Diablo 3

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Diablo3Diablo 3 ist seit einigen Tagen auf dem Markt und schon melden sich die ersten Stimmen zum lang erwarteten Event. Nach 11 Jahren ohne dem teuflischen Spiel, stellt Blizzard den dritten Teil vor und nach anfänglichen Schwierigkeiten sollte man sich nun ein Bild von dem Werk machen können. Viel Spaß beim Lesen der Kritik!

Klappe:
Zwanzig Jahre sind vergangen seit den Ereignissen von "Diablo II". Mephisto, Diablo und Baal wurden besiegt, doch von jenen, die sich den Herren des Schreckens, des Hasses und der Zerstörung in der Schlacht über das Schicksal Sanktuarios stellten, gibt es nur noch wenige, die genug Kraft besitzen, sich an die Gräuel zu erinnern, welche die drei Großen Übel über die Welt brachten. Und von denen, welche nicht selbst Zeuge der schrecklichen Erlebnisse gewesen sind, glauben die meisten, dass die Geschichten nicht viel mehr als Mythen sind. Aber es regt sich erneut etwas Böses in Tristram. Die Spieler werden einen Helden aus einer von fünf einzigartigen Charakterklassen erschaffen, und auf ihrer Reise neue und bereits bekannte Gegenden von Sanktuario entdecken, mächtige Gegenstände, Zaubersprüche und Fähigkeiten erlangen und Horden von Dämonen bekämpfen, um die Welt vor den neuen Schrecken zu bewahren.
 
Autor:
Blizzard Entertainment ist ein US-amerikanischer Computerspielentwickler, ansässig in Irvine, Kalifornien und Teildivision von Activision Blizzard. Blizzard Entertainment wurde 1991, damals noch als Silicon & Synapse, von Michael Morhaime, Frank Pearce und Allen Adham gegründet und gehört heute zu den bekanntesten, größten und erfolgreichsten Entwicklungsstudios der Welt. Weltruhm erlangte Blizzard Entertainment mit den Spieleserien Warcraft (seit 1994), Starcraft (seit 1998) und natürlich Diablo (seit 1996). Aber auch Spiele wie The Lost Vikings (1992) oder Rock & Roll Racing (1993) sind unvergessen.
 
 
Meinung:
Wir haben Hack & Slay gewollt wir haben Hack & Slay bekommen. Über 10 Jahre haben wir auf den dritten Teil der Diablo Reihe warten müssen aber wir wurden nicht enttäuscht. Blizzard Entertainment versteht es seit jeher eine Geschichte zu erzählen. Und diese Geschichte führt uns wieder nach Tristram, Entschuldigung Neu-Tristram wo wir Deckard Cain wiedertreffen. Die Toten erheben sich und die verbleibenden alten großen Übel erheben sich und es ist an uns die Welt von ihnen zu befreien. Mehr möchte ich hier von der Story gar nicht Spoilern. Die Quests reihen sich wunderschön ineinander und führen einen zügig durch die Welt und von einem Gegner zum nächsten. Zwischendurch ändern sich die Questziele da man auf neue Informationen stößt die vorher noch nicht abzusehen waren. Wie gesagt Blizzard Entertainment versteht es Geschichten zu erzählen und die zahlreichen Dialoge und Filmsequenzen bringen eine wunderbare dunkle Atmosphäre rüber. Die Geschichte selbst spielt mit dunklen Vorahnungen, doch überrascht einen doch  immer aufs neue, da man sich das so dann doch nicht ausmalen wollte.
 
Unterwegs finden wir immer wieder Schriftrollen und Folianten mit altem Wissen aus denen uns, ganz nebenbei, Hintergrundwissen zur Welt zuteil wird. Dies können Befehle des Gegners sein die zur aktuellen Story gehören für die Quests selber aber nicht wichtig sind, aber auch Tagebücher und Geschichten sein, die die Ereignisse der ersten beiden Teile behandeln. So können diejenigen die schon die ersten Teile gespielt haben in Erinnerungen schwelgen, "Ja da war ich dabei, ich gehörte zu diesen Helden von denen dort geschrieben steht", und diejenigen die erst im dritten Teil einsteigen erfahren ein wenig mehr über diese Welt. Kurz gesagt es Rundet das Gesamtbild ab.
 
Betreten können wir die Welt in fünf verschiedenen Klassen. Als grobschlächtiger Barbar, als geschickter Dämonenjäger, als weiser Mönch, als mächtiger Zauberer oder als unheimlicher Hexendoktor. Jede Klasse verfügt über ihren ganz eigenen Spielstiel und durch die Auswahl der verwendeten Fertigkeiten lassen sie sich den eigenen Vorlieben und der aktuellen Spielsituation individuell anpassen. Stufe um Stufe kommen weitere Fertigkeiten hinzu aus denen man sich zwei Primäre für die Maustasten, vier aktive für Zahlen 1-4 und drei Passive aussuchen kann. Jede dieser Fähigkeiten erhält mit fortschreitender Stufe verschiedene wählbare Runen hinzu die die Fertigkeit verstärken, erweitern, verändern je nachdem wie man es wünscht oder gerade benötigt. Denn die Fertigkeiten sind jederzeit außerhalb des Kampfes veränderbar. Dies macht die Spielweise sehr Flexibel und jeden Charakter ein wenig einzigartig.

Einzigartigkeit ist so eine Sache. Die Charaktere lassen sich in Geschlecht und Klasse unterscheiden, lassen sich jedoch nicht weiter individualisieren. Hier zeigt sich das Diablo III im Herzen doch ein Single-Player-Spiel ist. Für den Multi-Player-Modus lassen sich jedoch Banner mit recht umfangreichen Möglichkeiten gestalten. Und die Charaktere unterscheiden sich ja immer noch durch die angelegte Rüstung, die sich auch noch färben lässt, so dass auch wenn vier männliche Barbaren eine Gruppe bilden, sie immer noch unterscheidbar sind. Darüber hinaus begegnet man in den ersten zweien der vier Akte des Spiels drei verschiedenen NSCs die sich anbieten dem Helden bis zum Ende zu helfen. Zur Auswahl stehen hier der Templer, der Schuft und die Verzauberin. Jeder mit seinen ganz eigenen Fertigkeiten und Eigenheiten. Es bleibt dem Spieler überlassen wann er wen an seiner Seite wissen möchte. Mit wachsender Stufe gewinnen auch die Begleiter an Erfahrung und neue Fähigkeiten hinzu, die man nach Bedarf auswählen kann. Im Multi-Player-Modus stehen die Begleiter allerdings nicht zur Verfügung.
 
Mit steigendem Fortschritt wird das Spiel immer schwieriger und hält neue Herausforderungen für unsere Helden bereit. Und so manches Mal ist der letzte Speicherpunkt doch weiter entfernt als man dachte, wenn man nach dem Tode wieder zu seinem Gegner läuft. Allerdings respawnen die Gegner erst wieder nach dem Ausloggen aus dem Spiel, so das man nach dem Tode zwar, unter Umständen, ein wenig Fußmarsch vor sich hat, sich aber nicht nochmal durch die gesamten Gegnerhorden prügeln muss und an demjenigen wieder ansetzen kann der einen gerade so unsanft ins Jenseits befördert hat. Ebenso verliert man beim Tode nur ein wenig Haltbarkeit der Rüstung aber sonst keine Beute oder Gold, das man erst nach dem Speicherpunkt erbeutet hat an dem man wiederbelebt wurde. Auf dem ersten Schwierigkeitsgrad fand ich die Schwierigkeit angemessen. Obwohl ich gestehen muss das ich vom Endboss, wer das ist wird hier nicht verraten, doch ein wenig enttäuscht war, da mir einige seiner Schergen doch deutlich härter zugesetzt haben. Doch das mag von Klasse zu Klasse und auch von Spielweise zu Spielweise unterschiedlich sein.
 
Doch was nun? Das Spiel ist Durchgespielt, soll ich das jetzt tatsächlich von vorne anfangen? Die Antwort ist Ja klar. Nicht nur gibt ja noch andere Klassen, der eigentliche Clou sind die anderen Schwierigkeitsgrade die man sich erst freispielt wenn den vorherigen bewältigt hat. Mein Barbar war Stufe 34 als er den normalen Modus bgeschlossen hatte. Nun steht da also ein Stufe 34 Barbar im Startgebiet auf Schwierigkeitsgrad "Alptraum" und ich muss sagen die Gegner hauen nun schon eine mächtig grobe Kelle. Gegnergruppen die man auf Schwierigkeitsgrad "normal" und niedrigem  Level noch einfach umgehauen hat stellen für den gewachsenen Helden durchaus würdige Gegner da. Ich mag mir jetzt noch nicht ausmalen wie es auf den Stufen "Hell" und "Inferno" aussehen wird. Wenn es soweit ist gebe ich gerne ein Statement dazu ab. Auch wenn ich mir nicht vorstellen konnte das Ganze gleich nochmal zu spielen fesselt mich der neue Schwierigkeitsgrad dennoch. Zugegeben die voll vertonten Questdialoge und Videosequenzen überspringe ich jetzt teilweise aber der Spielspaß ist ungebrochen und das Maximallevel ist noch fern. Und ich finde immer noch neue Sachen die ich entweder auf "normal" übersehen habe oder die mit dem neuen Schwierigkeitsgrad hinzugekommen sind.
 
Neben all dem gibt es natürlich auch einen Wehrmutstropfen. Und zwar besteht ein Onlinezwang für dieses eigentliche Single-Player-Spiel. Und derzeit gibt es noch Probleme mit den Servern so dass am Veröffentlichungstag fast gar kein Spielen möglich war da die Server, bar der schieren Spielerflut, zusammen gebrochen sind. Inzwischen ist es schon deutlich besser geworden, dennoch fallen die Server immer noch manchmal aus. Und wenn an einem Sonntagnachmittag die Server vier Stunden down sind ist das ärgerlich. Doch das sind die Kinderkrankheiten die man vor allem aus MMOs kennt, da man in der Beta nur schlecht Belastungen testen kann die nach dem Release auftreten. Aber ich denke Blizzard Entertainment wird das in den nächsten Wochen in den Griff bekommen.
 
Doch warum dieser Onlinezwang? Zum einen ist dies ein wirksamer Kopierschutz. Da man sich registrieren muss und seinen CD-Key hinterlegen muss. Zum anderen vereinfacht dies den Multi-Player-Modus. Schon Diablo II war im LAN sowie über das Battle.net spielbar. Der LAN-Modus ist bei Diablo III nun weg gefallen aber über das überarbeitete Battle.net kann man nun sobald man eingeloggt ist sehen welche Freunde online sind, mit ihnen chatten, in ihre Spiele einsteigen, sie zu sich einladen oder einem beliebigen öffentlichen Spiel beitreten, was den LAN-Modus überflüssig macht. Aber vor allem verhindert der onlinezwang das cheaten und ermöglicht das wohl umstrittenste Feature von Diablo III: Das Auktionshaus. Im Spiel ist es nun möglich gefundene Gegenstände gegen InGame-Gold aber auch gegen echtes Geld mit anderen Spielern zu handeln. Man kann davon halten was man will und es wird niemand gezwungen es zu nutzen. Aber den Handel mit Spieleressourcen, Stichwort Virtuelle Gegenstände, gab es schon zu Diablo II-Zeiten, damals über ebay und es bot viel Platz für Betrügereien. Dadurch das der Handel nun über Blizzard Entertainment direkt geht wird sichergestellt das der erworbene Gegenstand auch wirklich geliefert und kein Schindluder getrieben wird. Ja Blizzard Entertainment nimmt eine Gebühr bei jeder Auktion aber das tut ebay auch. Von daher auch wenn ich mich ärgere wenn die Server down sind finde ich der Onlinezwang bringt mehr Vor- als Nachteile.
 
Doch schauen wir uns mal an welche Leistungsdaten Diablo <III fordert.
 
Minimale Systemanforderungen:
 
Windows XP/Vista/7 (aktuellstes Service Pack) mit DX 9.0c
Intel Pentium D 2.8 GHz oder AMD Athlon 64 X2 4400+
NVIDIA GeForce 7800 GT oder ATI Radeon X1950 Pro oder better
1 GB RAM (XP), 1.5 GB (Vista/7)
12 GB verfügbarer HD Speicher
DVD-ROM (required for retail disc versions only)
Breitband-Internet-Verbindung
1024x748 minimale Auflösung
 
Empfohlene Systemanforderungen:
 
Windows Vista/7 (aktuellstes Service Pack)
Intel Core 2 Duo 2.4 GHz oder AMD Athlon 64 X2 5600+ 2.8 GHz
2 GB RAM
NVIDIA GeForce 260 oder ATI Radeon HD 4870 oder besser
 
 
Fazit:1
Die Systemanforderungen sind moderat, die Grafik gut, die Story überzeugt, Spielspaß sehe ich auch langfristig gegeben. Allerdings frisst das Spiel sehr viel Zeit. Nur noch eben diese Quest oder bis zum nächsten Speicherpunkt. Und dann noch einer und noch einer. Da sind dann mal eben ein paar Stunden weg. Meist gesagter Satz unter Diablo Spielern: "Wie so spät schon." Und durch die fünf unterschiedlichen Charakterklassen und die verschiedenen Schwierigkeitsgrade, sowie die Multiplayer-Modus kann Diablo III auf lange Zeit viel Freude bereiten. Jedoch sehe ich hier auch ganz klares Suchtpotential und wer dazu neigt sich in digitalen Welten zu verlieren sollte die Finger davon lassen. Allen andern wünsche ich viel Spaß beim Monster verdreschen. Meine Wertung Top.

Wolf

Katzenphysiker vom Nerdpol

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1 Kommentar

  • Wolf

    Diablo III ist heute 1 Jahr alt. Wir schreiben Patch 1.0.8. Grund für mich nochmal rein zu schauen. Nachdem ich damals meinen Level 60 Barbar in Akt 1 des Infernomodus geparkt habe, weil es in ein reines Farmen ausartete und das Auktionshaus zum Mittel der Wahl wurde, wahr ich angenehm überrascht. Inzwischen ist das Paragon-Level hinzu gekommen, so das man auch mit Level 60 weiter Erfahrung sammeln kann und weiterhin Charakterfortschritt hat. Zwar kommen keine weiteren Fähigkeiten hinzu aber der Charakter entwickelt sich weiter und wird stärker. Auch die Gegnergruppen in Inferno scheinen nicht mehr ganz die grobe Kelle zu schwingen, so das es nicht mehr ganz so frustrierend ist, aber immer noch eine Herausforderung. Fazit: Wenn ihr Diablo III beiseite gelegt habt schaut nochmal rein und wer es sich noch gespielt habt, es lohnt sich.

    Melden Wolf Mittwoch, 15. Mai 2013 08:50 Kommentar-Link
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