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Der erste Kaiser (Jödemann, Daniel)

Der erste Kaiser Klappe:
Die ›Schöne Kaiserin‹ und brillante Erzmagierin Hela-Horas hat sich zur Göttin ausrufen lassen. Wer immer es wagt, gegen sie aufzubegehren, wird brutal zum Schweigen gebracht. Der heldenhafte Krieger Raul al’Ahjan kann diesen Frevel an den Göttern nicht akzeptieren. Als sich in Gareth und in anderen Provinzen des Reichs Widerstand regt, wenden sich die Menschen an Raul, auch wenn dieser sich nicht als Anführer sieht. In Bosparan forscht die Kaiserin derweil nach dem Ritual, mit dem ihr Vorfahr Fran-Horas einst die Erzdämonen selbst herbeirief – eine Beschwörung, die das sichere Ende für jeden Aufstand bedeuten würde. Wird es den Aufständischen gelingen, ihre Freiheit zu erstreiten, ehe es für sie zu spät ist, und kann Raul die Rolle ausfüllen, die ihm vorherbestimmt zu sein scheint?
Meinung:

Passend zum ersten Teil „Die letzte Kaiserin“ ist in „Der erste Kaiser“ wieder der Titelgeber, in diesem Fall Raul der Große, abgebildet. Da die Qualität ersten Bandes mit Hela Horas doch etwas dürftig war, muss hier erwähnt werden, dass der gleiche Fehler nicht ein zweites Mal gemacht wurde. Soviel dazu, nun zu den interessanten Punkten.
Der zweite Band des Zweiteilers „Die zwei Kaiser“ schließt nahtlos in die Vorkommnisse von „Die letzte Kaiserin“ an. Die 6 Monate Differenz zwischen den Erscheinungsterminen der beiden Bücher haben der aufgebauten Spannung nicht unbedingt gut getan. Dem Autor Daniel Jödemann ist es, vielleicht auch wegen dieser Erschwernis, nicht gelungen, die Spannung wieder neu aufleben zu lassen. Viel eher erscheint es dem Leser, als müssten die Altlasten schnell abgeschüttelt werden, um sich den wirklich wichtigen Themen zu widmen. Dabei geht natürlich einiges an Lesespaß verloren. Doch ist die holprige Phase erst mal überwunden, erreicht der Autor wieder die ursprüngliche Form und man darf wieder in die Geschehnisse rund um die 2. Dämonenschlacht eintauchen.

Beeindruckt war ich von der Darstellung der zwischenmenschlichen Beziehungen und den damit verbundenen Vorfällen. So viele Emotionen oft auch zusammen kommen, verliert sich Daniel Jödemann doch nicht übermäßig dramatisierten Darstellungen. Er lässt den Figuren und auch den Momenten ihre Würde und erkennt an passenden Stellen, dass allein das Geschehnis bereits starke Emotionen transportiert, dass ein darauf herumreiten nur ein falsches Licht auf die Sache werfen würde. Dieser Erzählstil sorgt einerseits für Spannung, da der Leser noch im Unklaren gelassen wird, wie das Rätsel zu lösen ist und zum Anderen eignet es sich hervorragend um die Charakterzüge der Figuren noch besser zur Geltung zu bringen. Ebenfalls sehr angetan war ich von den Beschreibungen der Schlachten. Strategische Manöver werden geschildert, Probleme, die auftauchen, menschliche Schwächen und der blutige Kampf an sich. Man ist gefesselt, obwohl ein aventurischer Geschichtskenner das Ende eigentlich kennt.

Trotz allem hätte ich mir gewünscht ein paar Gestalten noch mehr Seiten zu widmen. Lutisana hätte ich zum Beispiel etwas mehr verfolgen wollen, aber vielleicht widmet man ihr noch ein paar mehr Worte in der kommenden „Dunkle Zeiten“ – Publikation. Ebenfalls etwas mehr Worte hätte der Fall der Horas verdient. Auch das kam mir zu kurz. Ein Seitenblick eines Zeitzeugen ist mir da etwas zu wenig. Auch scheint es seltsamerweise kein Gesprächsthema für die Überlebenden gewesen zu sein. Ich bin mir nicht sicher, ob Herr Jödemann darauf keinen Wert gelegt hat, oder ob sein Roman an dieser Stelle beschnitten wurde.

Dafür wurde der Darstellung der Hela Horas besonders viel Zeit gewidmet. Ganz klar, dass sie mit ihrem Tun zu weit gegangen ist, doch wird sie nicht bösewichttypisch als mehr dämonisch, als menschlich dargestellt. Viel eher legt der Autor darauf Wert, ihr Wesen zu erklären und zu erläutern, wie es so weit kommen konnte. Ein sehr komplexes Thema, das sehr gut bewältigt wird und dem gesamten Roman mehr Profil gibt.

Informationen, die der Darstellung der damaligen Zeit gewidment sind, gibt es einige. Viel wichtiger ist mir aber der stimmige Aufbau der Atmosphäre. Ohne zu viel zu verraten, gelingt es Daniel Jödemann die Stimmung einzufangen und dem Leser zu vermitteln. Angefangen von der gleißenden Gefahr, sobald die Horas den Raum betritt, über blutige Schlachten, bis hin zu dieser einen beeindruckenden Szene, in der die Horas einen Einblick in ihre Seele gibt. Man hat das Gefühl dabei zu sein, man schlüpft förmlich in die Rolle einzelner Gestalten um mitzuerleben, was im Buch beschrieben steht und das allein durch gelungene, atmosphärische Darstellungen der Szenen. Das verdient Respekt!

Fazit:
Auch wenn der Roman gerade durch seine Trägheit am Anfang ein paar Schwächen aufweist, überwiegen doch deutlich die positiven Punkte wie Spannung, mitreißender Erzählstil und die geschilderten Geschehnisse an sich. „Der erste Kaiser“ ist ein Roman der begierig auf die „Dunkle Zeiten“ – Box hoffen lässt um noch tiefgreifendere Einblicke in diese vom Umbruch geprägte Zeit zu bekommen.







Jolinar

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Statistik:
gelesen: 273 mal
Wörter: 1050
geschrieben am: Thu, 10 Jun 2010
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