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Die Paktiererin (Preuß, Dietmar)



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Klappe:
Mitten im Winter werden Beolf und Sidra auf die Burg ihres Lehnsherrn eingeladen. Unterwegs machen sie einen grausamen Fund: Ein Wolf hängt an einem Galgen, und die Leute im Dorf berichten von zweibeinigen Werwesen. Auch Sidra findet trotz ihrer Heilkünste kein Mittel, um die zahlreichen Wunden zu heilen. Während Beolf im Auftrag des Freiherrn Nymmir von Waldsteyn gegen die Baronie Aare ziehen muss, die angeblich von einer Hexe regiert wird, versucht Sidra dem Geheimnis auf den Grund zu gehen: Wie kam der Fluch der Lykantrophie nach Waldsteyn?

Meinung:

Zum dritten Mal erzählt Dietmar Preuß eine Geschichte rund um seine Helden Sidra und Beolf von Hohenhag. Nach „Hohenhag“ und „Die Rote Bache“ folgt nun „Die Paktiererin“ in dem die beiden wieder ihrem Lehnsherren Nymmir zu Hilfe eilen und sich der Problematik der Lykantrophie stellen.

Es gibt viele schlechte Bücher über Werwölfe und was sie nicht alles anstellen. Mit „Die Paktiererin“ widmet sich der Autor besonders den sehr klassischen, oder besser gesagt ausgelutschten Momenten, die eine solche Geschichte ausmachen. Man befindet sich auf einer Burg, auf der sich verschiedene neue Gestalten einnisten, die man anfangs nicht ganz einordnen kann. So zumindest der Versuch des Autors, denn es ist unschwer zu erraten, wer davon der Bösewicht ist und eine überraschend Wendung ist auch nicht vorhanden, was der Vorhersehbarkeit zumindest ein wenig entgegen wirken hätte können. Spannung ist also nicht wirklich zu erwarten. Auch die Charaktere wecken kein echtes Interesse. Irgendwann ist es einfach nur langweilig, wenn wieder und wieder beschrieben wird, wie Beolf seine Sidra liebkost und mit ihr im Bett landet. Nach dem zweiten Mal dürfte es auch der Dümmste geschnallt haben, dass die zwei sich lieben und die Finger nicht voneinander lassen können. „Sex sells“ nicht immer! Außerdem sticht es schon sehr ins Auge, dass die Männer meist extrem männlich und die Frauen meist unglaubliche Schönheiten sind (Sidra, Gattin von Nymmir, Gangräne…). Das verliert irgendwann seinen Reiz und ist dann eben nichts Besonderes mehr.

Neben dieser sehr dürftigen Ausbeute den Leser am Lesen zu halten, weist das Buch noch einige Fehler auf. Über die falsche Behauptung dass eine Hexennacht nicht jedes Jahr, sondern zweimal im Jahr stattfindet kann man sicher hinwegsehen, aber bei mir stellen sich die Nackenhaare auf, wenn der Autor das jüdische Wort „Sabbat“ dafür verwendet. Viel unangenehmer für den Leser ist aber die Unglaubwürdigkeit über das Auftreten des Kobolds. Ich sehe immer noch nicht denn Sinn darin, ihn überhaupt auftreten zu lassen. War vielleicht das Buch zu kurz und man musste irgendwie noch ein paar Seite einfügen? Einen anderen Grund kann ich mir dafür kaum vorstellen. Aber das sind nur wenige Beispiele. Viele Gedankengänge und Handlungen der Charaktere sind überhaupt nicht nachvollziehbar. Nicht zuletzt, das eine Baronie erobert werden soll, mit nur einer Handvoll Männer, ganz egal, wie geschwächt sie sein ist. Ganz zu schweigen von dem Magier, der nicht zaubern darf und es doch mit seiner Lebenskraft tut und, achja… wieder einmal ein Praiot, der nur die schlechteste Seite seines Glaubens, bzw. seiner Interpretation zeigt. Man kann nur den Kopf schütteln und sich fragen, was sich der Autor dabei gedacht hat. Ein bisschen sollte man doch versuchen die Geschichte nachvollziehbar zu beschreiben!

Ich versuche immer noch das ein oder andere Positive herauszufinden, es fällt mir allerdings außerordentlich schwer. Nett ist sicherlich das Auftauchen eines Menschen mit außergewöhnlicher Behaarung, der als Schauspieler auftritt, oder der Name „Gangräne“ - med. Begriff für „Gewebsnekrose“ - für die Schauspielerin mit narbiger Haut im Gesicht. Aber das alles nützt nichts, um noch die Kurve zu kriegen.

Fazit:
Keine Spannung, Logikfehler, die auch den Rest an möglicherweise aufkeimendem Interesse töten und Figuren, die nur ein müdes Gähnen hervorrufen. Die ausgelutschte Geschichte nach Aventurien transferiert, bietet dem Leser nichts, was nicht schon in x schlechten Werwolfgeschichten angewendet worden wäre. „Die Paktiererin“ ist eines der DSA Bücher, die man getrost in den Regalen der Läden stehen lassen kann...oder beim Hexen-"Sabbat" im Feuer röstet!







Jolinar

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Statistik:
gelesen: 342 mal
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geschrieben am: Fri, 27 Aug 2010
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