Marcus, Soldat Roms (Kuhn, Michael)

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Marcus Soldat Roms KuhnEs ist der Spätherbst der römischen Antike. Vor diesem Hintergrund schildert Michael Kuhn das Schicksal des Centurios Marcus Junius Maximus, der vor der Bewährungsprobe seines Lebens steht.

Autor:
Michael Kuhn M.A., Jahrgang 1955, studierte in Aachen Geschichte und Politische Wissenschaften. Im Anschluss war er in unterschiedlichen historischen Projekten involviert und organisierte im eigenen Unternehmen geschichtliche Events. Zurzeit arbeitet er neben seiner Tätigkeit als Autor in der Archäologie.
Das Anliegen, bei seinen Mitmenschen Interesse und Verständnis für die faszinierende Welt der Geschichte zu wecken, durchzieht seine bisherige Vita wie ein roter Faden.
So stehen die vorliegenden Bände am Beginn einer Buchreihe, die den Leser mit Spannung und Information auf eine Zeitreise in die aufregendsten Epochen unserer Vergangenheit mitnimmt. Zur Zeit schreibt Michael Kuhn an der abenteuerlichen Lebensgeschichte des Merowinger Marcellus.

Inhalt:
Wir schreiben das Jahr 355 nach Christus. Wo die „Pax Romana“ Jahrhunderte lang Sicherheit und Wohlstand garantiert hatte, herrschen Chaos und Auflösung. Seit Jahren setzen fränkische und alemannische Scharen über den Rhein und legen die römischen Provinzen Germaniens und Ostgalliens in Schutt und Asche. Um der Lage Herr zu werden, ernennt der Imperator Constantius II. seinen Vetter Julian zum Stellvertreter und Caesar des Westens. Der „Ungeliebte“ soll das Unmögliche vollbringen und zieht von Mailand mit wenigen Getreuen nach Gallien, um ein schlagkräftiges Heer zu sammeln. Marcus Junius Maximus, ein langgedienter Offizier, erlebt in diesen Tagen das Abenteuer seines Lebens. Beim Fall der Grenzfestung Gelduba wird er schwer verwundet, und nur die Kunst der Ärzte und sein Überlebenswille retten sein Leben. Dunkle Schicksalsmächte treiben ihn durch die Provinzen an Rhein und Mosel, und große Geschichte wird in seinem Beisein geschrieben, als Caesar Julian zu seinem Siegeszug antritt und die Grenze am Rhein ein letztes Mal für das Imperium zurückgewinnt.

Meinung:
Das Buch stellt den Versuch dar, das umfangreiche Wissen des Autors über den Alltag des Lebens im römischen Reich in einem historischen Roman darzustellen. Leider, so muss ich sagen, bleibt es beim Versuch. Das gilt nicht den detaillierten Schilderungen des Lebens, die sehr gut gelungen sind. Dies muss man dem Autor lassen: das Bild der historischen Orte erscheint plastisch vor dem Leser, da Michel Kuhn sehr präzise und fachlich fundiert schreibt. Dann setzen aber die Probleme ein: im Prinzip wurde hier eine Geschichte um historisch relevante Ereignisse, Städte und Gebäude gelegt und dieser Hintergrund wurde sehr plastisch geschildert. Doch bei der Schilderung blieb die Hauptperson –Marcus- vollkommen auf der Strecke. Ich habe über die 300 Seiten des Buches versucht, diesen Charakter zu greifen, zu verstehen, ich bin gescheitert. Mal versinkt er in Depressionen, mal doziert er kulturhistorisch, mal ist er hilflos und mal ist er der Held des Tages. Erwähnen sollte man auch die „mystischen“ Elemente, die Kuhn einbaut – hier in Form eines Armbandes in Form einer Schlange, die als magisches Wesen... dies ist zwar zentraler Bestandteil des Hintergrunds von Marcus, passt aber wiederum so gar nicht zur realitätsnahen Schilderung des historischen Hintergrundes. Dieser Aufhänger des Plots wird ziemlich strapaziert, um die Geschichte mal hierhin, mal dorthin zu lenken und um einen „Gegner“ von Marcus zu generieren, der ihm immer wieder auflauert.
Hätte man Marcus aus dem Buch herausgenommen, würde eine wirklich gelungene Schilderung der römischen Welt um 335 n. Chr. zwischen Köln und Trier vorliegen. Dieser Eindruck wird noch ergänzt durch weitere rund 100 Seiten Anhang, die als Reiseführer zu den im Buch beschriebenen historischen Orten führen. An dieser Stelle möchte ich allerdings die vom Autor als „künstlerische Kleinarbeit“ gepriesenen Skizzen keiner genaueren Betrachtung unterziehen, hier hätte man sich durchaus an einen professionellen Illustrator werden sollen. Unterm Strich bleibt eine Mischung aus einem guten Reiseführer, einem gelungenen Sachbuch und einer dünnen Story übrig, deren einzige Aufgabe es ist, die Ereignisse und Orte aneinanderzureihen.

Fazit:4
Ein Buch, das nicht ganz weiß, was es sein möchte: Roman, Reiseführer oder historisches Sachbuch. Interessant, aber nur aufgrund der Kulisse, nicht aufgrund der Hauptperson.

Weitere Informationen

  • Autor: Alpers, Hans-Joachim
Letzte Änderung am Dienstag, 05 Juni 2012 12:06

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