Der Herr der Legionen (Vogt, Judith C.)

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Herr der legionen VogtBosparan , die strahlende hunderttürmige Stadt, das Zentrum des Reiches und gleichzeitig Moloch mit allen dazugehörigen Schattenseiten.
Drei Frauen, die versuchen, ihr Schicksal zu erfüllen.
Eine Geschichte, die über die Zukunft des bosparanischen Reiches entscheiden kann.
Der  Auftakt zum Zweiteiler  von Judith C. Vogt.

Klappe:
Im hunderttürmigen Bosparan kann ein steiler Aufstieg einen tiefen Fall bedeuten – ein Risiko, das die Patrizierin Sahina billigend in Kauf nimmt, um Ruhm und Ehre zu erringen. Auch das Sklavenmädchen Puella versucht die Karten im Spiel um die Macht neu zu mischen, doch ihr Leben liegt in der Hand eines skrupellosen Mannes und selbst der kleinste Fehltritt kann jederzeit ihr Ende bedeuten.
In der umkämpften Provinz Garetia steht die Legionärin Eiria fernab vom Glanz der Capitale auf verlorenem Posten und droht zwischen den Intrigen der Mächtigen aufgerieben zu werden. Während das Imperium im Niedergang begriffen ist, wird der Kampf der drei ungleichen Frauen um ihre Bestimmung über das Schicksal eines ganzen Volkes entscheiden.

Autorin:
Judith C. Vogt entdeckte schon in jungen Jahren ihr Talent für Fantasy- und Rollenspielgeschichten. Nach ihrer Ausbildung zu Buchhändlerin zog sie nach Aachen und veröffentlichte 2011 ihren ersten Roman „Im Schatten der Esse“, der 129. Band der DSA-Romanreihe. In dieser Reihe folgten „Herr der Legionen“, dessen Nachfolgeband „Herrin der Schwärme“ am 5.Mai erscheinen ist.  Darüber hinaus erschien im Ammianus Verlag am 12. März „Die Geister des Land I – Das Erwachen“. Für September ist das Erscheinen von „Die zerbrochene Puppe“ im Feder&Schwert Verlag geplant.  

Meinung:
„Herr der Legionen“ ist der erste Roman einer zweiteiligen Reihe rund um das Schicksal von drei Frauen im alten Bosparan.

Sahina von den Ventern ist eine Frau aus den höheren Adelskreisen im alten Bosparan. Ihr Leben besteht aus Festen, Feiern, das Kümmern um die Latifundien und dem Ehrgeiz, weiter aufzusteigen. Und natürlich dreht sich alles um die Intrigen in den Adelskreisen, die oft über Auf- und Abstieg entscheiden. Für ein persönliches Treffen mit dem Horas ist Sahina bereit alles zu opfern. Erst ein schlimmes Erwachen erinnert sie wieder an ihren ursprünglichen Lebensinhalt. Denn auch wenn sie nach außen die adlige Bosparanierin ist, gibt es noch ein Leben hinter dieser Fassade, das sie wieder in Ordnung bringen muss.

Puella ist Sklavin seit Geburt. Nach ihrer harten Kindheit und Jugend im Steinbruch hofft sie auf ein besseres Leben, als sie wegen ihrer magischen Begabung nach Bosparan verkauft wird. Doch schon bald wünscht sie sich aufs Land zurück. Denn der Magier, der sie gekauft hat, experimentiert mit den Sklaven, egal ob lebendig oder tot, um verbotenes Wissen wiederzuerlangen. Puella muss sich entscheiden, was sie bereit ist zu tun und vor allem, was sie bereit ist zu opfern, um diesem Alptraum zu entkommen.
Eiria ist seit sieben Jahren fern von Bosparan, um Ruhm und Ehre des Horas im Barbaricum zu verbreiten. Sie kämpft gegen Orks, Aufständische und alles, was in der Wildnis unterwegs ist. Denn sie ist Teil der Legio V Shinxiria, die ausgesandt wurde, um Gareth wieder in den Schoße Bosparans zurück zu holen. Oder um aus den Augen und aus dem Sinn der Bosparanier zu sein, die begonnen haben, sich von Shinxir zu distanzieren und lieber den neueren Göttern Kor und Rondra huldigen. Ihr Leben besteht aus Drill, Brutalität, Lagerverpflegung und Gewaltmärschen, kurz gesagt lebt sie das Soldatenleben einer Legion in der Fremde. Die Legion wünscht sich, wieder heimkehren zu können, denn der Sold wird nur noch selten gezahlt, der Ton wird rauer und der Unmut gegen den Legaten immer größer. Die Priesterin des Shinxir Clodicea Crabroda ist die Hornissenkönigin, die ihre Hornissen befehligt, und das Wohl des Schwarms über das Wohl einzelner stellt. Und schon bald ist Eiria mitten in den Intrigen, die die Legion zu spalten oder zu stärken drohen. Die Frage ist nur, ob sie als einfache Soldatin diesen Stich in das Hornissennest unbeschadet überstehen kann.

Als ich mit dem Buch begann, war ich erst etwas kritisch eingestellt. Bereits im Vorwort schreibt die Autorin, dass sie sich von der Serie „Rom“ beeinflusst wurde. Und tatsächlich hatte ich zu Beginn das Gefühl, ich erlebe eine kleinere Wiederholung der Ereignisse aus „Rom“, eben nur auf DSA und Bosparan zugeschnitten. Denn in beiden gibt es verschiedene Episoden rund um die Hauptrollen, die aus der Adligen, Sahina bzw. Atia, dem Soldaten, Eiria bzw. Pullo und der Sklavin, Puella bzw. Irene,  bestehen. Doch nach etwa 50 Seiten beginnen die kleineren und größeren Ereignisse, die diesen Roman dann doch von der Serie abheben und ihn auch gleichzeitig zu einem sehr guten Vertreter der DSA-Roman-Reihe macht. Je weiter ich kam, umso weniger konnte ich aufhören, ohne noch das nächste, übernächste und noch ein Kapitel gelesen zu haben, da die Spannung immer vorhanden war, ohne künstlich erzeugt zu sein. Das Ende kommt sehr abrupt und lässt einen enttäuscht zurück. Und zwar enttäuscht, weil es die letze Seite war, und der Nachfolger noch nicht auf dem Nachttisch liegt.
Sprachlich ist der Roman sehr bildhaft und bis ins Detail ausgearbeitet. Während man zu Beginn noch über die vielen lateinischen Begriffe stolpert, hat man sich schon sehr bald daran gewöhnt und sieht sie als ganz passend zum sehr schön beschriebenen Bosparan und Barbaricum.

Die Charaktere sind auffallend detailliert und vor allem zur DSA-Welt passend dargestellt. Jeder hat seine kleinen und großen Schwächen und Stärken und seine Geheimnisse. Es sind nicht die üblichen „Super-dafür-furchtbar-dumm-Kämpfer“ oder „Schwacher-Stubenhocker-dafür-super-astraler-Magier“, sondern menschlichere Varianten, die gerade für einen Roman sehr geeignet sind.

Fazit:2
Nach anfänglicher Gewöhnungsphase hat mich das Buch sehr gefesselt. Im Gedächtnis bleibende Charaktere, eine sehr schön ausgestaltete und bildhafte Darstellung der Welt und eine spannende Geschichte, die so abrupt endet, dass man Band 2 fast nicht erwarten kann. Das einzige, was ich mich immer noch frage ist, warum der Titel „Herr der Legionen“ ist. Aber das ist ja auch nur nebensächlich.

Weitere Informationen

  • Autor: Alpers, Hans-Joachim
Letzte Änderung am Mittwoch, 08 August 2012 15:11
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