Helden.de » Reviews » Romane » Sf » Atlan X - Insel der Winde (Kneifel, Hans)
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Klappe: Seit dem Untergang von Atlantis muss Atlan auf der Erde überleben. Sein Ziel ist seitdem, die Menschheit zu fördern, um den Weg zu den Sternen zu erreichen. Als wichtigster Helfer dient ihm der Roboter Rico, sein Stützpunkt ist eine Tiefseekuppel im Atlantischen Ozean. Die meiste Zeit verbringt er dort im Tiefschlaf, doch immer wieder treibt es ihn an die Oberfläche: Atlan nimmt Anteil am kulturellen Fortschritt der Menschheit und beeinflusst diesen. So auch im zweiten Jahrtausend vor Beginn der christlichen Zeitrechnung: Über Ägypten, das fruchtbare Land am Nil, herrscht der Pharao Amenemhet; unter seiner Regentschaft blühen Kultur und Wissenschaft. Atlan ist bestrebt, einen Traum des alten Pharao zu verwirklichen: Handelsbeziehungen zur Insel Kreta. Als drei ägyptische Segelschiffe nach gefahrvoller Sturmfahrt Kreta erreichen, wird dem Arkoniden schnell klar, dass das Gelingen seiner Mission vor allem davon abhängt, ob der Minos, der Herrscher von Knossos, gegen seine Rivalen bestehen kann. Unterstützt durch die Quellnymphe Thot-K’aima, erkundet Atlan das Labyrinth und wird zum unsichtbaren Helfer … |
Auch im zweiten Teil des Kreta-Zyklus' ist der aus der nicht nur technologisch weit fortgeschrittenen Hochzivilisation der Arkoniden stammende Erbprinz damit befasst, die die Kultur des alten Ägyptens zu fördern. Seine Bemühungen Handel und Seefahrt voranzubringen haben inzwischen gefruchtet und so sind drei Schiffe im Auftrag des Pharao' unterwegs um Handelsbeziehungen zu der Insel Keft (Kreta) aufzubauen.
Eine Reise über das Mittelmeer, die nicht ganz ohne Tücken ist... und deren Erfolg dennoch die Sehnsucht des sterbenden Pharao' Amenemhet.
Um die Bedeutung einer guten Kommunikation bewusst hat Atlan schon zuvor die Nehesi Thot-K'aima auf die Insel verbracht, die nun nach Schulung durch den Roboter Rico als Dolmetscherin zur Verfügung steht und sich dank der überlassenen Technik des Arkoniden den Ruf einer göttlichen Quellnymphe erarbeitet.
Schnell wird deutlich, dass die politische Lage auf Kreta nicht so gesichert ist, wie es schien und auch Atlan und seine Gefährtin Maraye richten sich eine Bleibe auf der Insel ein, um die Bemühungen der Quellnymphe zu unterstützen.
Treibende Kraft der Kretischen Kultur ist neben den ehrgeizigen Zielen des Minos der geniale Flüchtling Daidaloos, der zusammen mit seiner Gefährtin in der Gunst des Minos steht.
Auch wenn der Minos nicht zu Anfang die Sympathien Atlans weckt, stellt er schnell fest, dass die Absichten von Handelsbeziehungen und kulturellem Austausch am Besten durch den Fortbestand seiner Herrschaft sicherzustellen ist.
So wird denn auch der Tanz im Labyrinth zu einem wichtigen Ereignis, denn dieser entscheidet, ob der bisherige Herrschaft bestehen bleibt oder einer der Herausforderer zum neuen Minos wird...
Ehrensache, dass Atlan dem Schicksal auf die Sprünge hilft, doch das anschließende Erdbeben rüttelt auch das Leben des überlegenen Arkoniden ordentlich auf.
Zusammen mit Daidaloos heftet er sich an die Fährte der Sklavenjäger, die die Naturkatastrophe nutzten, um Beute zu machen...
Und auch ein alter Feind schwört Rache...
Im Gegensatz zum ersten Band der Reihe liest sich die "Insel der Winde" flüssiger und angenehmer. Dadurch, dass nicht nur der überlegene Atlan Mittelpunkt der Handlung ist, sondern auch die Schicksale etwas gewöhnlicherer Sterblicher eine Rolle spielen, nimmt auch die Spannung etwas zu.
Wieder zu loben ist die Detailgenauigkeit von Beschreibungen und der historische Hintergrund, der nicht selten in das altertümliche Kreta versetzt.
Ein weiteres Plus im Vergleich zum Vorgänger ist die bessere Nachvollziehbarkeit von Absichten und Handlungen des Protagonisten.
Weiterhin vorhanden sind jedoch (zumindest zum jetzigen Stand) lose Fäden in der Handlung und aufgebaute Mysterien, die letztendlich zu nichts führen.
Warum werden riesenhafte Harpyien beschrieben und als Rätsel dargestellt, wenn der Autor im gesamten Band nicht wieder auf sie eingeht?
Warum werden Palastintrigen dargestellt und verfolgt, wenn sie hinterher keinerlei Rolle spielen?
Auch für die Vorbereitung der Rettungsaktion fehlt mir das Verständnis. Da kann ein Fluggerät nicht geortet werden und stattdessen stellt man zur Verfolgung der Sklavenhändler ein Schiff fertig, das man mit Kampfrobotern ausstattet. Dem Laien stellt sich da die Frage, ob ein zusammengeschustertes neues Fluggerät und ein Sack voll Betäubungsgranaten nicht auch seinen Zweck getan hätte...
Für die weitere Handlung sicher nicht... aber...
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Fazit: Ein Roman mit detailreichen historischen Schilderungen und einer ordentlichen Portion von Science-Fiction-Wunderwerken, der sich zuweilen ein wenig zu deutlich über Rückständigkeit und Religion der "Barbaren" lustig macht. Durchaus lesenswert und für Freunde des Perryversums sicher eine Frage der Ehre.
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gelesen: 335 mal
Wörter: 964
geschrieben am: Tue, 12 Jan 2010
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