Die Chroniken der Weltensucher 1 (Thiemeyer, Thomas)

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Weltensucher RegenfresserEine Stadt in der Vertikalen, 3000 Meter über dem Meeresspiegel. Ein vergessenes Volk, bedroht durch eine unheimliche, archaische Macht. Und eine kleine Truppe von Abenteurern aus der alten Welt, zu allem entschlossen. Thomas Thiemeyer verwebt atemraubende Schauplätze und verwegene Charaktere zu einer klassischen Abenteuergeschichte, die den Leser von der ersten bis zur letzten Seite fesseln wird.


Klappe:
Dies ist die Geschichte des Carl Friedrich Donhauser, der sich selbst Humboldt nannte. Zusammen mit seinen Gefährten bereiste er die letzten noch nicht erforschten Orte der Erde. Er entdeckte vergessene Völker, schloss Freundschaften mit den fremdartigsten Geschöpfen, hob unvorstellbare Schätze und erlebte die haarsträubendsten Abenteuer. Viele seiner Entdeckungen und Erfindungen gehören noch heute zu unserem täglichen Leben. Warum er aber selbst in Vergessenheit geriet, das wird wohl immer ein Geheimnis bleiben. Thomas Thiemeyer verwebt atemraubende Schauplätze und verwegene Charaktere zu einer klassischen Abenteuergeschichte, die den Leser von der ersten bis zur letzten Seite fesseln wird.

„Die Stadt der Regenfresser“ ist der erste Band der Chroniken der Weltensucher-Pentalogie.

Autor:
Nach dem Abschluss eines Kunst- und Geologiestudiums in Köln, wandte sich Thomas Thiemeyer, Jahrgang 1963, zunächst dem Gestalten und Illustrieren von Kinder- und Jugendbüchern zu. So erschien 1989 sein erstes Kinderbuch Das große Buch der Saurier im Ravensburger Buchverlag, mit welchem er sich direkt auf die Auswahlliste zum Deutschen Jugendbuchpreis katapultierte. Nach einigen Jahren der Tätigkeit als graphischer Berater im Ravensburger Buchverlag, machte er sich als Illustrator mit Schwerpunkt Fantasy und Science Fiction selbständig – über hundert seiner Umschlagsillustrationen sind auf den Titeln der Reihe Heyne Science Fiction und Fantasy zu sehen. Mehrfach wurde er dafür auch mit dem Kurd-Laßwitz-Preis, vor allem im Bereich der Science Fiction hoch angesehen, ausgezeichnet. 2004 veröffentlichte er seinen Debütroman Medusa, einen Wissenschaftsthriller, dessen Erfolg ihn dazu anspornte, weitere Romane mit ähnlicher Thematik zu verfassen, die inzwischen auch in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden.
2009 kehrte Thomas Thiemeyer zu seinen Wurzeln zurück: Mit „Die Chroniken der Weltensucher“ erschien seine erste Reihe für Jugendliche. Thomas Thiemeyer lebt mit seiner Frau und zwei Söhnen in Stuttgart.
 
Meinung:
Ein Abtenteurer, der mehr sein möchte als er ist, ein Dieb, der gar nicht da sein möchte, wo er ist, eine junge Dame, deren Fremdsprachenkenntnisse helfen, wo sie gerade ist, ein Reporter, der hinsoll, wo er nicht hin möchte, eine Zauberin, eine amazonenhafte Söldnerin mit roter Mähne und grünen Augen, verlorene Kulturen... das ist der Stoff, aus dem klassische Abenteuerromane bestehen. Und genau einen solchen hat Thomas Thiemeyer hier vorgelegt. Er mischt all diese Komponenten und noch mehr, wobei er sich durchaus aufs Phantastische hinauswagt und eine mystische Welt ersinnt, die nicht weit weg von den Kreationen von Jules Verne („Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ oder „20000 Meilen unter dem Meer“) oder Sir Arthur Conan Doyle („Die Verlorene Welt“) liegt und doch einen ganz eigenen Charakter aufweist.

Geschickt mischt der Autor historische Fakten (es gab einen großen Entdecker mit dem Namen Humboldt) mit Fiktion (der Abenteurer der Serie nennt sich so, seine Abstammung ist aber fraglich), er nutzt legendäre Orte wie das alte Inkareich und die Linien von Nazca und mischt sie mit Luftschiffen und, man höre und staune, Brennstoffzellentechnik. Ach ja: diese und die weitere beschriebene Chemie funktioniert durchaus, ist aber nicht zum Nachmachen im Kinderzimmer gedacht... Durch die lockere Erzählweise des Autors kommt dies alles so unkompliziert herüber, dass man als Leser keine Probleme hat, diese vermeintlich widersprüchlichen Elemente zu verbinden und den Rest der Geschichte zu genießen.

Gut, aber, was ist doch gleich die „unheimliche, archaische Macht“? Nein, ich verrate hier nicht alles. Der Leser möge bitte selbst dahinterkommen, wer sich hier mit wem verbündet, wer gegen wen agiert, um seine Ziele zu erreichen und welche (zugegebenermaßen nicht allzu großen) Wendungen die Geschichte nimmt. Eines sollte aber noch erwähnt werden: Thomas Thiemeyer nimmt seinen ersonnenen Orten und Völkern nichts von der Mystik, die er ihnen verleiht. Es bleibt zu hoffen, dass er mit der gleichen Sensibilität auch die weiteren Bände angeht.
Das Ganze bildet unterm Strich einen angenehm zu lesenden Jugendroman, der frisch daherkommt und trotz (oder gerade aufgrund) der gut 100 Jahre zurückliegenden Ereignisse Lust auf mehr macht.
 
Fazit:
Solider Abenteuerroman um die vorletzte Jahrhundertwende, historische Fakten werden unauffällig und lesenswert eingeflochten. Empfehlenswerter Jugendroman.

Letzte Änderung am Mittwoch, 06 Juni 2012 08:01

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