Wen die Götter lieben (Waters, Paul)

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Wen die goetter lieben watersKampf um Rom. Verschworene Freunde im Widerstand gegen die Tyrannei.
Das Römische Reich ist im Niedergang. Außerhalb der Grenzen warten Jahrhunderte alte Feinde, die endlich ihre Möglichkeit sehen, sich von Rom zu befreien. Innerhalb der Grenzen droht das Reich in einem Sumpf aus Dekadenz, Intrigen, Lügen und Schmeicheleien zu versinken. Einziger Lichtblick scheint Julian zu sein, der zusammen mit seinen Freunden Drusus und Marcellus das Reich retten will.

Klappe:
Kampf um Rom. Verschworene Freunde im Widerstand gegen die Tyrannei.
Wir schreiben das Jahr 355 nach Christus. Das römische Reich hat längst den Höhepunkt seiner Macht überschritten. In einer Welt ehrgeiziger Beamter und machthungriger Priester ist Drusus, der immer noch an die alten Götter glaubt, in Ungnade gefallen. Gemeinsam mit seinem Freund Marcellus nimmt er den Kampf gegen den korrupten Staat auf. Ihr einziger Verbündeter ist Julian – Philosoph, Statthalter in Germanien und Neffe des blutrünstigen Kaisers Constantius. Mit einem Heer treuer Verbündeter plant er die Rebellion.

Autor:
Paul Waters entdeckte seine Faszination für die Antike, als er als Matrose im Indischen Ozean Herodots Historien las. Nach seiner Zeit auf See begann er ein Latein und Griechisch Studium in London. Später reiste er durch Europa, Amerika und das südliche Afrika und kehrte schließlich nach Cambridge zurück, wo er auch heute noch lebt. „Wenn die Götter lieben“ ist sein dritter Roman nach dem Vorgänger „Wer trauert um Apoll“ (2011) und „Alles geben die Götter“ (2010).

Meinung:
„Wen die Götter lieben“ ist der Nachfolger von „Wer trauert um Apoll“. Hauptfigur ist wiederum Drusus und sein Freund Marcellus.


Nachdem die beiden die Machenschaften des Notar Paulus aufgedeckt und ihn aus Britannien vertrieben haben, könnten sie eigentlich ein ruhiges Leben zusammen auf dem Gut von Marcellus führen. Aber das Glück ist nur von kurzer Dauer. Paulus ist aufs Festland und zurück zu Constantius geflohen und lässt die beiden in Britannien verhaften und nach Gallien bringen. Nur ein glücklicher Umstand verhindert ihren grausamen Tod durch Folter. Sie treffen Julian, Neffe und Cäsar Constantius, der in Gallien die alte Macht Roms wieder herstellen sollte. Gemeinsame Ziele und Zukunftsträume verbinden die jungen Männer, so dass sie sich schnell  anfreunden.  Schon bald gehören sie zum engsten Beraterkreis und erleben die Erfolge Julians mit. Aber Constantius hat nicht gerne erfolgreiche Konkurrenz, noch weniger sein Oberkämmerer oder seine Notare, zu denen auch Paulus gehört. Und so müssen sich die jungen Männer in einer turbulenten Zeit des Umbruchs von alter Religion und Christentum gegen Intrigen behaupten.


Die Handlung des Buches umfasst die Jahre 355 bis 361 n. Chr. Das Alte Rom ist im Niedergang, an den Grenzen plündern die Barbaren und Constantin der Große hat das Christentum zur neuen Staatsreligion erklärt, und gleichzeitig die alten Götter verboten.  An allen Ecken des Imperiums brodelt es, der kaiserliche Staat ist ein einziges Nest an Dekadenz, Intrigen, Lügen und Schmeicheleien. Nur gut 100 Jahre später wird das Reich sich spalten und damit das Ende des Römischen Imperiums einleiten.


Die historischen Hintergründe eignen sich natürlich bestens für einen spannenden Roman über Macht, Herrschaft und Intrigen gespickt mit historischen Fakten. Die Geschichte Julians, der durch seinen Abfall vom christlichen Glauben von der Kirche als „Julian Apostata“ bezeichnet wurde und unter diesem Namen in die Geschichtsbücher einging, ist sehr interessant. Dass trotz seines Widerstands gegen die neue Macht der christlichen Kirche, so viel von seinem Leben übermittelt wurde, ist überraschend, da die Kirche durch Zensur und Verbrennen viele Werke und Zeitzeugnisse vernichtet hat. Leider wird in diesem Buch die Geschichte sehr schnell und zum Teil sehr oberflächlich abgehandelt. An manchen Stellen wünscht man sich etwas mehr Detail und Tiefgang. Gerade die Passagen, die eine längere Zeitspanne auf wenigen Seiten zusammenfassen, ähneln mehr Auszügen aus Geschichtsbüchern, die mit der Geschichte von Drusus und Marcellus durchsetzt wurden. Sobald aber eine Szene länger ausgearbeitet ist, fesselt sie mit vielen Details und packenden Szenen.  Diese Abschnitte machen das Buch sehr lesenswert, da sie historische Fakten zum einen spannend und zum anderen auch historisch korrekt ausführen. Hier merkt man das große Wissen, das sich der Autor durch sein Studium erarbeitet hat.


Die Charaktere sind ebenfalls sehr detailreich ausgestaltet, allerdings jeweils nur in eine Richtung, das heißt es gibt die klassischen „Guten“, die keine Fehler haben und dem antiken Ideal des rechtschaffenden Mannes entsprechen, und die klassischen „Bösen“, die alles Verdorbene in sich vereinen. Zwischenstufen gibt es keine. Genauso spielen Frauen so gut wie keine Rolle in dem Buch, außer als Mutter, die erst nach langer Zeit das Verhältnis zwischen den beiden Männern anerkennt und eine junge Frau, die sich durch eine Ehe mit Marcellus Vorteile erhofft.

Fazit:3
Ein lesenswertes Buch, das den Vorgänger gut weiterführt. Schwächen sind sowohl die sehr stereotype Charakterentwicklung, als auch die zum Teil sehr schulbuchhafte Beschreibung der Ereignisse. Zu den Stärken gehören die schöne Darstellung der Antike und die zum Teil spannende Aufarbeitung des Lebens Julians.

Weitere Informationen

  • Autor: Alpers, Hans-Joachim

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