Helden.de » Reviews » Romane » Sf » Atlan X - Lotse im Sandmeer (Kneifel, Hans)
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Klappe: Seit dem Untergang von Atlantis muss Atlan auf der Erde überleben. Sein Ziel ist seitdem, die Menschheit zu fördern, um den Weg zu den Sternen zu erreichen. Als wichtigster Helfer dient ihm der Roboter Rico, sein Stützpunkt ist eine Tiefseekuppel im Atlantischen Ozean. Die meiste Zeit verbringt er dort im Tiefschlaf, doch immer wieder treibt es ihn an die Oberfläche: Atlan nimmt Anteil am kulturellen Fortschritt der Menschheit und beeinflusst diesen. So auch im zweiten Jahrtausend vor Beginn der christlichen Zeitrechnung: Über Ägypten, das fruchtbare Land am Nil, herrscht der Pharao Amenemhet; unter seiner Regentschaft blühen Kultur und Wissenschaft. Gleichzeitig gilt es, die Handelswege auszubauen. In der Maske eines Händlers wird Atlan für den Pharao tätig: Er forscht nach den geheimnisvollen Handelswegen durch die Wüste. Noch ahnt er nicht, dass ihn sein Einsatz gegen nomadische Schmuggler in weit entfernte Oasen und tief in den Süden führen wird ... |
Ursprünglich nur als E-Book erhältlich bildet der Roman des erfahrenen Perry-Rhodan-Autoren Hans Kneifel - vollständig überarbeitet und auf knapp 300 Seiten plus ausführlicher Erklärungen und Glossar erweitert - nun den Auftakt des Kreta-Zyklus' unter der Reihe Atlan X.
Hauptfigur des Romans ist - wie der Name der Reihe unschwer vermuten lässt - der Arkonide Atlan da Gonozal, der spätere Imperator von Arkon, Lordadmiral der USO und Freud Perry Rhodans.
Bis dieses jedoch soweit sein wird, sind noch einige Jahrtausende abzuwarten.
Zur Zeit der Handlung befindet sich der Kristallprinz nach der Zerstörung Atlantis' als Gestrandeter auf Larsaf III - unserer Erde.
Unsterblich durch den Zellaktivator der Superintelligenz ES, ausgestattet mit überlegener Technik und in der reizenden Begleitung der Erdenbewohnerin Asyrta-Maraye verbringt er die meiste Zeit in seinem selbstgewählten Exil auf der Sandaleninsel.
Nun jedoch veranlassen ihn die Ereignisse im Lande Tameri, dem Alten Ägypten um 1980 v. Chr zu Aktivität.
In seiner Rolle als Paladin der Larsaf-Barbaren und Förderer von Entwicklung und Kultur begibt er sich an das Land am Nil und ist dem Pharao Amenemhet und dessen Sohn Sesostris bei dem Aufbau einer Handelsflotte und der Beschränkung des für den Staatshaushalt schädlichen Schmuggels behilflich.
Zu diesem Zweck stellt er seinen Schützlingen Wissen über die Seefahrt zur Verfügung und übernimmt dank überlegener Technik und kluger Planung einen der Schmugglerhäfen am Mittelmeer.
Von dort dringt er auf den Schmugglerpfaden im Sandmeer immer weiter nach Süden vor und lernt die Oasen kennen, die durch den Handel an der Kasse des Pharao vorbei zu Wohlstand gelangt sind.
Schnell erkennt er, dass der Schmuggel mit Gewalt und Überwachung nicht zu beenden ist und so greift er zu einer anderen Strategie, die seinem Wesen auch gerechter zu sein scheint, er überzeugt einflussreiche Würdenträger in den Oasen, dass es für alle besser ist, wenn der Handel über Tameri geführt wird, so dass zwar der Profit für die Händler abnimmt, das friedliche Miteinander jedoch erhalten bleibt.
Im Hintergrund stellt jedoch immernoch der prophezeite Than-Creti einen Unsicherheitsfaktor da, der die Völker des Südens einen und den Kampf gegen die Ägypter führen soll...
Auch wenn die Idee einer Vermischung von historischen und SF-Elementen sicher reizvoll ist, sorgte der Roman bei mir nicht nur für positive Eindrücke.
Großen Respekt muss ich dem Autor zum einen für die kompetente Berücksichtigung historischer Tatsachen und der Vermittlung geschichtlichen Wissens zollen.
Ebenfalls beindruckend ist die Tatsache, dass seine Beschreibungen von Orten, Abläufen und Personen wirklich ein Bild vor meinem geistigen Auge zu erzeugen vermochten. Dies ist durchaus eine Anmerkung wert, denn als Leser filtere ich in der Regel nur die Fakten zur Handlung heraus und bleibe hier und da an besonders gelungenen Formulierungen hängen. Die Visualisierung überlasse ich in der Regel dem Filmgenre.
Weiterhin angenehm ist der recht unauffällige Humor und die sanft eingestreute (Selbst)ironie, die den allzu überlegenen Vertreter einer außerirdischen Hochkultur unter Barbaren erträglich macht.
Leider sind die Motivationen der Protagonisten nicht immer wirklich gut zu durchschauen und manche seiner Wege führen in Sackgassen oder zu unerwarteten Planänderungen und Modifikationen, die auch im Nachhinein nur selten erklärt werden.
Auch werden Hindernisse und Gefahren mühsam aufgebaut, die dann im nichts verschwinden oder innerhalb kürzester Zeit überwunden sind, so dass man sich als Leser fragt: wozu das alles?
Auch wenn die Vermittlung historischen Wissens sicher wünschenswert ist, stellt sich die weitere Frage, ob sie dazu führen muss, dass der Leser verschüttet wird.
Wenn ich nach dem nunmehr vierten Beinamen, mit dem der Pharao nunmehr alternativ bezeichnet wird, wieder einmal überlegen oder nachschlagen muss, mit wem der "Beuteterraner" denn nun spricht, geht der Lesespaß ein wenig verloren.
Alles in allem kam bei mir nicht die Stimmung auf, die dazu führt, dass man mit dem Helden Seite für Seite mitfiebert und somit am Ball bleibt - in wirkliche Gefahr gerät weder er, noch irgendeiner der Nebendarsteller.| Fazit: Als historischer Roman mit SF-Elementen durchaus lesenswert, jedoch anstrengend und wenig spannend. Einen Lichtblick stellt die Aussicht auf die weiteren Entwicklungen der Handlung dar. Für Atlan- und Perry-Rhodan-Fans aber wohl ohnehin ein Muss.
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Wörter: 1115
geschrieben am: Tue, 12 Jan 2010
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