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Weil wir glücklich waren (Moriarty, Laura)



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Klappe:
Manchmal müssen wir das Glück erst verlieren, bevor wir erkennen, dass wir glücklich waren.
Veronica hat gerade erste angefangen, ihr eigenes Leben zu leben, da erfährt sie: Ihre Eltern haben sich getrennt. Plötzlich steht sie vor den Trümmern ihrer einst so glücklichen Familie. Dabei braucht sie ihre Eltern gerade jetzt. An der Uni läuft es nicht so gut, und dann ist Veronica auch noch verliebt – zum ersten Mal so richtig. Doch auch mit der Liebe ist es alles andere als einfach. Und als wäre Veronicas Leben nicht schon kompliziert genug, steht plötzlich ihre Mutter vor der Tür. Mit gepackten Koffern und Familienhund Bowzer. Sie bittet Veronica, eine Weile bei ihr wohnen zu dürfen. Ein Belastungstest, aber auch eine Chance für Mutter und Tochter, sich noch einmal ganz neu kennenzulernen…


Meinung:

Der Vater, ein erfolgreicher aber auch cholerischer Anwalt, kommt von einer Geschäftsreise nach Hause und findet den Dachdecker im Bett. Die Mutter, früher fest im Beruf, hat aber nach der Geburt der Kinder nur noch zeitweise gearbeitet, sagt dazu nicht viel, nur dass sie nicht wirklich untreu war. Dennoch bedeutet dies das Ende einer über 20-jährigen Ehe. Während die ältere Tochter Elise, selbst Anwältin, verheiratet und schwanger, mit der Scheidung einigermaßen zu recht kommt, bricht für Veronica, gerade 20 und am Beginn ihres Studiums, eine Welt

zusammen. Besonders als die Mutter, die finanziell ruiniert ist, bei ihr einzieht, scheint ihr Leben immer mehr außer Kontrolle zu geraten. Auch ihr Vater, der sich bald nach der Scheidung eine neue Freundin sucht und finanziell keinerlei Sorgen hat, zumindest ab dem Moment, als die Scheidung durch ist, übt Druck auf sie aus. Er will, dass sie erfolgreich und finanziell unabhängig wird und vor allem gut behütet aufwächst. Da er das nicht garantieren kann oder will, belastet ihn das sehr und er schiebt die Gefühle weiter an seine Tochter. Erst das Versuchen von Mutter und Tochter sich gegenseitig zu verstehen und die Ehe der Eltern als das zu sehen was sie war, nämlich schon lange nicht mehr glücklich, und das Loslösen von der Vergangenheit und dem Druck des Vaters,  hilft ihr, wieder mit sich ins Reine zu kommen.


In diesem Roman von Laura Moriarty steht wiederum eine Mutter-Tochter-Beziehung im Mittelpunkt, wie schon in ihren beiden anderen Roman „Das Versprechen meiner Mutter“ und „Eines Tages vielleicht“.


Der Roman ist ganz passabel erzählt. Die Protagonisten sind mit Liebe zum Detail und nahe an der Realität geschaffen. An manchen Stellen ist es aber etwas stereotyp, wenn z.B. der Mann finanziell auf die Beine kommt und sich ganz klassisch eine jüngere Frau sucht, während die Mutter finanziell ausgeblutet ist und an allem fast zerbricht. Das mag bis zu einem gewissen Grad das amerikanische Milieu wiederspiegeln, aber es wäre für die Geschichte besser gewesen, es nicht so standardisiert zu erzählen. Insgesamt ist es aber eine glaubhafte Familiengeschichte, auch wenn man an manchen Stellen etwas mehr Reaktionen von den Protagonisten erwartet hätte.


Der Roman ist fast durchwegs in der Ich-Person aus Sicht von Veronica geschrieben. Nur an zwei Stellen wird damit gebrochen und aus der dritten Person über die Mutter Natalie berichtet. Ein nicht ganz passender Schreibstilbruch, aber nicht übermäßig störend.


Fazit:
Ein unterhaltsam und ganz passabler Roman rund um Scheidung und Erwachsen werden. An manchen Stellen ist er etwas stereotyp und distanziert, während er an anderen wieder etwas zu intensiv ist.  Durchaus lesenswert, aber nicht unbedingt Pflichtlektüre.



Joela

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gelesen: 67 mal
Wörter: 836
geschrieben am: Sun, 8 Jan 2012
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