Das Buch von Ascalon (Peinkofer, Michael)

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buch von ascalon peinkofer1099. Das Heer der Kreuzfahrer steht vor Jerusalem. Dumpf hallen die Einschläge der Katapulte in den Gassen der Stadt. Niemand ist mehr sicher. Auch die vier Menschen nicht, die hier nach dem größten Geheimnis der Christenheit suchen...

Autor:
Michael Peinkofer, Jahrgang 1969, studierte in München Germanistik, Geschichte und Kommunikationswissenschaft. Seit 1995 arbeitet er als freier Autor, Filmjournalist und Übersetzer. Unter diversen Pseudonymen hat er bereits zahlreiche Romane verschiedener Genres verfasst. Bekannt wurde er durch den Bestseller „Die Bruderschaft der Runen“ und die historische Abenteurreihe um Sarah Kincaid. Michael Peinkofer lebt mit seiner Familie im Allgäu.

Inhalt:
1096: Die Welt des jungen Diebes Conn gerät aus den Fugen, als seine Geliebte Nia brutal ermordet wird. Kaum begibt er sich auf die Spur des Mörders, wird er zum Mitwisser einer tödlichen Verschwörung gegen den englischen Thron – und damit selbst zum Gejagten. Auf der Flucht schließt Conn sich dem Kreuzfahrerheer an, das gen Jerusalem zieht. Zur gleichen Zeit begeben sich auch der jüdische Kaufmann Isaac und seine Tochter Chaya auf den Weg ins heilige Land. Sie hüten eine alte Schrift von unermesslichem Wert, die den Weg zum größten Geheimnis der Christenheit weist: Das Buch von Ascalon. Noch ahnen sie nicht, dass ihrer aller Schicksale miteinander verbunden sind, denn auf das Buch hat es auch Guillaume des Rein abgesehen, Nias Mörder.

Meinung:
Entgegen den Hauptpersonen kann der Leser bereits frühzeitig erahnen, dass diese enger mit einander verbunden sind, was durch den etwas konstruiert klingenden Anfang der Geschichte schnell deutlich gemacht wird. Auch ist bald klar, was zwischen Conn und Chaya passieren wird und wie die Rollen der sonstigen Hauptpersonen –gut oder böse- verteilt sind. Dann steigert sich das Buch aber und nimmt den Leser auf eine knapp 850 Seiten umfassende Reise von London nach Jerusalem mit. Über fast 3 Jahre werden Conn und Chaya begleitet, ihre Schicksale stehen im Mittelpunkt und sind doch mit der Weltpolitik, den Kreuzzügen, verbunden. Durch die Erzähkunst des Autors lässt sich der Geschichte so leicht und flüssig folgen, dass man die stellenweise eindimensional geratenen Nebendarsteller wie Renald de Rein gar nicht mehr als solche wahrnimmt. Ganz im Gegenteil, der Lesefluss lässt sich konstant und auf hoher Schlagzahl beibehalten, es wird einfach nicht langweilig.


Auch wenn, und das ist auch der einzige Kritikpunkt, die Geschichte als solche keine echten Übarrraschungen aufweist. Es gibt Helden, Bösewichter, Intrigen, Geheimgesellschaften, Verräter, Überläufer, Liebe (entflammte und unerwiederte) und eigentlich alles, was einen bunten Historienroman vor dramatischer Kulisse auszeichnet. Auch das Mysterium, das große Geheimnis, es wird entdeckt und gerät doch wieder in Vergessenheit. Bei allen zu erwartenden Wendungen der Geschichte und bei dem für dieses Genre typischen Verlauf mit den üblichen 2 Höhepunkten am Ende (einer, an dem die Geschichte eigentlich zu Ende ist und der Zweite, an dem alles noch einmal eine dramatische Wendung nimmt) ist das Buch dennoch jederzeit spannend. Das ist es, was einen guten Autor auszeichnet: das Rad wurde zwar nicht neu erfunden, aber es kommt in einer Verpackung daher, die mitreißend ist und Lust macht, die Rundungen neu zu entdecken.

Fazit: 2
Farbenprächtiger Historienroman, der Hass und Liebe, Religion und Krieg, Weltpolitik und Einzelschicksale wunderbar miteinander verwebt.

Weitere Informationen

  • Autor: Alpers, Hans-Joachim

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