Helden.de » Reviews » Romane » Fantasy » Dämonenhunger (Carter, Timothy)
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Klappe: So richtig leicht hat es Vincent nicht: Sein Bruder nervt, seine Eltern gehören einer merkwürdigen Sekte an – und dann erfährt er auch noch von einem übellaunigen Elf, dass die Vernichtung der Menschheit durch hungrige Dämonen unmittelbar bevorsteht. So etwas kann einem wirklich den Tag versauen! Also muss Vincent sich schleunigst darum kümmern, die Welt zu retten. Falls das überhaupt möglich ist... Nein, dieses Buch enthält keine »nette Geschichte« – denn am Ende dieses Romans ...? Bis es aber so weit ist, hat der 14-jährige Vincent sich mit Dämonen, Elfen und Feen auseinanderzusetzen. An seiner Seite hat er die umtriebige Chanteuse, die ihn mit dem missmutigen Elf Grimbowl bekannt macht. Vincent wird zum Vermittler zwischen Menschen und Elfen auserkoren, was nicht nur angenehme Zeiten mit sich bringt. Wie soll er das seinen fantasielosen Eltern erklären und nebenbei die Welt vor der Zerstörung retten ...? |
Als ich den Titel „Dämonenhunger“ auf der Homepage von Drömer/Knaur gelesen habe, dachte ich zuerst, dass es sich dabei sicher um einen klassischen Gut-Böse Roman handeln wird, bei dem ein tapferer Junge sich fast allein gegen die Horden der Finsternis stellen muss. Trotzdem habe ich mir den Klappentext durchgelesen und musste mich dort schon eines besseren belehren lassen. Der Begriff Dämon ist dehnbar und soll nicht immer einen Bezug zum Teufel herstellen. Gutes hat man von ihnen aber dennoch nicht zu erwarten.
Der Untergang, bzw. das Buch, wird ziemlich witzig eingeleitet. So befindet sich auf der Innenseite des Umschlages schon ein kurzer vorbereitender Text, der jeden Irrglauben über das bevorstehende Ende ausräumen soll. Hoffnung dürfte es danach für keinen Menschen geben und wer apokalyptische Reiter sieht, sollte überprüfen, was er zuvor zu sich genommen hat. Auch das eigentliche Vorwort räumt unbegründete Hoffnungen aus. Dieser sehr humorvolle Einstieg hat mich hoffen lassen, eine satirische Geschichte über den Weltuntergang in Händen zu halten. Viel von diesem Humor ist aber leider in der Geschichte selbst nicht mehr zu lesen. Es fehlt einfach das gewisse Etwas, das sich in Eloquenz oder einfach nur charmantem Witz zeigen könnte. Viele Aktionen, gerade die der Elfen, beginnen toll, laufen dann aber, zumindest vom komödiantischen Gesichtspunkt, ins Leere. Nach dem tollen Einstieg hätte ich mehr erwartet.
Aber auch wenn diese Sahnehaube über der Geschichte fehlt, so ist sie doch gut durchdacht. Das Spiel mit den stark gläubigen Eltern von Vincent, den Gestalten, die man eigentlich eher in den Fantasiebereich drängen würde und den bösen, unheilbringenden Dämonen ist gut gelungen. Vincent kämpft wegen dieser vielen Parteien an mehreren Fronten, aber eigentlich darum, es allen Recht zu machen. Und genau das bringt die Geschwindigkeit in die Geschichte. Es bleibt eh schon wenig Zeit für die Rettung und es ist bis zuletzt fraglich, ob es gelingt, dazu noch die Parteien, die sich untereinander nicht verstehen und die ihre eigenen Wege verfolgen, die sich allerdings nicht immer mit den Anderen vereinbaren lassen. Eine äußerst schwierige Aufgabe für Vincent alle zufrieden zu stellen, denn schnell zeigt sich: Eine Wahl hat er nicht! Die schnell hintereinander sich verändernden Situationen und neuen Erkenntnisse machen das Buch so rasant. An dieser Stelle ein dickes Lob an den Autor, denn das macht richtig Spaß!
Interessant ist die Kombination aus Elfen, Feen und Dämonen in der realen Welt zu einem solchen Thema. Zwar dürfte es für Rollenspieler gewöhnungsbedürftig sein, keine Tolkien-Figuren vor sich zu haben, die ja in den meisten RPGs so oder ähnlich aufgegriffen werden, aber genau das macht doch den Reiz aus. Letztlich ist auch „Elfe“ oder „Fee“ nur ein Begriff aus der Fantasywelt, den man für sich definieren muss. Mir hat dieses wenig klischeehafte äußerst gut gefallen, auch passt es hervorragend in die Geschichte und sorgt hin und wieder für Verwirrung unter den Menschen im Roman. Wobei ich wieder bei dem Punkt wäre: Gut angefangen und tolle Ideen zu Papier gemacht, aber leider nicht ganz zuende gebracht. Ich mag die Elfen und Feen, mehr Profil hätte ihnen aber gut getan. Unschön sind auch ein paar undurchdachte Sätze die fallen. So sollen im Buch die Menschen erst seit 1000 Jahren die herrschende Rasse sein. Das mag ja in Kinderbüchern niedlich sein, aber schon bei Jugendlichen, für die dieser Roman ebenso geeignet ist wie für Erwachsene, ist soetwas fehl am Platz!
| Fazit: Turbulent und aufregend führt Timothy Carter durch die letzten Tage der Menschen auf Erden. Die Geschichte ist spannend und unterhaltsam, allerdings fehlt ihr das gewisse Etwas, um ein unvergessliches Leseerlebnis zu bescheren. Jung und Alt wird sich dennoch mit diesem Roman leicht über langweilige Wartestunden hinwegtrösten können. Eine nette Reiselektüre! Jolinar |
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gelesen: 66 mal
Wörter: 1046
geschrieben am: Fri, 15 Jan 2010
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