Sternenfeuer – Gefährliche Lügen (Ryan, Amy Kathleen)

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Sternenfeuer gefaehrliche luegenEine weit entfernte Zukunft auf der Reise zu einem fernen Planeten. Ein Überfall beendet das beschauliche Leben und die getroffenen Pläne. Waverly wird von ihrem Verlobten getrennt und steht nun vor einem Rätsel: Warum wurden nur die jungen Frauen entführt?

Klappe:
Das mächtige Sternenschiff Empyrean ist auf dem Weg zu einem weit entfernten Planeten. Zu den ersten Kindern, die auf der langen Reise geboren wurden, gehört die 15-jährige Waverly. Alle erwarten von ihr, dass sie bald ihren Freund Kieran heiratet, um selbst Kinder zu bekommen und so das Überleben der Menschheit zu sichern. Aber ist Waverly wirklich schon bereit, diesen Schritt zu gehen?
Das friedliche Leben endet dramatisch, als wie aus dem Nichts das Schwesternschiff der Emyrean auftaucht – und angreift! Alle Mädchen werden entführt und finden sich in einer Welt wieder, in der nichts ist, wie es scheint. Waverly muss alles daransetzen, zu entkommen und zu Kieran zurückzukehren, der Lichtjahre entfernt um sein Überleben kämpft…

Autorin:
Die amerikanische Autorin Amy Kathleen Ryan hat bisher drei Bücher veröffentlicht, von denen besonders „Zen & Xander Undone“ im englischsprachigen Raum bekannt ist. Mit ihrem vierten Buch „Sternenfeuer“ erschien Anfang März ihr erster Roman auf Deutsch. Gleichzeitig ist das Buch der Auftakt zu einer neuen Serie rund um das Erschließen von neuem Lebensraum in Weltall.

Meinung:
„Sternenfeuer“ ist der Auftakt zur Sternensaga von Amy Kathleen Ryan. „Gefährliche Lügen“ dient somit erst einmal dafür, das Grundgerüst aufzustellen.

Die Empyrian ist unterwegs zum Planeten New Earth, um dort neuen Lebensraum für die Menschheit zu schaffen. Die Erde scheint nur noch bedingt bewohnbar zu sein. Was genau passiert ist, erfährt man vorerst nicht. Da die Reise sehr lange dauern wird, ist die Empyrian voll ausgestattet, mit Gärten für die Lebensmittelproduktion, mit Luftreinigungsanlagen und Zuchtställe für Tiere. Jeder Schiffsbewohner hat seine Aufgabe, jedes Kind erhält früher oder später einen Beruf zugeteilt. Da es keine natürlichen Geburten gab, ist die Reproduktion von Menschen perfektioniert worden. Die erste Generation von künstlich gezeugten Kindern ist mittlerweile im Teenageralter. Und diese sollen nun für Nachwuchs sorgen, da gerade die Mädchen in diesem Alter am fruchtbarsten sind. Es scheint also alles bestens zu laufen. Bis das Schwesternschiff New Horizon, das ein Jahr vor der Empyrian in Richtung New Earth aufgebraochen ist, angreift und alle Mädchen entführt. Auf diesem Schiff gibt es keine Kinder und die Mädchen sind damit sehr wertvoll. Waverly und ihre Freundinnen sehnen sich nach Hause zurück. Aber auch auf der Empyrian steht nicht alles zum Besten. Mit dem Kampf mit der New Horizon tun sich auch auf der Empyrian lang versteckte Abgründe auf. Besonders die Rivalität zwischen Kieran und Seth, der ebenfalls an Waverly interessiert ist, bricht nun vollends aus. Und schon bald ist es schwer, zwischen „Gut“ und „Böse“ zu unterscheiden.

Die Geschichte hinter Sternenfeuer ist sehr interessant, auch wenn sie nicht neu ist. Menschen machen sich auf zu neuen Planeten und müssen dafür lange Zeit in einem großen, aber dennoch begrenzten Raum zusammenleben. Nach Außen erscheint alles in Ordnung zu sein, doch dicht unter der Oberfläche wartet das Hässliche, das durch eine Abweichung im Ablauf zum Vorschein kommt. Daneben gibt es das zweite Schiff, das scheinbar unberechtigt angreift, hinter dessen Fassade aber ebenfalls ein weiteres Gesicht ist. Das Buch zeigt die Abgründe auf, die in der menschlichen Zivilisation lauern und jederzeit ausbrechen können. Genauso zeigt es auf, wie fragil Regeln und Gesetze sind, sobald es zu Krisen kommt. Denn dann entscheidet schnell das Recht des Stärkeren. Zusätzlich wird auch die Rolle von Religion in abgeschiedenen Gemeinschaften genauer beleuchtet, auf die man sich dann beruft, wenn man in Not ist, oder wenn man sie als Waffe gebrauchen kann. Insgesamt also eine interessante Auswahl an Themen und Pulverfässern, die in dieser Saga weiter eine Rolle spielen werden.

Die Charaktere sind dagegen etwas weniger gut gelungen. Waverly ist zum Teil sehr oberflächlich dargestellt. An einigen Stellen kommt sie etwas zu kurz, so dass manches zu abrupt und nicht ganz nachvollziehbar erscheint. Nach dem gleichen Prinzip ist auch Kieran aufgebaut. Bei Seth bin ich noch zu keinem wirklichen Urteil gekommen. Das Konzept scheint auf jeden Fall tiefgründiger als die restlichen Figuren aufgebaut zu sein. Allerdings ist es an manchen Stellen doch etwas extrem.

Fazit:3
Ein interessanter Einstieg in die Saga, die mit einer guten Geschichte ausgestattet ist, bei den Charakteren aber noch etwas schwach auftritt. Sie hat auf jeden Fall Potential. In wieweit das genutzt wird, lässt sich noch nicht sagen. Momentan sieht es aber vielversprechend aus.

Weitere Informationen

  • Autor: Alpers, Hans-Joachim
Letzte Änderung am Mittwoch, 30 Mai 2012 20:20

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