Juli-Regen (Lorentz, Iny)

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Juli-Regen LorentzAlles könnte so schön sein. Alles scheint zu funktionieren, die Ehe, die Selbstverwirklung der eigenen Person und alles was zu einem perfekten Glück gehört. Wenn da nicht der Neid der Verwandten wäre, die zu einer lebensgefährlichen Bedrohung werden.

Klappe:
Berlin 1887. Lore und ihr Mann Fridolin von Trettin genießen das Eheglück mit ihren beiden Kindern und scheinen endlich Ruhe und Frieden in ihrem Leben gefunden zu haben. Zudem soll sich ein langersehnter Traum erfüllen: Fridolin hat die Möglichkeit, in der Heimat von Lores junger Freundin Nathalia ein Gut zu übernehmen. Doch in Ostpreußen schmieden übelwollende Verwandte böse Pläne, die das Glück des Paares zerstören sollen. Lore und Nathalie geraten in höchste Gefahr…

Autorenpaar:
Unter dem Namen „Iny Lorentz“ veröffentlicht das Münchner Autorenpaar Elmar und Iny Lorentz ihre Romane. Anfangs beschränkte sich deren Schriftstellerei auf Kurzgeschichten für Zeitschriften und Anthologien, dann gingen sie über zu Kinderbüchern und Bücher für Fernsehserien. Mit ihrem ersten historischen  Roman,  „Die Kastratin“, und den folgenden Romanen „Die Goldhändlerin“ und „Die Wanderhure“, der letztes Jahr auch verfilmt wurde,  gelang dem Ehepaar der Durchbruch. Es folgten weitere historische Romane rund um Frauenschicksale im Mittelalter. Daneben erschien die Trilogie um Lore von Trettin Mitte des 19. Jahrhunderts. Der erste Band „Dezembersturm“ erschien im Oktober 2009. Es folgten „Aprilgewitter“  im Juli 2010 und der Abschluss „Juliregen“ im Juni 2011.

Meinung:
„Juli-Regen“ schließt die Trilogie um die Familiengeschichte derer von Trettin ab. Idealerweise hat man die beiden anderen Romane gelesen. Aber auch ohne das Vorwissen findet man schnell in den Roman hinein, was durch eine grobe Wiederholung der Vorgeschichte zu Beginn des Romans erleichtert wird.

Lore ist glücklich mit ihrem Mann Fridolin und Kind in ihrem neuen Haus in Berlin. Die Familie ist in den besten Kreisen bekannt, nimmt an gesellschaftlichen Ereignissen teil und kümmert sich um Nathalia, die mittlerweile unter Fridolins Vormundschaft gestellt wurde.  Dennoch lässt sie der Schatten der Vergangenheit in Form von den verhassten Verwandten aus Trettin nicht Ruhe. Malwine und ihrem Sohn Ottwald genügt es nicht, das Gut Trettin zu besitzen. Da sie dieses heruntergewirtschaftet haben, versuchen sie erneut, an das Geld von Fridolin und Lore zu kommen und das obwohl die letzte Intrige ein Schuss nach hinten war. Dieses Mal sind ihnen alle Mittel recht, um Erfolg zu haben, was die Familie und ihre Freunde in große Gefahr bringt.
„Juli-Regen“ spielt, im Gegensatz zu den meisten anderen Iny Lorenz Romanen nicht im Mittelalter, sondern in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts, also zur  Zeit der Industrialisierung und der Blüte des Kaiserreiches. Es geht um eine reiche Familie in Berlin, die Wurzeln nach Ostpreußen hat. Eine Idee, die gerne und daher auch schon häufig ausgearbeitet wurde. Da  in den beiden vorherigen Bänden ebenfalls das Verhältnis zwischen den beiden verfeindeten Familienzweigen das Thema war, fehlt hier etwas die Originalität. Es werden zwar neue Intrigen gesponnen, die Mittel zum Ziel sind brutaler und die Umgebung ändert sich. Nichtsdestotrotz erscheint die Geschichte als der Versuch, die Vorgänger noch zu toppen. Allerdings ist diese Episode mit dem Buch endgültig beendet, was nicht heißt, dass man die Familiengeschichte nicht weiterführen könnte mit den Kindern oder später den Enkeln.

Der Charaktere sind, wie nicht anderes erwartet sehr gut ausgestaltet. Ebenso die geschichtlichen Hintergründe und Ereignisse. Der Schreibstil ist sehr flüssig und zum Teil fesselnd, so dass sich das Buch ganz angenehm liest.

Fazit:3
Ebenfalls wieder ein guter Roman von dem Autorenehepaar Iny Lorentz. Es fehlt nur insgesamt das Neue, das dieses Buch von anderen Romanen gleicher Machart hervorheben würde. Dieses Buch ist besonders für Liebhaber von Iny Lorentz und der Zeit des Kaiserreiches zu empfehlen.

Weitere Informationen

  • Autor: Alpers, Hans-Joachim

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