Das Artefakt (Brandhorst, Andreas)

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Das Artefakt BrandhorstDas Überleben der Menschheit steht auf der Kippe. Schon einmal konnte sie nur die Gnade der Hohen Mächte retten. Nun drohen die Menschen einer neuen Verlockung zu verfallen.

Inhalt:
Dies ist die letzte Chance der Menschheit: Nachdem sie eine interstellare Katastrophe verursacht haben, die nur durch das Eingreifen der Hohen Mächte eingedämmt werden konnte, müssen die Menschen innerhalb von 600 Jahren beweisen, dass sie zu dauerhaftem Frieden fähig sind. Und das Vorhaben der Menschen scheint unter einem guten Stern zu stehen: Der Planet Heraklon wird zum Zentrum des Friedens und der Diplomatie. Doch dann taucht ein uraltes Artefakt auf, so mächtig, dass es den Technologien der Hohen Mächte ebenbürtig ist – und der Krieg beginnt aufs Neue ...

Autor:
Andreas Brandhorst, 1956 in Norddeutschland geboren, schrieb bereits in jungen Jahren phantastische Erzählungen für deutsche Verlage. Aufsehen erregte er mit der aus 6 Bänden bestehenden Kantaki-Saga (die Diamant-Trilogie: "Diamant", "Der Metamorph" und "Der Zeitkrieg", und die Graken-Trilogie: "Feuervögel", "Feuerstürme" und "Feuerträume") und dem 2009 erschienenen Mystery-Thriller "Äon", der zu einem großen Publikumserfolg wurde. "Die Stadt" ist sein zweiter großer Mystery-Roman. Andreas Brandhorst lebt als freier Autor in Norditalien.

Meinung:
Einleitung? Prolog? Was ist das? Nichts da, Andreas Brandhorst wirft seine Leser direkt ins Geschehen, er lässt ihnen keine Zeit zum Luftholen. Hier gehört schon etwas Durchhaltevermögen dazu, sich in die Geschichte einzuarbeiten, doch dem interessierten Leser sei das Glossar am Ende des Buches empfohlen, das den Einstieg etwas erleichtert und Orientierung bietet. Doch so Manches wird auch erst am Ende aufgedeckt. So ist das ganze Buch über von einem „Ereignis“ die Rede, das auch zumeist mit einer seltsamen Betonung ausgesprochen wird. Es ist deutlich, dass dieses Ereignis einen großen Einfluss hatte, doch muss man lange warten, um eine Erklärung zu bekommen – und diese hat es dann auch in sich. So passiert es hier häufiger, auch wenn manches „Technobabbel“ unerklärt bleibt – was den Verlauf der Geschichte aber nicht stört. Im Gegenteil, so bleibt ein Teil der High-Tech schön mystisch und fast magieartig, was im Buch übrigens auch zitiert wird: „Jede hinreichend hoch entwickelte Technik ist von Magie nicht zu unterscheiden.“

Ich bin jetzt auch schon mittendrin in der Bewertung dieses Werks. „Werk“, ja, so muss man dieses Buch nennen, denn neben der sehr gut zu lesenden Beschreibung der High-Tech (die man sich auch erst erarbeiten muss, s.o.) geht es um das Schicksal der Menschheit, um ihr Bestehen im kosmischen Kampf um Wissen und Anerkennung. Die Menschheit stellt sich dabei ihre übrigen Beine, indem sie beweist, dass sie zwar in der Lage ist, Krieg zu führen, aber nicht dazu, Frieden zu halten. Doch sind die Entscheidungen der Menschheit allein auf ihrem eigenen Willen basierend oder gibt es Elemente, die im Hintergrund aktiv sind? Denn die „Hohen Mächte“, die die Menschheit bewerten, sind nicht ganz so unabhängig, wie es den Anschein hat. Langsam dringt der Leser in das Dickicht der Verwicklungen vor und vor allem hinter den Kulissen vor und entdeckt am Ende, dass nicht alle Mitglieder der „Hohen Mächte“ nicht ganz so edel sind, wie sie sich selbst gerne nach außen geben.

Verschwörungen, Betrug und Lügen sind allgegenwärtig und nehmen im Laufe der Geschichte ein immer größeres Ausmaß an. Vom Lokalfürsten bis zum „Schöpferwesen“, auf allen Ebenen läuft das gleiche Spiel um Vertrauen, Betrug, Lüge und Wahrheit. Diese Vielschichtigkeit ergibt eine sich dahinwindende Geschichte, die zu keiner Zeit künstlich wirkt (ein schwaches Wortspiel in einem SciFi-Roman, ich weiß), sondern den Leser mitreißt – sobald er, wie oben angedeutet hat, den roten Faden gefunden und Zugriff auf die vom Autor erdachte Welt bekommen hat.

Fazit:2
Anspruchsvolle SciFi, die man als solche genießen kann, die aber auch tiefer geht und einen ernsten Kern hat.

Weitere Informationen

  • Autor: Alpers, Hans-Joachim

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