Amizaras Chronik - Aschamdon (Caithoque, Valerian)

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Valerian-Caithoque-aschamdonDie packende und geheimnisvolle Story von Valerian Çaithoque bot die Gelegenheit, ein außergewöhnliches Buchprojekt zu starten: Illustrationen und Text verbinden sich zu einem fantastischen Leseerlebnis. Die über 200 Abbildungen liefern dem Leser eine Fülle an Hinweisen, Rätseln und faszinierenden historischen Bezügen zur Handlung. Die Arbeiten von zeitgenössischen Top-Künstlern wie Florian Stitz und Felix Mertikat stehen dabei neben jahrhundertealten Zeichnungen großer Meister und Mystiker.

Inhalt:
„Aschamdon“ ist der Auftakt der Amizaras-Chronik. Ein Lesevergnügen für Freunde finsterer Geheimnisse, dunkler Mächte und gefährlicher Auseinandersetzungen mit übermenschlichen Wesen.

Die Amizaras-Chronik stellt neben der Beschreibung einer abenteuerlichen Suche, eine Reise durch die geheimnisvollsten Winkel der menschlichen Geschichte dar. Die großen Mysterien unserer Existenz werden dabei ebenso enthüllt, wie der Ursprung alter Legenden über machtvolle Wesen, die unsere Geschicke lenken.

Rafaela ist wegen eines grausamen Verbrechens in eine psychiatrische Anstalt eingeliefert worden. Als sich ihr die Chance auf ein neues Leben in Freiheit bietet, greift sie zu, ohne sich viele Gedanken über den Preis dafür zu machen. Verführt durch große Versprechungen und gebunden an einen Pakt, lässt sie sich darauf ein, einen besonderen Auftrag für ein übermenschliches Wesen auszuführen, dass sich Aschamdon nennt. Dazu lässt sie sich von einem Orden anwerben, der in einer unterirdischen Burg ein altes Geheimnis bewahrt. Rafaela soll es stehlen.

Atila versucht seit Jahren vergeblich als Antiquitätenhändler ein großes Geschäft an Land zu ziehen. Seinen verschwenderischen Lebensstil kann er nur noch mit Mühe finanzieren und ein skrupelloser Geldeintreiber sitzt ihm bereits im Nacken. Endlich steht er vor dem Abschluss eines millionenschweren Deals. Aber die Lösung seiner Probleme erweist sich schnell als grauenhafter Alptraum. Unsterbliche Wesen mit übernatürlichen Kräften bedrohen ihn und bald kämpft er nur noch um sein blankes Überleben.

Diese beiden Ereignisse liegen fast 50 Jahre auseinander und dennoch sind sie untrennbar miteinander verwoben. Rafaela und Atila folgen ihren Sehnsüchten und Träumen, doch schon bald müssen sie erkennen, dass in Wahrheit andere Mächte ihr Schicksal lenken. Ihre Reise führt sie in Weltstädte wie Wien, Prag, Rom und New York. Aber sie finden sich auch in versteckten Tempeln und geheimen Bibliotheken wieder, die seit Jahrzehnten kein Mensch mehr betreten hat. Sie erforschen tiefste Abgründe, folgen verworrenen Hinweisen und nur langsam beginnen sie zu begreifen, dass sie in eine Auseinandersetzung verwickelt wurden, deren Ausmaße ihnen fast den Verstand raubt.

Rafaela und Atila treffen auf außergewöhnliche Menschen, von denen wir alle dachten, dass sie längst tot wären. Und sie begegnen Kreaturen, von denen wir insgeheim immer wussten, dass sie mitten unter uns leben.

Autor:
„Valerian Çaithoque legt größten Wert auf seine Privatsphäre.“ So heißt es an anderer Stelle. Gut, dann gibt’s auch keine Infos zum Autor.

Meinung:
Was bei Aschamdon zunächst auffällt, ist der Umfang des Buchs. 720 Seiten, die als Hardcover satte 1,5 kg auf die Waage bringen. Es handelt sich also weder um leichte Reiselektüre, noch um ein Buch, das man abends im Bett lesen sollte, wenn man nicht erschlagen werden möchte. Die Seiten sind allesamt hochwertig gestaltet, um den Text arrangieren sich rund 200 Skizzen, Anmerkungen, Zeichnungen, die das geschriebene Wort unterstützen und Gegenstände, Räume oder Personen zeigen sowie einfach nur die Atmosphäre beim Lesen äußerst positiv unterstützen. Neben dem aufwändig gestalteten Cover bietet das Buch auch ein Leseband, was den hochwertigen Eindruck nochmals unterstreicht. Nur - eine etwas weniger penetrant riechende Druckfarbe wäre schön gewesen, denn das Buch riecht doch etwas unangenehm.

So, das war die Hardware, kommen wir nun zu dem, was ein Buch auszeichnen sollte, zumal es sich hierbei um eine mehrteilige Serie handelt, deren Auftakt wir hier erleben dürfen. Der oben aufgeführten Inhaltsangabe ist nicht viel hinzuzufügen, jetzt geht es an die Umsetzung. Nuuun... wie man bereits erahnen kann, geht es um Geheimgesellschaften, übernatürliche Wesen, Verschwörungen, Magie, undurchsichtige Personen und so weiter. Leider ist herzlich wenig von dem, was im Buch dargestellt wird, neu oder mit sonderlicher Kreativität neu erfunden worden. Man hat fast alles schon einmal gelesen, man kennt die Charaktere. Es gibt die „normale Zivilbevölkerung“; die entweder als Kollateralschaden endet oder ahnungslose Hauptperson wird, man kennt einflussreiche Mitglieder von uralten Geheimgesellschaften und man kennt mehr oder gewissenlose „Höhere Wesen“ in verschiedenen Ausprägungen, für die die Menschen mal Marionetten und mal Verbrauchsmaterial sind. Nicht einmal die Erzählweise, bei der zwei Geschichten im Abstand von 50 Jahren parallel erzählt werden, ist wirklich neu, zumal mir für diese Art der Erzählung die Schnittstellen zwischen den Geschichten fehlen, weswegen erst am Ende ein Anknüpfungspunkt klar wird, der aber nicht dieser Form der Erzählung bedurft hätte. Hinzu kommt noch der für derartige Szenarien typische, gegen Ende zunehmend verworrenere Plot, der zu gerne vermeidet klar darzustellen, wer nun der „Böse“ und wer der „Gute“ Unsterbliche ist. Ab und zu gibt es auch kleine Sprünge in der Erzählung, was den Lesefluss hemmt und im Widerspruch zur ansonsten flüssigen Erzählweise steht. Bevorzugt tritt dies bei erotischen Szenen auf, die zwar eingeleitet, aber dann erzähltechnisch so abrupt abgestoppt werden, als wäre Valerian Çaithoque überrascht und wisse nicht, wie er weiter damit umgehen soll und wie er wieder den Einstieg in die Geschichte finden soll. Ach ja: warum müssen eigentlich die Namen von 4 der Hauptpersonen, davon 3 der Unsterblichen, mit „A“ beginnen? So etwas hemmt nur den Lesefluss.

Interessant ist aus meiner Sicht allein, wie mit der Darstellung der Unsterblichen gearbeitet wird und wie ihre Existenz mit den gängigen Engelstheorien verknüpft wird – von Babylon bis zur Christenheit – und das im wörtlichen Sinn. Sogar Aspekte der Evolution und in der Entwicklung der Menschheit werden im Buch auf diese „Engel“ zurückgeführt. Gleichzeitig werden damit die üblichen Religionen als Fehlinterpretationen dieser Wesen entlarvt, was noch ein netter religionskritischer Ansatz im Werk ist. So etwas liest man ansonsten nur in so genannten „Sachbüchern“, deren Autoren sich mit Lästereien über die Kirchen profilieren wollen, aber hier ist es gut und stimmig in eine Geschichte eingebunden. Das und die Aufmachung retten das Buch – aber gerade mal so.

Alles in allem bleibt ein für das Mystery-/Verschwörungsgenre typisches Buch übrig, das im Wesentlichen durch seine Aufmachung eine hervorgehobene Position einnimmt.

Fazit:4
Ein dicker Schinken in toller und moderner Aufmachung – aber leider zu stark von alten Ideen durchsetzt.

Letzte Änderung am Sonntag, 10 Juni 2012 17:18
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