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Klappe: „Blut ist seine Leidenschaft - Er ist ein Wanderer zwischen Grenzen und Welten, zwischen Tod und Leben, Tag und Nacht, Ordnung und Chaos, zwischen Körper und Geist und zudem ein überaus sinnlicher und attraktiver Verführer. Ditte und Giovanni Bandini spüren diesem Grenzgänger nach, verflogen seine Wandlung im Lauf der Zeiten bis hin zum modernen Psivamp. Ditte und Giovanni Bandini setzen mit diesem Buch ihre Reihe über die verschiedenen Fabel- und Fantasywesen fort. Dabei werden sie aber nie zu wissenschaftlich und legen Sachverhalte auch für den Normalbürger verständlich dar. Sie wollen, wie sie selbst sagen, keine psychologische Erklärungen für „den Vampir“ finden, sondern deutlich machen, was der Vampir einst war und was aus ihm wurde - oder gemacht wurde. Dazu kommen viele Abbildungen - kleine in schwarz-weiss, die sich in den Text einfügen, und großformatige, farbige, die über das Buch verteilt eingestreut sind. |
Dazu teilen die Autoren das Buch in drei große Abschnitte. Diese sind aber nicht wie Kapitel zu verstehen, sondern eher inhaltliche Abschnitte, die sich öfters überschneiden. Zuerst behandeln sie den ursprünglichen, volkstümlichen Vampir, dann den literarischen Vampir, wie er in den „Dracula“-Filmen vorkommt. Zum Schluss behandelt das Buch die verschiedenen modernen, „volkstümlich werdenden“ Vampire, deren Bild zum großen Teil von den Büchern bzw. Filmen von Anne Rice beeinflusst wird. Diese beinhalten auch die im Rückentext angesprochen „Psivamps“, die vor allem bei Esoterikern bekannt sein werden.
Diese Einteilung zeigt sich als sehr sinnvoll. Weniger sinnvoll dagegen sind die vielen Bilder im Buch. Sie sind zwar anschaulich und meistens auch passend zu den Textpassagen, werden dagegen im Text so gut wie nie erwähnt oder angesprochen. Noch schlimmer zeigt sich das bei den Farbbildern, von denen einige eigentlich keinen Bezug zum Buch haben und ebenfalls an völlig falscher Stelle im Buch stehen.
Auch die Aufteilung der einzelnen Kapitel macht nicht immer Sinn. So wird im Kapitel „Mord im Namen des Vampirs“ auf die Morde Rod Ferells eingegangen, der 1998 wegen zweifachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt wurde und sich selbst für einen Vampir hielt. Allerdings behandeln nur etwa die ersten einandhalb Seiten des Kapitels diese Morde, und der Rest des Kapitels wird darauf verwendet, eine Lanze für Rollenspiele und -spieler zu brechen. Das mag zwar nötig sein - doch passt es nur bedingt in das Kapitel.
Am Inhalt der Kapitel gibt es dagegen nichts auszusetzen. Besonders das Kapitel über den historischen Graf Dracula verdient besonderer Erwähnung, auch die Kapitel über die „Verwandtschaft“ des Vampirs als volkstümliche Gestalt mit anderen Untoten wie den Nachzehrern sind sehr gut. Allerdings, doch da kann man den Autoren keinen Fehler anrechnen, ist es bei solchen Themen gut möglich, das Geschichten und Traditionen anders wiedergegeben werden, als man sie aus anderen Quellen vielleicht bereits kennt - ohne das eine davon falsch sein muss. Als Beispiel sei hier eine Methode angeführt, das Grab eines Vampirs zu entdecken. Laut den Bandinis führt man dazu ein weißes Pferd mit einer jungfräulichen Reiterin über den Friedhof - in dem Grab, an dem es scheut, liegt ein Vampir. Die gleiche Methode kennt man auch mit einem Rappen und einem jungen Knaben - verschiedene Regionen, verschiedene Traditionen, so einfach ist die Erklärung.
Der zweite Teil, in dem es um die literarischen Vampire geht, ist ebenso fundiert wie der erste. Natürlich finden Bram Stokers Dracula seine Erwähnung, allerdings auch weniger bekannte - und ältere - Quellen, wie dem Gedicht „Christabel“ des Engländers Samuel Taylor Geraldine von 1816, das von einer Vampirin erzählt. Allerdings würde man sich des öfteren direkte Textzitate wünschen - die zwar insgesamt häufig zu finden sind, aber denn noch an einigen Stellen fehlen.
Ganz am Schluss werden die modernen Erscheinungen des Vampirs behandelt - solche die vornehmlich im Internet zu finden sind. Auch die so genanten Vampyre, Menschen, die sich für einen Vampir halten (ohne dabei, wie der erwähnte Rod Ferell zu Mördern zu werden) erden erwähnt. Dabei fällt auf, wie sehr sich doch diese modernen Vampire von den ursprünglichen Unterscheiden, man kann diese Entwicklung aber auf Grund der zuvor behandelten literarischen Vampire gut verstehen - wenn sie auch dann noch etwas verwunderlich wirkt. Doch lassen sich die Autoren hier dann doch zu psychologischen Deutungen hinreißen, die teilweise schlüssig und einleuchtend sind, teilweise aber auch sehr an den Haaren herbeigezogen und oberflächlich wirken.
Am Ende des Buches findet sich ein ausführliches Quellen- und Bildverzeichnis - was bei einem eher für den einfachen Leser gedachten Buchs nicht selbstverständlich ist, aber weitere Recherchen für Interessierte deutlich erleichtert und daher lobend erwähnt werden muss.
| Fazit: „Das Vampirbuch“ hat seine Ecken und Kanten, das merkt man schnell. Aber es ist auch unheimlich interessant und informativ - auch wenn die Schwerpunkte teilweise schlecht gesetzt sind. Alles in allem aber war dieses Buch vor allem eins - zu kurz! Über das Thema Vampir gibt es so viel zu sagen, und Ditte und Giovanni Bandini können dies so gut darlegen, das man einfach noch gerne mehr gelesen hätte. HEX |
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Statistik:
gelesen: 96 mal
Wörter: 1250
geschrieben am: Fri, 15 Jan 2010
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