des Friedhofs, wo der Vampir tagsüber ruht. Mallory hat nur Zeit bis zum Morgengrauen, um seinen Jahrtausende alten Gegner zu stellen. Sonst ist seine geschätzte Partnerin für immer verloren …

Autor:
Der 1942 geborene Autor ist eigentlich eher im Genre Science Fiction beheimatet und schreibt schon seit den 60iger-Jahren. Er hat bereits über 50 Bücher und fast 200 Kurzgeschichten verfasst und seine Anthologie der Kirinyaga-Reihe ist eine der meistausgezeichneten Science-Fiction-Reihen. International kann man ihn zu den Urgesteinen der Science Fiction zählen und er wurde mehrfach für den Hugo-Award nominiert, den er sogar fünfmal gewonnen hat.


Meinung:
Der zweite Teil der Reihe um den Privatdetektiv Mallory startet relativ zeitnah nach dem ersten Teil, wenngleich man den ersten nicht unbedingt gelesen haben muss, um diesen Teil genießen zu können. Wer aber mehr Verständnis für die Figur Mallory und den Hintergrund einiger Charaktere erhalten will, sollte sich den ersten Roman „Jäger des Verlorenen Einhorns“ auf jeden Fall zu Gemüte führen.

Der Klappentext verrät eigentlich schon fast die gesamte Geschichte, doch eine großartige Story benötigt das Buch fast gar nicht. Wie schon im ersten Band der Reihe lebt der Roman größtenteils von den Figuren und der Darstellung der magischen Stadt, die parallel zu der in unserer Realität existiert. Die Handlung lässt sich in einem Satz als „Hetzjagd durch Manhattan auf einen transylvanischen Vampir“ beschreiben. Das stört beim Lesen nicht unbedingt, denn die Lebendigkeit der Charaktere, die kuriosen Herausforderungen für Mallory und interessanten Gegner lassen kaum Langeweile aufkommen.

Mallory stellt sich den Gefahren der untoten Gesellschaft mit gewohnt trockenem Humor, dem krallenbewehrten Katzenwesen Felina, dem talentlosen Autor Nathan und dem ängstlichen aber hilfsbereiten Vampir McGuire. Dabei spielt auch Mallorys Erzfeind der Grundy wieder eine einzigartige und tragende Rolle, auch wenn dem ruppigen Detektiv ein Gegner ganz anderer Motivation und Machart begegnet. Schnelle Dialoge und zahlreiche Szenenwechsel zu merkwürdigen Schauplätzen verleihen dem Roman eine ganz eigene Dynamik und lassen die Zeit beim Lesen wie im Flug vergehen. Dankenswerterweise verliert sich der Autor nicht in der aktuell vorherrschenden Vampir-Verherrlichung sondern zieht diese Andeutung charmant aber deutlich ins Lächerliche. Endlich ein Bösewicht, der einfach nur böse ist und nicht der missverstandene dunkle Vampirprinz ist.

Leider fehlt dem zweiten Teil der Reihe ein bisschen die Spannung, da schon sehr früh der eigentliche Drahtzieher bekannt ist und es sich eigentlich nur noch um das Verfolgen dessen Spur durch Manhattan dreht. Etwas mehr Heimlichkeit, vielleicht ein paar interessante Handlanger und überraschende Wendungen hätten dem Buch auf jeden Fall gut ge3tan.

Fazit:
Humor, einprägsame Charaktere und interessante Alternativwelt machen auch den zweiten Teil zu einem kurzweiligen Lesevergnügen. Das alternative Manhattan gewinnt mit all seinen schrulligen Personen und Schauplätzen in diesem Teil noch mehr Profil und bietet die ideale Kulisse für weitere Geschichten um den Detektiv Mallory. Mit etwas mehr Spannung wäre das Buch sogar fast so gut wie der erste Teil und so gibt es für den hoffentlich bald folgenden dritten Teil noch etwas Verbesserungspotenzial nach oben.

Letzte Änderung am Mittwoch, 15 August 2012 14:08

Schreibe einen Kommentar

RizVN Follow Us
Follow us on FacebookFollow us on TwitterFollow us on Youtube