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Chronik der Erzengel - Sohn der Verdammnis (Wendy, Alec)



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Klappe:
Vor vielen Äonen gab es einmal drei Brüder: Michael, Gabriel und Lucifer. Erzengel, Fürsten des Himmels. Doch als Jehovah den Menschen schuf, da empörte sich Lucifer gegen ihn mitsamt einem Drittel der Engel. Aber er wurde niedergeworfen und in die Hölle verbannt. Seitdem war es sein oberstes Ziel, das Menschengeschlecht zu verderben und den Plan Gottes zunichte zu machen.
Drei Brüder: Jason, Adrian und Nick. Der eine beherrscht das größte Medienimperium der Welt. Der zweite ist Präsident der Europäischen Union. Der dritte ist ein Archäologe und Playboy im letzten Stadium von Aids.
In New York versammelt sich der Rat der Illuminati. Flugzeuge stürzen in Wolkenkratzer, die globalen Märkte brechen zusammen, der Dritte Weltkrieg steht bevor. Jetzt ist die Zeit gekommen, da der Sohn der Verdammnis seine Herrschaft antritt, geklont aus dem Genom eines gefallenen Erzengels in den eisigen Krypten der Hölle. Er ist bereits mitten unter uns. Denn er ist einer der Brüder.
Ein uralter Krieg steht vor der Entscheidung, der einst unter drei Brüdern im Himmel begann: Michael, Gabriel - und Lucifer.
 

Meinung:

Wendy Alec wurde in London geboren und wuchs in Südafrika auf. Ihre Karriere in der Medienwelt begann als Werbetexterin und Kreativchefin bei einer Produktionsfirma für TV-Werbung. Zusammen mit ihrem Mann gründete sie 1995 im Rahmen von SKY den ersten religiösen Fernsehkanal (GOD TV) in Europa. Die „Chronik der Erzengel“ begann als Filmprojekt und wurde dann als Buch realisiert. Im Eigenverlag erschienen, verbreitete sich die Kunde durch Mundpropaganda und machte internationale Verlage auf dieses Phänomen aufmerksam. Derzeit schreibt Wendy Alec an dem Folgeband zu Sohn der Verdammnis - aber die Idee einer Verfilmung hat sie immer noch nicht aufgegeben.

„Sohn der Verdammnis“ ist ein Band aus der Reihe „Die Chronik der Erzengel“.

Die bisherigen bzw. geplanten Bände der Chronik der Erzengel (im Original „Chronicle of Brothers“) (Stand Dezember 2011):

- „The Fall of Lucifer“, Januar 2006 (englische Version, nicht auf Deutsch erschienen)
- „Messiah - The First Judgement“, November 2007 (englische Version, nicht auf Deutsch erschienen)
- „Sohn der Verdammnis“, April 2011 (im Original „Son of Perdition“, Dezember 2009)
- „Fürst des Todes“, geplant für 2012 (im Original „The Pale Horse“, geplanter Erscheinungstermin 2012)
- „The Fall“ (englische Version, geplanter Erscheinungstermin 2013, deutsche Version unbekannt)

Als Erstes und schon recht abschreckend stößt man nach Aufschlagen dieses bei Bastei Lübbe (Lübbe Paperback) erschienenen Fantasy-Romans auf sieben Seiten, auf denen die Hauptpersonen vorgestellt werden. Hat man das erst einmal verdaut und somit den ersten Schock und ersten Widerwillen gegen das Buch überwunden, findet man sich recht schnell in einer Geschichte wieder, die zum Teil sehr gut, sehr plastisch, sehr sympathisch geschrieben ist, zum Teil jedoch an den Haaren herbeigezogen und völlig absurd ist und zu Unmutsäußerungen Anlass gibt.
 
Erzählt wird, wie Lucifer als einer der Gefallenen Engel sein Genom per Wissenschaftler im Labor in einer Kunstgebärmutter ausbrüten lässt um das menschlich wirkende Baby gegen ein anderes Baby einer der einflussreichsten Familien der Welt auszutauschen und unerkannt aufwachsen zu lassen. Alles zielt darauf hin, dass die Apokalypse kommen wird und diese letztendlich von einigen wenigen, Lucifer anhängenden Familien, die eine Schattenregierung bilden und die Welt steuern mitverursacht wird, unterstützt und vorangetrieben von Lucifer, seinem Abkömmling und weiteren Gefallenen Engeln in Menschengestalt. Als Gegenpart gibt es Himmlische, die ebenfalls in Menschengestalt auf Erden wandeln und versuchen, ein wenig Einfluss zu nehmen, auch wenn dies kaum möglich ist, da die Apokalypse unausweichlich und letztlich auch vertraglich mit Jehovah geregelt ist.    

Die Geschichte liest sich stellenweise sehr schnell und durchaus auch mit Begeisterung. Allerdings gibt es hanebüchene Stellen, an denen man sich fragt, wieso man das Buch überhaupt noch weiter in Händen hält. Beschreibungen des Himmels wirken so als versuche hier jemand mit seinen menschlichen geistigen Möglichkeiten durch Aneinanderreihung von sich übertrumpfenden Beschreibungen der Jetztzeit etwas bildlich zu machen, was überhaupt nicht bildlich zu machen geht. Hier stößt die Autorin einfach an menschliche Grenzen und Grenzen des Fassungsvermögens des menschlichen Gehirns auch auf Seiten der Leser. Die Darstellungen driften so leicht ins Absurde, ins Slapstickmäßige ab und ich fragte mich an mancher Stelle, ob das Buch ernst gemeint ist oder sich selbst auf die Schippe nimmt.

Dass ich letztendlich das Buch weitergelesen habe, liegt vor allem an den Charakteren, die sehr schön gezeichnet sind und zu denen man eine Verbindung herstellt. Aber auch die Geschichte grundsätzlich hat durchaus ihren Reiz, wenn man von all den eingeflochtenen Verschwörungstheorien, überzeichneten, absurden Beschreibungen und Ähnlichem absieht.

 

Fazit:
In „Sohn der Verdammnis“ versucht die Autorin, eine grundsätzlich sehr gute Idee für den Leser packend und plastisch umzusetzen, was an etlichen Stellen misslingt. Absurditäten nehmen manchmal zu sehr Überhand. Allerdings verleitet einen der geschickte und spannende Schreibstil dazu, das Buch weiterzulesen, nicht zuletzt weil man wissen möchte, wie es mit den Charakteren weitergeht. Auch wenn ich nicht behaupten kann, dass dies zu einem meiner Lieblingsbücher wird, könnte ich mir gut vorstellen, die Fortsetzung zu lesen und sei es nur, um zu erfahren, was aus Nick wird ...

Das Buch bekommt von mir eine 3-4, da trotz Absurditäten die Geschichte interessant erzählt wird und auch die Charaktere gelungen sind.




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gelesen: 77 mal
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geschrieben am: Sun, 1 Jan 2012
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