Die Reise der Nachtigall (Farooki, Roopa)

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Die Reise der nachtigallEine unvergessene Liebe, eine tiefe Freundschaft und die Kunst des Loslassens.

Eine junge Frau auf den Spuren ihrer Vergangenheit und auf der Reise in ihre Heimat. Ohne einen Blick auf ihr geordnetes londoner Leben zurück zu werfen, begibt sie sich in ihr neues, altes Leben.

Klappe:
Ein paar schlichte Worte in einem Buch bewegen Aruna eines Tages dazu, ihr Londoner Leben mit ihrem charmanten Mann Patrick hinter sich zu lassen und in den nächsten Flieger nach Singapur zu steigern. Denn dort, in ihrer alten Heimat, warten noch ungelöste Fragen auf Aruna – und die große Liebe ihres Lebens, die sie nie vergessen konnte.

Autorin:
Roopa Farooki ist eine britische Autorin mit pakistanischen und bangladeschischen Wurzeln. Sie ist die Tochter des in den 1960er Jahren in Pakistan bekannten Autors Nasir Ahmad Farooki. Sie selbst veröffentlichte 2007 ihren ersten Roman „Bitter Sweets“, danach folgten „Corner Shop“ 2008 und „The Way things look to me“ 2009. „Die Reise der Nachtigal“ Im Original „Half Life“ ist ihr vierter Roman.

Meinung:
Das Buch erzählt die Geschichte von drei Personen, die eng miteinander verbunden sind. Die Hauptgeschichte ist die von Aruna, die auf Grund ihrer Bipolarität Probleme mit Beziehungen hat. Seitdem sie ihre Medikamente abgesetzt hat, wird es immer schwerer für sie, ihre Ehe weiterzuführen. Durch den Wunsch ihres Mannes nach Kindern, den sie nicht erfüllen kann, wird die Beziehung immer zerbrechlicher. Bis sie eines Tages ein Zitat von Hari Hassan liest, das sie veranlasst, London und ihren Mann zu verlassen und zurück nach Singapur zu reisen, dem sie vor 3 Jahren ohne ein Wort den Rücken gekehrt hat. Dort wartet ihre alte Liebe Jazz auf sie, der sie nicht vergessen konnte. Die beiden kennen sich seit ihrer Kindheit und waren lange ein Paar. Erst Arunas Flucht beendete ihre Liebe. Jazz hat in den letzten Jahren versucht weiter zu leben, konnte aber die Trennung nie wirklich überwinden. Umso überraschter ist er, als Aruna plötzlich wieder vor seiner Tür steht. Die dritte Geschichte erzählt die von Hari Hassan, dem Vater von Jazz. Von einer schweren Krankheit gezeichnet siecht er im Krankenhaus dahin und kann nicht sterben, weil ihm sein Sohn die Möglichkeit, die Maschinen abschalten zu lassen, nicht gewährt. Stück für Stück müssen diese drei Personen ihre Vergangenheit aufarbeiten, um in die Zukunft gehen zu können.

Die Geschichte wird immer abwechselnd aus der Sicht einer der drei Hauptcharaktere erzählt. Jeder von ihnen hat seine Eigenheiten, die zur Figur passen, die man aber als Leser nicht unbedingt nachvollziehen kann. So fällt es zum Beispiel schwer, sich in die Gefühlswelt von Aruna hineinzuversetzen. Die Bipolarität ist wohl gut dargestellt, aber ohne die nötige Erfahrung damit, kann man sich vieles schwer vorstellen und findet daher auch viele Reaktionen und Entscheidungen erst einmal irritierend. Als zweite Erschwernis kommt die fremde fernöstliche Kultur hinzu. Auch diese ist bestimmt sehr gut getroffen, aber für einen Außerstehenden eben unbekannt. Da ist es leichter, sich mit den beiden anderen Figuren zu identifizieren, die „nur“ durch die Kultur etwas ungewohnt erscheinen.

Die Geschichte ist sehr einfühlsam erzählt. Das Aufarbeiten der Vergangenheit genauso, wie das Auseinandersetzen mit Loslassen und Tod. An manchen Stellen ist es etwas zu stereotyp erzählt, allerdings halten sich diese Phasen in Grenzen.

Fazit: 3
Ein gutes Buch, das sich intensiv mit psychischer Labilität, Loslassen und Tod auseinandersetzt. Erschwerend sind die fremde Kultur und die Unkenntnis über psychische Störungen. Nicht unbedingt ein Buch für schnelles unbeschwertes Lesen, sondern für Abende mit Zeit für die Geschichte.

Weitere Informationen

  • Autor: Alpers, Hans-Joachim

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