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Klappe: Ein Buch, das Menschen töten und die Welt zum Einsturz bringen kann:die Teufelsbibel Böhmen 1572. In einem halb zerstörten Kloster wird der achtjährige Andrej Zeuge eines schrecklichen Blutbads. Zehn Menschen, darunter seiner Eltern, werden brutal ermordet. Andrej kann fliehen und nimmt eines der am besten gehüteten Geheimnisse der Kirche mit sich: das Wissen um die Existenz des Codex Gigas – der Teufelsbibel. Ein Dokument, das drei Päpste das Leben kosten und die Macht haben soll, das Ende der Welt einzuläuten. Über den Autor Mehr über das Werk ist unter www.teufelsbibel.de zu finden und den Internetauftritt des Autors findet man unter www.duebell.de. |
Erst war ich hin und weg vom Klappentext – das Buch mußte ich haben. Als ich es hatte, war ich hin und weg von den Dramatis Personae – viel zu viele Namen mit viel zu vielen Querverweisen. Aber „Komm!“, dachte ich, „Das wird schon. Wenn Du erst einmal im Buch selber bist, wird sich alles klären.“ Falsch gedacht.
Gerade am Anfang wird derart mit Namen jongliert, daß ich einige Passagen mehrfach unter zur Hilfenahme der Einleitung lesen mußte, um sie einigermaßen zu verstehen. Wäre alles ein wenig einfacher gewesen, wenn man die Kirchenanhänger anfangs nur mit Namen und nicht gleich mit ihren verschiedensten Funktionen vorgestellt hätte.
Apropos Kirche, wer nicht fest im Sattel des katholischen Vokabulares sitzt (so wie ich), wird auch in dieser Hinsicht auf Dämme im Lesefluß stoßen. Wäre alles halb so schlimm, wenn die Begrifflichkeiten erklärt werden würden. Werden sie aber nicht.
Wo wir gerade dabei sind. Mein Latein mag ein wenig eingerostet sein, aber bisher konnte ich zumindest überall den ungefähren Sinn verstehen. Diese Mal nicht. „Sollte aber kein Problem sein, wird ja bestimmt gleich übersetzt.“ Wieder falsch gedacht.
Nun, weder Kirchen- noch Lateinvokabeln kommen so häufig vor, daß man gar nichts mehr verstehen würde, aber störend ist es schon. Zumal es mit dem allgemeinen Lesefluß eh nicht weit her ist. Der Autor springt sehr häufig zwischen den Personen hin und her, so daß man sich oft nicht gleich sicher ist, über wen gerade erzählt wird.
Herr Dübells Schreibstil wandelt innerhalb weniger Zeilen von schnell dahingeschriebenen Intermezzos zu detailverliebten Momentdarstellungen und von kurz notierten Beweggründen zu ausschweifend dargestellten Gefühlserkenntnissen. Versteht dieses bitte nicht als Kompliment! Zumindest bei mir hat das dazu geführt, daß ich von einigen halbseitigen Absätzen nur etwa zehn Wörter wirklich gelesen habe.
All dieses schafft es fast, die eigentliche Idee der Handlung – wie im Klappentext beschrieben, der mir als solches grundsätzlich gefallen hat – untergehen zu lassen. Und mit der Handlung meine ich die Geschichte um die Teufelsbibel und nicht die eingesponnenen Tragik-Liebesschnulzen.
| Fazit: Letztendlich mag „Die Teufelsbibel“ etwa für jemanden sein, der A) sich in der katholischen Kirche und deren Geschichte auskennt, B) sein Kleines Latinum nicht nur auf dem Papier hat und C) sich nicht stört, innerhalb eines Buches die verschiedensten Genres abgedeckt zu bekommen (wenn auch alle nicht wirklich zufriedenstellend). Für mich war das Buch kein Leseerlebnis sondern eher ein Durcharbeiten von Storynotizen. Nach dem Lesen des Nachwortes des Autors hat sich mir aber so einiges erklärt. Er wollte eigentlich eine ganz andere Geschichte schreiben und hat sich mittendrin anders entschieden. Das dürfte dann auch erklären, warum die Person der Jarmila And?l in den Dramatis Personae aufgelistet wird, aber im restlichen Buch nicht ein einziges Mal erwähnt wird… Bewertung (Schulnotensystem) Ainadan Merrick |
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gelesen: 650 mal
Wörter: 1289
geschrieben am: Tue, 20 Oct 2009
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