Dreimal Proxima Centauri und zurück (Cakan, Myra)

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Proxima CentauriVon der Vorreiterin der deutschen Cyberpunk-Literatur ein Szenario auf einem interstelaren, luxuriösen Kreuzfahrtschiff.

Klappen:
Mimsy Mimkovsky tritt an Bord der Stern von Beteigeuze die Reise zum Planeten Proxima Centauri Zwei an. Auf dem luxuriösen Kreuzfahrtraumschiff ist kaum einer der Passagiere, was er zu sein vorgibt. Als bei den Proben zur traditionellen Bordrevue „Schieß mich zum Mars, Liebling“ eine wichtige Requisite verschwindet, ist dies der Auftakt einer furiosen Space Opera, die ihresgleichen sucht.

Autor:
Die deutsche Autorin war eine der Vorreiter der deutschen Cyberpunk-Literatur. Durch ihr Schauspiel- und Musikstudium hat die gebürtige Hamburgerin bereits umfangreiche Erfahrungen im Bereich der darstellenden Künste und Literatur sammeln können und sie schrieb als freie Autorin bereits für zahlreiche renommierte Magazine. Ihre bislang veröffentlichten Romane und Kurzgeschichten siedeln sich größtenteils im Science Fictionnund Cyberpunk-Genre an und sie hat bislang schon zahlreiche Hörspiele für verschiedene Anstalten verfasst.

Meinung:
Ohne sich groß mit Zeit und Ort auseinander zu setzen wirft der Roman den Leser sofort auf die „Stern von Beteigeuze“ versetzt. Das wahrlich pompöse Raumschiff startet von Luna aus zu Proxima Centauri, einem kleinen Mond der besonders für seine unzähligen Schönheitsinstitute und den damit verbundenen „Rumdumerneuerungen“ bekannt ist. Schnell wird man mit den verschiedenen agierenden Personen bekannt gemacht, die allesamt so eindrucksvolle Macken und ungewöhnliche Namen haben, dass sie trotz der enormen Anzahl einfach auseinander gehalten werden können. Die Perspektive wechselt oft schon nach wenigen Eindrucken auch in den Kapiteln zwischen den verschiedenen Passagieren und dienstbaren Geistern hin und her, doch verliert man interessanterweise nie den Überblick.

So interessant die Verrücktheiten der Akteure zu Beginn auch sein mögen, so plätschert die Handlung im ersten Drittel des Buches zunächst wenig spannend vor sich hin. Dann aber überschlagen sich die Ereignisse und nach einem Mord kommt man kaum mit den turbulenten Handlungen mit. Bis zum Ende schwebt man in Unwissenheit, ob des Mörders und seinen Motiven und kann – wie bei jedem klassischen Krimi – zwischen unzähligen Verdächtigen munter auswählen. Zwar erahnt man in den letzten Seiten schnell die Identität des Mörders, doch lebt die Geschichte vielmehr von den Geheimnissen und Verwicklungen der Passagiere als von der Enttarnung des Verbrechers.

Von Anfang bis zum Ende stolpert man durch die falschen Identitäten der Passagiere, durchlebt die kleinen Sorgen und Nöte der Reisenden und spürt geradezu die Präsenz der durchweg einprägsamen Charaktere. Die eigentliche Geschichte ist dabei eher schmückendes Bühnenbild und auch wenn sie auf den ersten Blick ein wenig gekünstelt und wenig originell erscheint, bildet sie doch das perfekte Beiwerk zu den exzentrischen Persönlichkeiten.

Erwähnenswert ist außerdem, dass „Dreimal Proxima Centauri und zurück“ bereits im Juni 2006 vom WDR1Live erstmalig als Hörspiel mit dem Namen „Schieß mich zum Mars, Liebling“ produziert wurde.

Fazit: 3Ein munterer Roman, mit viel Augenzwinkern, der sich schnell nebenbei lesen lässt und einige Stunden Realität vergessen lässt. Vielleicht keine anspruchsvolle Kost, doch sehr unterhaltsam und genau richtig für verregnete Nachmittage.

Weitere Informationen

  • Autor: Alpers, Hans-Joachim
Letzte Änderung am Dienstag, 05 Juni 2012 12:05

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