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Das Spiel des Asen (Drees, Ulrich)

Das Spiel des Asen (Drees, Ulrich) Klappe:

Auerochsen durchstreifen die Wälder Südniedersachsens. Im Spreewald und in Berlin machen slawische Fabelwesen Jagd auf Zuhälter. Uralte Geheimbünde versuchen, die himmlischen Heerscharen auf den Plan zu rufen. Anzeichen für einen aufkommenden Sturm ...

 

Drei sehr unterschiedliche Männer geraten in den Mittelpunkt dieser Entwicklungen:

Ronny von Freiseneck, von Beruf Sohn und Lebenskünstler, der sich plötzlich in einer ebenso faszinierenden wie tödlichen Parallelgesellschaft zurechtfinden muß.

Thor Bronski, Berliner Privatdetektiv, der eigentlich nur einen weiteren Adelssproß in den Schoß seiner Familie zurückbringen wollte, sich aber unerwartet mit einem Magier anlegen muß.

Hermann Braun, Oberst einer Bundeswehr-Spezialeinheit und Mitglied des Deutschen Ordens, der nie damit gerechnet hätte, einmal keinem Geringeren als einem Gott entgegentreten zu müssen.

 

Sie alle sind Teil eines Spiels, das im Konstantinopel der Kreuzfahrer seinen Anfang nimmt – und dessen geheimnisvolle Drahtzieher beschlossen haben, es in den ersten Tagen des neuen Millenniums zu Ende zu bringen ... so oder so.

Meinung:

Statt Hammer und Sichel wartet das Cover des gut 470 Seiten starken Werkes mit Hammer und Hörnern in schwarz auf rotem Grund auf. Auch die Lettern des Titels – zum besseren Verständnis in etwas abgelegeneren Teilen der deutschen Wildnis in Runenschrift wiederholt – lassen keine Zweifel daran, dass wir es hier mit etwas Mythologie zu tun bekommen werden.

Tatsächlich handelt es sich bei diesem Roman von Ulrich Drees - bisher als Autor in der Tabletop-Welt von Demonworld als Autor von Kulturbeschreibungen und der Nordmark-Roman-Trilogie in Erscheinung getreten - um ein Werk, dass sich recht großzügig in der germanischen und slawischen Glaubenswelt bedient, aber auch Templer, Rosenkreuzer und Zürcher Gnome nicht außen vorlässt.

Wie schon der Klappentext verrät, spinnt der Autor seine Geschichte tatsächlich hauptsächlich um drei Hauptfiguren und der Inhalt ist tatsächlich auch am Besten wiedergegeben, wenn man sich an diesen dreien getrennt voneinander orientiert, denn ein wirkliches Zusammentreffen findet tatsächlich erst zum Showdown am Ende statt.

Von Freyseneck verfügt neben seinem blauen Blut auch noch über eine magische Begabung. Diese wurde jedoch nicht, wie in der Familie üblich, durch die Rosenkreuzer geschult - die die Praxis ohnehin ablehnen - da eine Intrige von Ronnys Bruder in früher Jugend dazu führte, dass sein Talent verborgen blieb.

Die Folge war auch eine Entfremdung vom Vater.

Als jedoch seine Begabung sich erneut zeigt und er beginnt, seltsame Phänomene wahrzunehmen, bleibt ihm keine ander Wahl, als den Vater um Hilfe zu bitten.

Der Vater empfängt, nun, da er die Begabung erkennt, den verlorenen Sohn mit offenen Armen und kündigt ihm an, ihn nun in die Welt der Rosenkreuzer einzuführen.

Zu einem Happy End kommt es jedoch nicht, denn wenige Tage später verkündet Ronnys älterer Bruder den Tod des Vaters.

Zu allem Überfluss wird er daraufhin noch von einigen finsteren Gestalten in Goth-Montur fliehen und wird von der Rusalka, einem slawischen Feenwesen errettet, die ihn als "den Helden" zu erkennen vorgibt.

In der weiteren Entwicklung versucht Ronny den Tod seines Vaters aufzuklären, erfährt von der Verwicklung seines Bruders in Machenschaften des Deutschen Ordens, lernt Menschen kennen, die ihm helfen seine Begabung kennen zu lernen, trifft mit einer niederen germanischen Gottheit zusammen, gerät in Konflikt mit Oberst Braun und stellt sich am Ende als wiedergeborener keltischer Sagenheld zusammen mit Bronski einer großen Gefahr.

Obwohl Oberst Braun einen geradlinigeren militärischen Lebensweg hinter sich hat und in eine klare Befehlskette eingebunden ist, ist das Leben für ihn auch nicht einfach. Von seinem Ordensoberen erhält er den Auftrag, die notwendigen Vorbereitungen für eine Beschwörung zu treffen. Nicht nach Dämonen steht dem Hochmeister jedoch der Sinn, sondern Engel sollen gerufen werden, um dem Glauben an Gott den Allmächtigen wieder vorschub zu leisten.

Nicht genug damit, dass der damit verbundene Ritus und die Zusammenarbeit mit einem abtrünnigen Rosenkreuzer (wer das wohl sein mag?) Oberst Braun zuwider ist. Nein, als die erste Beschwörung scheitert, greift sein Orden auf die Hilfe eines wahrhaften Fachmanns mit mehr als zweifelhaftem Ruf und noch zweifelhafterem Lebensstil zurück.

Der Magier Bautison soll es für den christlichen Orden richten - und wenn der eines ist, dann kein Christ.

Im Auftrag eines (nennen wir es einfach einmal) Interessensverbandes aus Zürich erhält hingegen Thor Bronski lukrative Aufträge, die nicht selten damit zu tun haben, bestimmte Gegenstände sicherzustellen oder mystische Wesen unschädlich zu machen.

Kummer ist er also gewohnt, aber als er versucht die Entführung eines jungen Adligen zu verhindern, gerät er mit Bautison aneinander und dies führt den hartgesottenen Privatdetektiv an seine Grenzen.

Was die Russenmafia damit zu tun hat, ob Thor nur zufällig Probleme mit Caniden hat und ob Bautisons wahrhaft lange gehegter Plan in Erfüllung geht, wird erst das Ende der Geschichte zeigen.

So konfus die kurze Inhaltsübersicht klingen mag, so verwirrend geht es teilweise auch im Roman zu. So vielfältig die Elemente auch sind und so interessant die einzelnen Handlungsfäden fält es dem Autoren doch nicht immer leicht, jedes Element elegant und gut verdaulich einzubinden, so dass der Leser hin und wieder die Übersicht zu verlieren droht.

Weniger wäre hier vielleicht mehr gewesen, auch wenn die Verknüpfung der extremen Bandbreite an Elementen aus europäischer Sagenwelt und Weltverschwörungstheorie durchaus ihren Reiz hat.

Davon abgesehen zeigt sich der Autor auf diesem Gebiet recht firm, weicht Unstimmigkeiten gelungen aus und versteht es überdies noch Spannung und Unterhaltung zu erzeugen.

Eine nette Pointe für den Schluss ist der Rückgriff auf die Edda, die hier fortentwickelt wird.

 

Vielleicht eine kleine Warnung für Experten auf dem Gebiet des obskuren Wissens: nichts in der Wikipedia nachschlagen, sonst kommt man viel zu schnell darauf, was hier Sache ist.

 

Fazit:

Ein spannender Streifzug durch die nordische und slawische Sagenwelt mit Einblicken in Geheimgesellschaften, keltischen Heldenmythos und die Hintergründe göttlicher Macht.

Vielleicht ein wenig zu viel des Guten, aber dennoch eine gute Unterhaltung für Menschen mit einem Faible für Mystery.

 

>< 









Autor
 

 

  

 

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geschrieben am: Tue, 12 Jan 2010
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