Gefangen in Harmony (Greatshell, Walter)

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Gefangen in harmony GreatshellEine Jugendliche wird zu der perfekten Waffe umgeformt und versucht ihren Erschaffern zu entfliehen, doch ist sie wirklich ein Opfer oder kann sie sich selbst nicht mehr trauen?

Klappe:
Maddy Grant ist aufgewacht. Nach einem schrecklichen Unfall hat sie über ein Jahr im Koma gelegen. Nun haben Wissenschaftler einen Teil ihres Gehirns durch Elektronik ersetzt. Maddy kann wieder klar denken. Sie ist wieder sie selbst.

In dem kleinen Ort Harmony soll Maddy lernen, wieder ein normales Leben zu führen. Doch Harmony ist kein normales Dorf. Es steht auf keiner Landkarte. Und es gibt da noch andere Details, die nicht ins Bild passen.

Denn Maddy ist mehr als nur geheilt. Sie verarbeitet Informationen wie ein Computer, und sie kann aus einfachsten Dingen tödliche Waffen bauen – in Höchstgeschwindigkeit.

Autor:
Der kalifornische Autor ist neben seinen vielen Interessen und Begabungen auch freiberuflicher Illustrator, Humorist und Schauspieler. Neben mehreren englischsprachigen Romanen über Cyborgs und Zombies erscheint nun sein erster Roman in deutscher Sprache.

Meinung:
Eine rasante Verfolgungsjagd auf die Teenagerin Maddy Grant wirft gleich zu Beginn eine Menge Fragen für den Leser auf. Seltsame Männer rücken der jungen Frau zu Leibe und nur durch ihren messerscharfen Verstand und ihre Begabung für Basteleien gelingt es ihr den Häschern zu entkommen. Kurz danach folgt ein Zeitsprung zwei Jahre in die Vergangenheit und dem Leser wird ein Einblick in die damals noch kindliche und etwas schüchterne Maddy gewährt. Der Besuch eines Jahrmarkts mit ihrem Stiefbruder endet nach einer Verfolgung des Starlets Marina Sweet mit einem tödlichen Unfall in der Geisterbahn. Während ihr Stiefbruder verstarb, konnten brillante Chirurgen Maddy retten, wenngleich sie über ein Jahr lang auf dem geistigen Niveau einer Vierjährigen dahin vegetierte. Durch die experimentelle Forschungen des Braintree-Institutes wird Maddys Gehirn durch die sogenannte „Deep-Brain-Stimulation“ nicht nur wieder hergestellt, sondern auch ihr IQ hat sich enorm erhöht und ihr steht intuitiv Wissen zur Verfügung, von dem sie zuvor nicht einmal etwas erahnte.

Doch ihr Verstand vermag kaum mit dem neuen Wissen umzugehen und seltsame Erinnerungen und Ahnungen lassen sie ihre Umgebung mit wachsender Paranoia und Angst betrachten. Während sie noch in dem Dorf Harmony rehabilitiert wird, versucht sie dem Institut zu entkommen und trifft auf seltsame Verbündete und alte Freunde.

Der Roman macht in seinen „nur“ 366 Seiten einen kompletten Rundumschlag über viele Missstände der amerikanischen Gesellschaft und prangert die Oberflächlichkeit und Desensibilisierung der Menschheit an. Diese Verteufelungen und Überlegungen der „neu“ geborenen Maddy sind vielleicht nachvollziehbar, wirken aber an vielen Stellen künstlich und tragen wenig zur Handlung bei. Leider versucht der Autor über das ganze Buch hinweg zu viel Inhalt in dem kurzen Roman unter zu bringen, was dem Detailreichtum der eigentlichen Handlung und damit der Geschichte an vielen Stellen schadet. Im Roman vermischt sich immer wieder eine Agentengeschichte mit romantischer Teenagerschwärmerei hin zu einem paranoiden Verschwörungsszenario. Und auch wenn man bald das Ende der Handlung erahnen mag, lässt man sich doch gerne vom Autor durch die verworrene und actiongeladene Geschichte leiten die von einem überraschend unspektakulären Ende gekrönt wird. Doch einige lose Enden deuten auf eine mögliche Fortsetzung des Romans hin, wozu sich der Autor jedoch noch nicht äußern will.

Fazit:3
Der Roman bietet viele gute Ideen mit einigem Potenzial, versucht aber zu viel unterzubringen und verstrickt sich dadurch in zu viel oberflächlichen Abhandlungen. Die Hauptperson bleibt irgendwie farblos, doch passt das durchaus in die Grundidee der Handlung und stört beim Lesefluss nicht sonderlich. Wer ein schnelles Lesevergnügen sucht und interessante Ideen konsumieren möchte, der ist mit diesem Buch gut beraten.

Weitere Informationen

  • Autor: Alpers, Hans-Joachim

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