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Das große Elbisch-Buch (Pesch, Helmut W.)

Helmut W. Pesch Das große Elbisch-Buch Klappe:
Nach langer Zeit sind nun endlich Tolkiens Notizen, Kommentare und Erklärungen zum "Herrn der Ringe" veröffentlicht worden. Aus diesen Notizen gehen viele neue Erkenntnisse über die geheimnisvolle Sprache der Elben hervor. "Das große Elbisch-Buch" bringt den Leser auf den neuesten Stand.

Es bietet:
- Eine umfassende Einführung in die Sprachen der Elben.
- Neues Hintergrundwissen aus Tolkiens Notizen zum Herrn der Ringe.
- Neue grammatische Zusammenhänge und viele bislang unbekannte Vokabeln.
- Einen Anhang über die Sprachen der Orks und Zwerge.
- Erstmals einen Index Deutsch-Elbisch / Elbisch-Deutsch

Autor
Helmut W. Pesch, geboren 1952, studierte Anglistik, Kunstgeschichte und klass. Archäologie in Köln und Glasgow; 1981 promovierte er zum Dr. phil. mit der ersten deutschsprachigen Arbeit über Fantasy-Literatur. Vor allem in diesem Genre ist er als Illustrator, Kartenzeichner, Übersetzer und Autor bekannt geworden.
Unter seinen Übersetzungen sind eine Reihe von Fantasy-Klassikern, darunter drei Romane des amerikanischen Autors James Branch Cabell und eine viel gelobte Neuübersetzung von E. R. Eddisons Der Wurm Ouroboros. Im Bereich der Fantasy hat er sowohl Romane als auch Sachbücher verfasst. Dazu gehören bislang fünf Romane, zum einen eine Hommage an J.R.R. Tolkien mit ?Die Ringe der Macht? und dem Fortsetzungsband ?Die Herren der Zeit?, zum anderen eine Trilogie mit mythologischen Themen für heranwachsende Leser, ?Die Kinder der Nibelungen?, ?Die Kinder von Erin und Die Kinder von Avalon.
An Sachbüchern ist neben ?Das große Mittelerde-Lexikon? von Robert Foster, das er übersetzt, bearbeitet und erweitert hat, vor allem ?Elbisch - Grammatik, Schrift und Wörterbuch? zu erwähnen. Diese Einführung in die Elben-Sprachen von J.R.R. Tolkiens Mittelerde, die als Originalausgabe bei Bastei-Lübbe erschien, wurde sowohl im Buchhandel als auch bei amazon.de zum Bestseller. Ein Nachfolgeband, ?Elbisch - Lern und Übungsbuch?, mit Lektionen zum Selbststudium, einschließlich eines Wörterbuchs Deutsch-Elbisch, erschien im November 2004.
Helmut W. Pesch ist verheiratet, hat eine erwachsene Tochter und wohnt am Rande von Köln.
Meinung:

Wie bewertet man ein Sachbuch? Das war meine erste Frage, als ich dieses fast 900 Seiten starke Werk in die Finger bekam. Also machte ich mich daran, meine Unterlagen über die elbischen Sprachen Tolkiens zusammenzusuchen und das Buch anhand dieser Quellen auf Aktualität und Vollständigkeit zu überprüfen.

An dieser Stelle möchte ich aber zunächst eine meiner Meinung nach sprachliche Ungenauigkeit im Buchtitel klar stellen, der zu Missverständnissen führen kann. Selbstverständlich gibt es kein ?Elbisch? als Sprache, es gibt statt dessen eine Vielzahl an elbischen Sprachen auf Arda, die sich im Laufe der Geschichte entwickelt und verändert haben. In diesem Buch werden Quenya und Sindarin, die im Werk Tolkiens am besten dokumentierten elbischen Sprachen behandelt. Zudem wird noch kurz auf das Zwergische und die schwarze Sprache eingegangen.

Aber kommen wir zurück zum Buch selbst. Alleine für sich schon lohnenswert ist das Literaturverzeichnis. Hier wird in der Tat alles aufgeführt, was in der Sprachforschung Rang und Namen hat. Ob es Helge Fauskangers exzellente Seite ?Ardalambion? ist, ob ?Parma Eldalamberon?, ob es die Arbeiten von Christopher Gilson, Patrick Wynne und Carl Hostatter sind, der Autor hat in der Tat alles genutzt, was an Material verfügbar ist. Letztendlich wurde mit diesem Buch nichts anderes gemacht, als diese Informationen zusammenzuführen und in einen Band zu pressen. Aber man sollte diese Aufgabe nicht unterschätzen. Es ist die eine Sache, ein vorhandenes Lexikon, wie es zum Beispiel von Helge Fauskanger zur Verfügung gestellt wird, zu übersetzen. Es ist aber eine ganz andere, den Überblick über ein derartiges Fachgebiet zu bekommen und erfolgreich zu vermitteln. Und es ist ein ganz eigenes Problem, die mitunter unterschiedlichen Interpretationen der einzelnen Sprachforscher unter einen Hut zu bekommen. Dies ist hier in ausgezeichneter Manier gelungen.

Im Buch werden kurz die Entwicklungen der behandelten Sprachen vorgestellt und die wichtigsten Quellen aus dem Werk Tolkiens vorgestellt. Anschließend wird die Grammatik von Quenya und Sindarin ausführlich und mit zahlreichen, leicht nachzuvollziehenden Beispielen dargestellt ? und es wird auch auf die bekannten und noch ungelösten Fragestellungen hingewiesen. Weiterhin wird eine Einführung in die entsprechendes Schriften (Tengwar und Cirth) gegeben, die für sich alleine schon lesenswert ist, da hier in besondere Manier kritisch mit dem vorhandenen Ausgangsmaterial umgegangen wird und auch so manche Eigenheiten der bekannten Texte analysiert wird. Der Löwenanteil im Buch wird allerdings von den Wörterbüchern Deutsch-Quenya, Deutsch-Sindarin und jeweils umgekehrt eingenommen. Diese spiegeln neben Einzelfragen der Grammatik in besonderer Art und Weise den Stand der Forschung, aber auch die Interpretationen des Autors wieder, insbesondere, wenn die Wahl zwischen unterschiedlichen Ansichten der Sprachforschern besteht.

Auf den ersten Blick sind mir beim Querlesen keine gravierenden Fehler untergekommen. Wie oben beschrieben liegt es allerdings in der Natur der Sache, dass es bei bestimmten Fragestellungen unter Sprachforschern immer wieder zu endlosen Diskussionen insbesondere über die Grammatik kommt. Diese Diskussionen kann man natürlich nicht im Rahmen eines solchen Buchs abhandeln, hier muss eine Festlegung getroffen werden, um einen ?kanonisierten? Stand abzubilden. Der Autor sagt hierzu selbst im Vorwort, dass das Buch nicht das ?definitive Buch zum Thema? sein kann. Sich an ein derart umfangreiches Werk zu machen, mit dem Wissen, dass es letztendlich Lücken und mögliche Fehler haben wird, verdient Respekt.

Alles im allem macht der Buch einen äußerst runden Eindruck und ist in sich stimmig aufgebaut. Dies ist meiner Meinung nach ein wichtiger Punkt: solange eine gewisser roter Faden erkennbar ist, an dem sich der Leser entlang führen lasen kann (und die sachliche Richtigkeit gewährleistet ist) , solange ist das Buch ein zuverlässiger Begleiter, an dessen besondere Charakteristiken man sich gewöhnen kann. Und dies ist hier vom persönlich gehaltenen Vorwort bis zum Schlusswort gegeben.

Ein Wermutstropfen bleibt allerdings bestehen, und der ist nun mal dem Medium Buch geschuldet: das Buch kann im besten Fall nur den aktuellen Stand der Forschung (Dezember 2008) wiedergeben. Weitere Entwicklungen können nur im aufwändigen Prozess einer Neuauflage eingepflegt werden. Wer sich aber ernsthaft mit den Sprachen Tolkiens beschäftigt, wird dieses Buch ohnehin als Arbeitsbuch ansehen so ständig aktualisieren. So gesehen ist das Buch eine exzellente Basis, um hier einen Einstieg in die elbischen Sprachen Tolkiens zu bekommen.

Fazit:
Das Buch ist zwar keine Pflichtlektüre für die Interessenten der Tolkienschen Sprachschöpfungen, da ?nur? der aktuelle Stand der Sprachforschung hier zusammengefasst wird. Es ist aber eine ausgezeichnete Übersicht über die ?großen? elbischen Sprachen und für jeden lohnenswert, der in dieses Gebiet einsteigen will und / oder mit den englischen Quellen nicht ganz so gut klar kommt.







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Statistik:
gelesen: 219 mal
Wörter: 1329
geschrieben am: Sat, 24 Apr 2010
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