Band 9 - Die Übermacht (Weber, David)

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Nimue Alban Die UebermachtAuf einem fernen Planeten müssen die übrigen Menschen alles tun um nicht entdeckt zu werden. Keine Technologie, nicht der kleinste Rülpser in den Weltraum darf die Menschen verraten, sonst drohen auch sie, die Letzten, ausgelöscht zu werden.

Klappe:
Die Anwendung fortschrittlicher Technologie ist untersagt, denn die Menschen dürfen nicht aufgespürt werden: eine feindliche Spezies hat sie von der Erde vertrieben und dabei fast ausgelöscht. Die ehemalige Offizierin Nimue Alban führt auf der neuen Welt einen harten Kampf gegen die totalitäre Kirche – mit Dampf- und Turbinentechnik. Doch wie soll sie einen Feind bezwingen, der ihr um das 15-fache überlegen ist?

Autor:
David Weber ist ein Phänomen: Ungeheuer produktiv (er hat zahlreiche Fantasy- und Science-Fiction-Romene geschrieben), erlangte er Popularität mit der HONOR-HARRINGTON-Reihe, die inzwischen nicht nur in den USA zu den bestverkauften SF-Serien zählt. David Weber wird gerne mit C. S. Forester verglichen, aber auch mit Autoren wie Heinlein oder Asimov. Er lebt heute mit seiner Familie in South Carolina.

Meinung:
Dieser knapp 5o0-Seiten-Schinken ist der 9. Band der Nimue-Alban-Reihe und steigt demzufolge mitten ins Geschehen ein. Wer über dieses Buch stolpert, tut sich etwas schwer, in das Geschehen hineinzufinden, wobei ein 22 Seiten (!) umfassendes Personenregister zunächst eher abschreckt als erhellt. Im Gegensazu zu früheren Bänden fällt es dem Neueinsteiegr aber zunehmend schwerer, sich in die Geschichte einzulesen, denn die Story ist relativ komplex und besteht aus zahlreichen, parallel ablaufenden Handlungssträngen, die stark miteinander verwoben sind. Daher ist meine Empfehlung, wirklich mit dem ersten Band anzufangen, sonst entgeht dem Leser die eine oder andere Wendung bei einer derart komplexen Geschichte.
Grob gesagt geht es um eine Parallelwelt, ähnlich der Erde, aber in einem prätechnologischen Zeitalter, in dem Musketen zu den fortschrittlichen Waffensystemen und Galeonen moderne Schiffe darstellen. Dominierend ist die alllgegenwärtige Kirche – Ähnlichkeiten mit der katholischen Kirche sind gewollt und stellenweise stellt sich durchaus die Frage, ob hier nicht mehr Kirchenkritik geübt als eine Geschichte erzählt wird. Wie auch immer, diese Welt ist nicht von alleine entstanden, hier wurde bei ihrer Erschaffung massiv von außen eingewirkt, denn sonst könnte sich in dieser Welt nicht Hochtechnologie „von einem anderern Stern“, wie man so schön sagt, befinden. Dieser Spagat zwischen primitiver Technik und Hightech ist es, der neben der eigentlichen Story, die einen guten Historienroman abgeben würde, ein frisches Element einbringt.

Das Buch besteht aus den üblichen Zutaten dieser Reihe: 50 Seiten detailverliebtes Ausführen von Segelmanövern, wobei man für das Nachvollziehen durchaus über fundierte Kenntnisse in dieser Richtung verfügen sollte, 50 Seiten theologische Grundsatzdiskussionen, 50 Seiten Verschwörung, 50 Seiten Action, 50 Seiten dies, 50 Seiten das und weitere 250 Seiten Füllmaterial.

Dies ist für mich der gervierence Nachteil der Reihe: der Schreibstil des Autors. Er ist für mich oftmals mit zu viel „Geschwafel“ verbunden, so mancher Abschnitt hätte sich kürzer und prägnanter fassen können, ohne dabei an Atmosphäre einzubüßen.
Was bleibt, ist eine interessante Parallelwelt, die man aber am Besten erfahren, d.h. erlesen muss und in der man sich gut verlieren kann.

Fazit: 7
Interessanter Hintergrund, aber etwas zu routiniert heruntergeschriebene Story.

Weitere Informationen

  • Autor: Alpers, Hans-Joachim

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