Die Henkerin (Martin, Sabine)

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Henkerin Sabine MartinDie Geschichte eines Kindes das zur Frau wird und dabei jeden Moment um ihr Seelenheil kämpft. Doch die einzige Erlösung scheint Rache an ihren Peinigern zu sein. Die Ausbildung bei einem Henker ist dazu der erste Schritt.

Inhalt:
Esslingen, 1325: Melisande ist noch ein Kind, als ihre Familie in einem Hinterhalt brutal gemeuchelt wird. Dass sie überlebt, verdankt sie allein Raimund. Dem Henker. Er nimmt sie zu sich, gibt sie als seinen stummen Neffen aus, lehrt sie sogar sein Handwerk – das nicht nur entsetzliche Foltermethoden, sondern auch die Kunst des Heilens umfasst. Ihre verletzte Seele findet dennoch keine Ruhe, hat sie ihrer sterbenden Mutter doch eines versprochen: den Mörder zu finden und sie zu rächen.

Autoren:
Hinter Sabine Martin verbirgt sich ein erfahrenes Autorenduo. Martin Conrath hat bereits einige Kriminalromane veröffentlicht, von denen einer als Tatort verfilmt wurde. Sabine Klewe verfasste mehrere, z. T. historische Kriminalromane und arbeitet als Übersetzerin und Dozentin. Die Autoren leben und schreiben in Düsseldorf.

Meinung:
Das Autoren
Hinter Sabine Martin verbirgt sich ein erfahrenes Autorenduo. Martin Conrath hat bereits einige Kriminalromane veröffentlicht, von denen einer als Tatort verfilmt wurde. Sabine Klewe verfasste mehrere, z. T. historische Kriminalromane und arbeitet als Übersetzerin und Dozentin. Die Autoren leben und schreiben in Düsseldorf.Buch entführt den Leser in die Zeit vor rund 700 Jahren, als Reisen noch echte Beschwernis war und Menschen sich kaum weiter als einen Tagesmarsch aus ihrer angestammten Heimat entfernten, Henker geächtete Menschen inmitten der Gesellschaft waren, Folter ein gängiges Werkzeug der Gerichtsbarkeit und Heiler verdächtig sind, mit dem Teufel im Bunde zu stehen. Dieses Bild der Gesellschaft zeichnet das Autorenduo in klaren Worten und Sätzen und scheut sich dabei nicht, es des Öfteren etwas deftiger und deutlicher zugehen zu lassen, als man es bei dem Klappentext zunächst erwarten würde.

Denn es ist keine Liebesgeschichte, die erzählt wird, es ist ein Rachezug, der seine Zeit braucht und so manche Umwege nimmt, bis er vollendet werden kann. Es gibt gute Menschen, böse Menschen, ... einige der Schurken sind klar als solche erkennbar, andere streben nur nach persönlichem Erfolg, wieder andere bleiben farblos. Und es gibt die Opfer, die Missbrauchten oder die einfach nur guten Menschen. Man erkennt schnell, welches die Hauptpersonen sind und kann sich von der Geschichte gut treiben lassen. Der Leser kann durchaus mit Melisande, der Hauptperson mitfiebern und ihren Abenteuern lauschen. Insofern macht das Buch Spaß beim Lesen, da eine angenehme Mischung aus historischem Kontext und einer gewissen Verklärung der Situation der Hauptdarsteller den Leser erwartet.

Einen Kritikpunkt habe ich aber. Ich sagte weiter oben, dass das Buch kein Liebesroman sei. Das ist so nicht ganz richtig, denn eine Frau in schwieriger Situation als Hauptperson, dass muss ja mit Liebe und einem Happy End abgeschlossen werden. Und das macht es dann auch, nach einem westernreifen Showdown kommt das große Glück. Hier verlässt das Autorenduo etwas die zunächst eingeschlagene Linie und wird seinem eigenen Stil untreu. Das ist aber auch der einzige Kritikpunkt, denn über weite Strecken vermittelt das Buch ein anschauliches, wenn auch nicht in allen Einzelheiten korrektes historisches Bild der Gegend zwischen Esslingen und Reutlingen.

Fazit: 3
Spannender Historienroman, kernig und stellenweise mittelalterlich-deftig erzählt, leider mit im Vergleich zum Rest des Romans etwas schwachem Ende.

Weitere Informationen

  • Autor: Alpers, Hans-Joachim

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