Pictomania

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PictomaniaPictomania ist Montagsmaler für alle und gleichzeitig. 3 – 6 Spieler ab 9 Jahren dürfen hier nicht nur zeigen, wie kreativ sie Begriffe von Zahnbürste bis Stammtischparole zeichnerisch umsetzen können, sondern auch, wie gut sie darin sind, die Kreativität anderer zu entschlüsseln. Wer beide Fähigkeiten gut miteinander verbindet, wird (wahrscheinlich) gewinnen. Spaß haben werden in den anberaumten 25 bis 45 Minuten jedoch alle!

Klappe:
Ihr wisst, wie ein Zebra aussieht? Könnt ihr es auch zeichnen? Nein? Dann ist dieses Spiel genau das Richtige für Euch. Es genügt nämlich, dass die anderen Mitspieler das Zebra von einem Auto unterscheiden können. Pictomania ist das neue Zeichenspiel von Vlaada Chvátil, in dem es nicht darauf ankommt, ob ihr zeichnen könnt.

In Pictomania zeichnet ihr jeder euren eigenen Begriff. Außerdem ratet ihr, welche Begriffe die anderen Spieler zeichnen. Und das alles gleichzeitig! Ihr bekommt nicht genug Zeit für ein Kunstwerk – wer seinen Begriff mit ein paar Kritzeleien darstellen kann, hat mehr Zeit fürs Raten. Eine einfache, aber clevere Wertung belohnt gute Tipps und auch erkennbare Zeichnungen. Egal ob ihr mehr oder weniger Punkte erhaltet: Ihr werdet bestimmt viel Spaß mit euren Zeichenversuchen haben!

Autor:
Vladimír „Vlaada“ Chvátil ist ein tschechischer Spieleautor. Er wurde 1971 in der ältesten Bergstadt der böhmischen Länder Jihlava (deutsch Iglau) geboren. Herr Chvátil lebt seit seiner Jugend in Brünn, wo er auch Informatik studierte. Sein Studium schloss er mit einer Arbeit über „Taktische und strategische Computerspiele“ ab. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass er zunächst als Entwickler und Projektmanager von Computerspielen arbeitete.
Später wechselte er in den Brettspielebereich und gründete zusammen mit drei Freunden einen eigenen Spieleverlag. Das selbsternannte Ziel der CGE (Czech Games Editon) ist es, die besten Spiele tschechischer Spieleentwickler zu wählen und sie auf den internationalen Markt zu bringen. Die CGE hat sich in Essen auf der Spiel 07 mit zwei eigenen Titeln vorgestellt; darunter Galaxy Trucker von Vlaada Chvátil, mit dem er es auf die Empfehlungsliste für das Spiel des Jahres 2008 schaffte.

Vladimír Chvátil ist berühmt und berüchtigt für seine ihm eigene Art, Spielregeln zu schreiben. Hierbei nutzt er das Thema des Spieles, um in kleinen, aufeinander aufbauenden Szenarios den Spielern die Regeln nach und nach beizubringen.

Andere Spiele von ihm sind „Through the Ages: A Story of Civilization“, “Space Alert”, “Dungeon Lords” und das 2011 erschienene “Mage Knight: Board Game”.

Meinung:
Im Vorfeld zur Rezension und dem ersten Spieletest wurde mir seitens unserer Redaktion ein Artikel zugeschickt, der über die Nominierung von Pictomania für den Deutschen Lernspielkreis informiert. Dieser Preis wird von der Familienzeitschrift „spielen und lernen“ und der Nachhilfeschule Studienkreis auf der Süddeutschen Spielemesse 2012 verliehen. Somit waren meine Erwartungen hoch. Und ich muss sagen, ich wurde NICHT enttäuscht!

Bereits beim Auspacken und Vorbereiten der Spielmaterialien war ich begeistert. Endlich mal ein komplett durchdachtes Lagerungskonzept. Jede Karte und jedes Plättchen hat seinen Platz und nichts fliegt in großen Sammelfächern herum und muss vor jedem Spiel erst mühsam sortiert werden. Das Auspacken und Einsortieren hat mir fast schon mehr Freude gemacht, als so manch anderes Spiel für sich.

Die Aufmachung der Spielregeln ist ein Markenzeichen des Autors. In diesem Falle führt der kleine Drache Picto durch die Regeln. Er ermöglicht sogar einen Schnelleinstieg, der das komplette Lesen der Regeln zumindest für die erste Runde unnötig macht. Aber auch so sind es nur vier große Seiten mit vielen Bildern, die man sich zu Gemüte ziehen muss.
Wie bereits erwähnt, verbindet Pictomania Zeichnen und Raten. Im Gegensatz zu den althergebrachten Konzepten gibt es jedoch nicht nur einen Zeichner, dem ein Begriff zum Zeichnen vorgegeben wird, dessen Thema unbekannt ist und von anderen Spielern erraten werden muss. Stattdessen zeichnen und raten alle Spieler gleichzeitig und der jeweilige, zufällig bestimmte Begriff entstammt einem von sechs Themenbereichen aus vier verschiedenen Schwierigkeitsstufen, die allen Spielern bekannt sind. Somit wurde mein unförmig gezeichneter Hund wirklich als Promenadenmischung erkannt, obwohl er in jedem anderen Spiel auch als Pferd, Katze oder Staubsauger tituliert worden wäre. Dort hätte er allerdings keine Punkte gebracht; weder für den Rater noch für mich.

Sehr schön ist es auch, einfach gar nichts zu zeichnen und sich alleine aufs Raten zu verlegen. Vielleicht nicht wirklich kreativ, aber versucht ihr einmal „Darlehen“ oder „Umstandswort“ zu zeichnen! Wobei ich gestehen muss, dass Krusis Interpretationen von „Druck“ und „Vorahnung“ sehr genial waren – selbst wenn wir sie nicht ohne Erklärung erraten haben.

Fazit: 2
Ich habe lange gesucht, aber nichts wirklich Negatives an Pictomania gefunden. Die Kartenständer sind aus Plastik, aber Holz wäre zu klobig und Pappe auf die Dauer zu instabil gewesen. Die Kartenanzahl der jeweiligen Schwierigkeitsstufe ist nicht durch sechs teilbar und somit gehen die Haufen nicht auf, aber das stört wohl nur einen Geek wie mich.
Das Spielprinzip ist nach anfänglicher Verwirrung (Ach Mist, schon wieder keine Punkte, weil ich das Raten vergessen habe.) schnell durchschaut und das nachträgliche Erörtern der einzelnen Meisterwerke macht einfach nur saumäßigen Spaß.

Ohne ein tieferes Urteil über die anderen nominierten Spiele abgeben zu wollen: Meine Stimme für den Deutschen Lernspielkreis wird Pictomania bekommen.

Ainadan Merrick
CCC VFC ND

Letzte Änderung am Samstag, 21 Juli 2012 09:20

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