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Lichtlos (Thiel, Michael)

Chtulhu - Waffenhandbuch Klappe:
Die hochmütige Kreuzung von Magie und Technik brachte die Torwesen in die Welt und die Seelen der Menschen. Vergebens schlägt die Natur im Todeskampf um sich. Vier Fraktionen kämpfen auf dem letzten Kontinent Dememnon um die Vorherrschaft, doch gegen den wahren Feind sind sie machtlos.
Von einem alternden Piraten, einem religiösen Fanatiker, einer gescheiterten Magierin und einer technokratischen Verräterin hängt es jetzt ab, ob das Schicksal der Welt noch einmal gewendet werden kann oder die Menschen diesmal die Rechnung begleichen müssen.
Meinung:

Ich könnte mich dumm und dämlich ärgern! Ja, so habe ich noch nie eine Rezension begonnen, aber noch nie habe ich mich nach dem Lesen ernsthaft geärgert. Man ließt ein Buch mit einer hervorragenden Grundidee, die so verdammt viel Potential hat, man spürt direkt, wie es im Kopf des Autors brodelt und dass er alles dem Leser näher bringen will. Aber hier bricht ihm genau das das Genick.

Dabei beginnt das Buch so viel versprechend. Auf einem Schiff wird ein alter Pirat von einem dieser geheimnisvollen Torwesen angegriffen. So erfährt man auch die ständige Bedrohung, der man ausgesetzt ist und der man nur durch Willensstärke Herr werden kann. Das ist vom ersten Moment spannend, Fragen kommen auf und die ersten Geschichtsstränge werden gesponnen. So mitreißend und dann... die ersten Fäden werden eiskalt abgehackt. Jede Antwort auf die aufgekommenen Fragen werden beantwortet und dann schippert man irgendwie so auf dem müder werdenden Strom der Geschichte dahin. Nach diesem grandiosen Anfang werden kaum noch Fäden gesponnen. Antworten werden schon gegeben, noch bevor man sich überhaupt irgendwelche Fragen stellen kann. Und schließlich und endlich, der Höhepunkt in Sachen Müdigkeitsfaktor wird dann mit dem Auftauchen einer Gottheit erreicht. Statt ihn geheimnisvoll zu gestalten, so dass man als Leser unsicher ist, ob er tatsächlich das ist, was er vorgibt zu sein, plärrt der Autor gleich mal alle Antworten raus. Das Schlimmste ist schließlich, dass die Geschichte zu einem schnöden „Auftragsabenteuer“ absackt. Nach dem Motto: „Geh mal dorthin, dann erhältst du diesen tollen neuen Gegenstand und kannst zur nächsten Stufe aufsteigen!“

Wirklich ärgerlich. Denn wie gesagt, an sich ist das alles keine blöde Idee, nur müsste der Autor die Sache anders aufziehen, mehr Spannung reinbringen und nicht jedes kleine bisschen an mitreißender Themen von vorne weg zunichte machen. Besieht man sich dann noch die gezeichneten Karten, die Skizzen im Roman und den Guide durch Dememnon, ärgert man sich besonders, dass sich der Autor so viele Gedanken macht und sie dann so schlecht ausarbeitet. Es scheint fast als würden seine Ideen so schnell auf´s Blatt gebracht werden wollen, dass zur Ausarbeitung keine Zeit mehr bleibt. So liest man eine Szene in der kaum Zeit verwendet wird, um ein Gefühl für die Umgebung zu geben und man fragt sich dann, warum nun plötzlich dies oder jenes geschieht. Grund dafür ist die Oberflächlichkeit mit der der Autor Michael Thiel beschreibt. Zu schnelle Sprünge und Zwischengedanken, die von der Szene zu sehr ablenken und an anderer Stelle besser platziert wären, helfen einem nicht gerade die Geschichte zu verfolgen und den Überblick zu behalten.

Etwas überheblich wirkt der Autor dann in seinem Schlusswort. Dort erzählt er von seiner Intention, die er mit dieser Geschichte verfolgt, welchen Weg er noch gehen will und dass er noch so viele Ideen hat, die er zu Blatt bringen will. Nun, das alles glaube ich ihm durchaus, nur wäre es bei weitem schöner, wenn er diese Erkenntnisse und sog. Moral der Geschichte in dem Roman umsetzen würde und nicht im Nachwort.

Fazit:
Selten war ich nach einem Buch so aufgebracht, da es so viele tolle Ideen vorhanden sind, die so miserabel umgesetzt werden. Hätte sich Michael Thiel doch nur etwas mehr Zeit für die Szenen genommen, wäre „Lichtlos“ zu einem meiner Lieblingen geworden. Es tut mir förmlich weh, diesem kreativen Kopf, der zu schnell durch die Geschichte braust, diese schlechte Benotung zu geben. Doch der Roman bietet nicht mehr als gute Ideen und eine schlechte Umsetzung.







Jolinar
 

 

  

 

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gelesen: 379 mal
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geschrieben am: Fri, 19 Feb 2010
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