Königspfade (Kiernan, Celine)

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KoenigspfadeDer Höhepunkt der Moorhawke-Trilogie, der großen irischen Fantasy-Saga. Celine Kiernan verzaubert ihre Leser.

Autor:
Celine Kiernan, geboren und aufgewachsen in Dublin, hat lange Jahre in der Filmbranche gearbeitet, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Ihr Debütroman Schattenpfade, der Auftakt zu einer Fantasy-Trilogie, hat auf Anhieb international für Furore gesorgt. Celine Kiernan lebt mit ihrer Familie im County Cavan nördlich von Dublin.

Inhalt:
In einer Welt, in der Magie Teil des täglichen Lebens ist ... einer Welt, in der Geister, Katzen und Wölfe Geheimnisse ausplaudern ... einer Welt, in der dunkle Mächte nach der Herrschaft greifen ... ist ein junges Mädchen die einzige Hoffnung ...
Lange währte die Irrfahrt der jungen adeligen Wynter durch die dunklen Wälder des Königreiches. Doch endlich ist sie an ihrem Ziel angelangt: dem geheimen Lager des abtrünnigen Prinzen Alberon. Ihr zur Seite steht ihr treuer alter Freund Razi, der Halbbruder des Prinzen. Und Christopher, mit dem Wynter eine zarte Liebe verbindet, obwohl er ein düsteres Geheimnis hütet. Gemeinsam versuchen die Gefährten, den Prinzen zur Aussöhnung mit seinem Vater zu bewegen. Aber Alberon, der fest an seine kriegerische Überlegenheit glaubt, will nichts von ihrer friedvollen, diplomatischen Lösung wissen. Kann Wynter ihn noch von seinem halsbrecherischen Plan abbringen, in dem ihr eigener Vater eine verhängnisvolle Rolle spielt? Oder ist ihre Welt und alles, was ihr etwas bedeutet, endgültig dem Untergang geweiht?

Meinung:
Zunächst einmal hält sich die Autorin nicht lange mit der Vorgeschichte aus, sondern kommt direkt zum Finale ihrer Moorhawke-Trilogie. Man sollte nicht an dieser Stelle einsteigen, das Buch ist für sich allein bestenfalls schwer verständlich, zu umfangreich ist die Vorgeschichte. Diese Vorgeschichte wird nun aufgerollt, wobei die Autorin das Kunststück fertig bringt, die aufgebauten diplomatischen Verwicklungen auf gut 350 (von insgesamt 500) Seiten in einem kleinen Feldlager mitten im Nichts aufzuarbeiten. Und in einem kurzen Blutbad ein paar Seiten später, was durch einen alles-wird-gut-Epilog „fünf Jahre später“ geheilt wird. Tja, das wars im Wesentlichen mit der Story, da hat die Autorin ganz Europa und darüber hinaus als Schauplatz zur Verfügung, zitiert fleißig aus der Geschichte und dann endet die große Trilogie mitten im Wald.

So hatte ich mir das Ganze nicht vorgestellt, das Ganze geht hier eher profan zu Ende und hat nicht mehr viel mit dem spannungsvollen Aufbau der Trilogie gemeinsam. Hier siegt die doch recht trockene Politik über die Elemente der Phantastik, die die Autorin mit viel Liebe zum Detail eingebracht hat. Gut, man mag hier vermuten, dass dies nur den Übergang der alten, mystischen Welt in die Moderne beschreibt, doch wäre mir diese Erklärung zu kurz gegriffen. Auch passt das Heile-Welt-Ende nicht so recht zum Gesamttenor der Reihe und stellt einen echten Bruch in der ansonsten stimmungsvollen Erzählung dar.
Insgesamt ist die Reihe zwar gut zu lesen, aber im Hinblick auf das abrupte Ende sollte man erst gar nicht damit anfangen. Schade, denn hier wurde mit dem Abschluss eine tolle Chance vergeben, mystische Elemente sanft in den „normalen“ Fluss der Geschichte einzubauen. Diese Elemente werden insbesondere im Epilog fast vollkommen ignoriert, so dass wesentliche Teile der Welt einfach verschwinden.

Fazit:4
Abschluss der Trilogie, der mehr Fragen offen lässt als beantwortet. So auch die Frage, warum die Autorin unbedingt mystische Elemente in die Geschichte einbringen musste, wenn diese hier fast untergehen.

Letzte Änderung am Sonntag, 10 Juni 2012 17:17

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