Planet 86 (Abnett, Dan)

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Planet86 AbnettEin Spiel von Intrigen und purer Waffengewalt. Und inmitten dieses Schauplatzes ein Journalist im fremden Körper. Nach einen überraschenden Angriff ist er auf sich allein gestellt und versucht nur irgendwie zu überleben.

Klappe:
Journalist Lex Falk würde für eine gute Story einfach alles tun. Als er die Gelegenheit bekommt, sich durch einen Computerchip mit dem Gehirn eines Frontsoldaten zu verbinden, ist er sich sicher, den ganz großen Coup gelandet zu haben. Doch dann wird der Soldat getötet und Lex muss sich in Sicherheit bringen…

Autor:
Dan Abnett ist der Superstar von "Warhammer 40.000", dem bekanntesten und faszinierendsten Science-Fiction-Rollenspiel! Angesiedelt in einer archaischen Zukunftswelt, in der sich die Menschheit in der Galaxis ausgebreitet hat und nun den Mächten des Chaos gegenübersteht, haben seine Romane inzwischen auch in Deutschland eine riesige Fangemeinde.

Meinung:
Mit Jägermond habe ich ein wunderschönes, locker-flockiges Büchlein gelesen, das einfach nur Spaß gemacht hat. Da war Planet 86 ein ganz anderes Kaliber, bei dem ich mich von einem Moment auf den Anderen ins Eiswasser geschubst fühlte. Eine ganz andere Welt hat mich dort erwartet, kalt, hart, rau und mit all den kleinen Details, die einen Schauplatz interessant und vor allem wirklich machen. Ich musste mich also erst einmal aklimatisieren, bevor ich mich auf diesen Roman einlassen konnte. Ein zweiter Anlauf mit dem Wissen, dass ich mich von der wohligen Katzenwelt verabschieden musste. Die harte Sci-Fi Realität wartete auf mich.

Der zweite Blick offenbarte mir sehr schnell, dass es sich hier um einen Roman ganz nach meinem Geschmack handelt. Die Story ist kalt und man hat als Leser das Gefühl, dass alles passieren kann. Geht der Protagonist drauf? War er anfangs nur eine Möglichkeit, um einen anderen Titelhelden ins Spiel zu bringen? Dementsprechend baut sich die Spannung auf. Die kurzen Verschnaufpausen, in denen der Schusswechsel stoppt, sind nur immer die Ruhepausen vor dem nächsten tobenden Sturm. Absolut unvorhersehbar, kühl und rasant wird man durch die Geschichte gejagt.

Dabei ist das Buch nicht nur ein simpler Sci-Fi Kriegsroman, sondern bietet bei Weitem mehr. Zu Anfang ist schwer zu erkennen, welche Richtung der Roman einschlägt. Politisches Geplänkel, die Jagd nach der großen Story für den Protagonisten und flüchtige Bekanntschaften bietet jede Menge Punkte, um eine Geschichte aufzubauen. Die ersten Seiten sollen wohl auch genau diesen Anschein erwecken, bis man von jetzt auf gleich in die Geschichte geworfen wird. Gerade wegen diesen vielen Möglichkeiten, die auch tatsächlich alle von Belang und bis ins Detail durchdacht sind, reißen mit und gestalten endlich mal wieder eine intelligente Geschichte.

Auch wenn die Geschichte wirklich schön rasant geschrieben ist, sind es doch die Figuren, die besonders beeindrucken. Natürlich ist  der Protagonist ausführlich beschrieben, doch auch die Nebenfiguren wirken lebendig. Die Sicht auf die Personen ist stark von Lex Falk geprägt und so erhält man nur von ihm eine Einschätzung über die anderen Personen, aber gerade diese subjektive Sichtweise lässt schnell Sympathien aufbauen, oder Leute verabscheuen.

Der Schreibstil des Autor ist hin und weder etwas gewöhnungsbedürftig, da er recht verschachtelte Sätze zu mögen scheint. Das hält im Lesefluss manchmal auf, aber ansonsten gibt es zum Buch keine großen Kritikpunkte

Fazit:3
Ein Buch das Spass macht? Vielleicht. Auf jeden Fall aber ein Roman der mitreißt. Eine originelle Geschichte, die nicht nur durch die präsente kalte Wahrheit hervorragend die Emotionen des Moments transportiert (manchmal ein Gefühl von nackt in der Arktis stehen), sondern auch durch seine unvorhersehbare Geschichte überzeugt.

Weitere Informationen

  • Autor: Alpers, Hans-Joachim
Jolinar

Jolinar arbeitete vor helden.de bereits in unterschiedlichen Foren in der jeweiligen Redaktion. Von Christoph wurde sie dann für helden.de angeheuert, wo sie jetzt ein fester Bestandteil der Redaktion ist. Neben den Rezensionen schreibt sie auch Berichte zu den besuchten Conventions.

Mit Rollenspiele beschäftigt sie sich bereits seit 13 Jahren. Ihr hauptsächliches System ist DSA, aber auch mit Warhammer 40k und Shadowrun konnte sie bereits Erfahrungen sammeln.

Als eingefleischter Zombiefan sind Extreme in Romanen gerne gesehen. Horror, Urban Fantasy und skurriler Humor ist aber auch gerne gesehen.

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