Straßenlegenden

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Shadowrun StrassenlegendenLicht aus – Spot an! Präsentiert werden 35 Legenden und Runner aus der Sechsten Welt, in aller Ausführlichkeit.

Klappe:
Am Ende eines Runs sind Runner entweder tot – oder haben Geschichte geschrieben. Einige besondere Personen draußen in den Schatten und Lichtern der Gesellschaft sind immer wieder Teil solcher Geschichten. Personen, von denen man sich hinter vorgehaltener Hand erzählt. Einiges von ihnen sind Profis, andere hatten einfach Glück, und ein paar gehören zu den mächtigsten Wesen der Sechsten Welt. Alle aber haben eines gemeinsam: Sie sind Legenden.

Straßenlegenden stellt über 30 bekannte Personen aus dem Shadworun-Universum vor: darunter Shadowtalker wie Haze, Rigger X und Puck, Runner wie Serrin Shamander oder Tommy Talon, mächtige Größen wie Lugh Surehand, Nadja Daviar oder der Großdrache Lofwyr. In dieser deutschen Version des Buches sind zudem die Drachen Nebelherr und Kaltenstein, die Vorsitzende des Frankfurter Bankenvereins Stüler-Waffenschmidt und das Kommando Konwacht beschreiben. Kurzgeschichten, Hintergründe, Agenden: Mit diesen Informationen werden die Größen der Shadworun-Welt von fernen Sternen zu echten Akteuren am Spieltisch.

Redaktion:
Mit Jason M. Hardy hat man für den Band einen gestandenen amerikanischen Romanautor mit einer gewissen Erfahrung im Bereich der Shadowrun Romane gewinnen können, der mit Kristin Pomykala zusammen die Redaktion des Bandes bildet.

Meinung:
Der erste Eindruck weiß zu gefallen – edles Hardcover mit Vollfarbdruck und eine einheitliche Struktur. Schon in der kurzen Einleitung von Fastjack wird klar, dass in diesem Buch nicht nur mächtige oder gefährliche Personen, sondern auch einige interessante bzw. außergewöhnliche Persönlichkeiten aufgeführt sein sollen. Leider muss man sich irgendwie zusammen reimen, nach welchem Schema die vorgestellten Personen eingeteilt wurden, denn mit den im Inhaltsverzeichnis aufgeführten  Begriffen wie „Sekundärziel, Sechsmal starb ich, Ich bin Legion“ kann man nicht sonderlich viel anfangen. Ein wenig mehr Einleitung und erklärende Worte, kann man durchaus erwarten. Gerade etwas näher darauf einzugehen, welche der Persönlichkeiten nach welchem Kriterium zur Darstellung ausgewählt wurde, dazu aber dazu später mehr.

Generell werden alle Personen mit einem kleinen Infokasten „Persönliche Daten“ mit Anmerkungen zum Alter, Aussehen, Geschlecht und Metatyp. Auf zwei bis drei Seiten wird zuerst mit einem großen Bild und Texten die Persönlichkeit beleuchtet, was teilweise mit weiteren passenden Bildern aufgelockert wird und am Ende durch einen Wertekasten vervollständigt wird. Aufgeführt werden hier Attribute, Zustandsmonitor, Handicaps, Metamagie, Schutzpatrone, Initiatengrad, Panzerung, Bodytech, Fertigkeiten, Wissensfertigkeiten, Gaben, Zauber, Adeptenkräfte, Ausrüstung, Drohnen und Fahrzeuge, Programme und Waffen. Also alles Werte, die im Spiel sinnvoll und schnell vom Spielleiter genutzt und nachgeschlagen werden können. Die einzelnen Kapitel sind durch acht Kurzgeschichten stimmungsvoll aufgelockert, bieten aber  nicht wirklich eine „Einleitung“ zu den im Kapitel vorgestellten Personen. In den Beschreibungen finden sich im gewohnten Stil der Shadowrun-Bände viele Kommentare von Runnern wieder, was zwar Atmosphäre schafft, dem Band dieses Mal aber eine gewisse gefühlte Unübersichtlichkeit verleiht.

Bei der Darstellung wird immer versucht, auch Persönlichkeiten aus alten Shadowrun Versionen eine aktuelle Agenda und Werte bzw. einen angepassten „Lebenslauf“ zu verpassen. Doch hier spürt man manches Mal deutlich die gezwungene Aktualisierung, die sich nicht immer harmonisch in die Beschreibung und den Gesamteindruck einfügt. Allgemein fehlen auch ein bisschen die Informationen, wie bekannt die Person ist, über welche Verbindungen sie verfügt, handfeste Details für den Einsatz am Spieltisch und Quellenangaben (Romane, Abenteuer, Quellenbände etc.). Somit ist der Band zwar eine wunderbare Abendlektüre, ist für den Spieltisch aber nur bedingt einsatztauglich. Positiv anmerken muss man auch noch, dass aus den unzähligen Romanen immer wieder bekannte Namen auftauchen und diese nun auch mehr Hintergrund und Struktur bekommen.

Generell stellt dieser Band keine Anschaffung für Schadowrun Neulinge oder sporadische Spieler dar, da er doch viel vom Erleben der vielen Fluffbeschreibungen der Persönlichkeiten lebt, die aber eher selten am Spieltisch auftauchen werden. Dadurch das der Speilleiter über einige Hintergründe der Fuguren im Unklaren gelassen wird bzw. detaillierte Quellenangaben vollkommen fehlen, stellt das Buch eher ein ergänzendes Nachschlagwerk als ein vollständiges Quellenbuch dar.

Fazit:3
Eine gute Grund-Idee, die durch ein engagiertes Team mit einigen kleinen Abzügen in der B-Note umgesetzt wurde. Vor allem viele fehlende Hintergrundinformationen und Quellenverweise sowie  mehr Details für den Einsatz am Spieltisch führen zu einem faden Beigeschmack des ansonsten wirklich wunderbaren Bandes. Besonders die farbigen Bilder in einem angenehm gleichmäßigen Stil und sehr guter Qualität sind ein riesiges Plus. Einige interessante Stunden zum Schmökern sind gewiss und die eine oder andere vorgestellte Persönlichkeit wird sicher den Weg zum Spieltisch finden - sei es als Antagonist oder hilfreicher Kontakt.

Weitere Informationen

  • Autor: Alpers, Hans-Joachim
Letzte Änderung am Sonntag, 29 Juli 2012 18:05

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