Helden.de » Reviews » Brett-and-kartenspiele » Herr der Ringe das Brettspiel
Beim Durchsehen der Spielmaterialien fallen einem als erstes die vielen Spielbretter auf, die der Karton beinhaltet. So gibt es ein Brett, den Hauptspielplan, auf dem die so genannte “Finsternisanzeige” eingezeichnet ist. Auf dem gleichen Brett befinden sich auch noch die verschiedenen “wichtigen” Stationen, die die Hobbits im Herrn der Ringe von Beutelsend bis Mordor zurückgelegt haben.
Vier dieser Stationen, namentlich Moria, Helms Klamm, Kankras Lauer und, natürlich, Mordor werden auf extra Brettern ausgespielt.
Aber beginnen wir vorne. Zunächst bekommt jeder Spieler einen der Hobbits zugewiesen. Welche Hobbits am Spiel teilnehmen, hängt von der Anzahl der Spieler ab.
Zur Auswahl stehen Frodo, Sam, Pippin, Merry und Dicks in dieser Reihenfolge (d.h. bei zwei Spieler nehmen nur Frodo und Sam teil, bei drei Spielern kommt Pippin dazu, usw.).
Nun stellt jeder Spieler seine Hobbitfigur auf der Finsternisanzeige (die von 0 – 15 zeigt, wobei Null hell und 15 finster ist) auf 0. Die beiliegende Sauronfigur wird, je nach gewählter Schwierigkeitsstufe, zwischen der 10 und der 15 platziert.
Natürlich spielen die Spieler, ähnlich wie beim Rollenspiel, miteinander und nicht gegeneinander. Die Reise der Hobbits beginnt in Beutelsend.
Da es zu dieser Station keinen eigenen Spielplan gibt, stehen die Anweisungen, was an dieser Station zu tun ist, über der Station auf dem Hauptspielplan.
Diese Anweisungen beinhalten meist, das so genannte Hobbitkarten zu ziehen sind, und eine gewisse Anzahl an Karten mit einem bestimmten Symbol entweder von jedem Spieler oder von der Gruppe entrichtet werden muss, sonst rückt Sauron auf der Finsternisanzeige den Hobbits ein Feld näher oder es muss gewürfelt werden, was meistens auch bedeutet, das entweder Sauron den Hobbits näher kommt, oder die Hobbits Sauron “entgegengehen”.
Nach Beutelsend wird noch Bruchtal durchquert, welches nach dem gleichen Prinzip ausgespielt wird.
Dann wird es interessant, denn es folgt Moria - der erste Abenteuerspielplan kommt auf den Tisch. Auf dem Abenteuerspielplan befinden sich verschiedene Wege, die die Hobbits durch Ausspielen von Karten zurücklegen können.
Es gibt einen Hauptweg und mehrere Nebenwege. Diese Wege muss man nun durch Ausspielen von Karten zurücklegen. An der linken Seite des Spielbretts befindet sich eine Ereignisanzeige. Jeder Spieler muss vor dem Ausspielen von Karten eine Ereigniskarte ziehen und schauen was passiert.
Diese Ereigniskarten bewirken entweder ein Vorrücken auf den Wegen, oder das eins von den Ereignissen auf der Ereignisanzeige eintritt – und das bedeutet meist nichts Gutes. Die Nebenwege dienen dem Sammeln von Ringen, Freundschaftssymbolen, Sonnensymbolen und Schilden (wozu die dienen, erkläre ich später). Das Ende eines Nebenweges erreicht zu haben bedeutet nicht das Ende eines Abenteuers.
Hierfür muss man entweder den Hauptweg zurückgelegt haben, oder das letzte Ereignis auf der Ereignisanzeige muss eingetreten sein.
Wer am Ende eines Abenteuers nicht mindestens ein Freundschaftssymbol, ein Sonnensymbol und einen Ring besitzt, rückt mit seinem Hobbit auf der Finsternisanzeige näher an Sauron.
Mit Schilden kann man entweder Gandalf zur Hilfe rufen oder bestimmte Ereignisse verhindern. Ist die Abrechnung, was die Symbole angeht beendet, geht man zur nächsten Station und befolgt dort die Anweisungen bzw. spielt einen Abenteuerspielplan aus.
Und wenn die Hobbits es schaffen, Mordor erreicht und den Ring vernichtet zu haben, bevor sie auf der Finsternisanzeige auf Sauron treffen, ist ihnen der Sieg gewiss und Mittelerde gerettet.
Das Spiel überzeugt durch sein Spielprinzip.
Mit Der Herr der Ringe hat Kosmos wieder einmal bewiesen, das innovative Spielideen noch lange nicht verbraucht sind.
Eine schöne Aufmachung und eine gute Umsetzung von Tolkiens Werk machen bei diesem Spiel ebenfalls einen guten Eindruck.
Einziges Manko ist, dass die Regeln etwas unverständlich und verwirrend geschrieben sind, aber auch dies lässt sich mit einer Spielrunde, bei der man noch mal den ein oder anderen Blick ins Regelwerk wirft, um das weitere Vorgehen zu begreifen, beheben.
Fazit:
Der Herr der Ringe hat es geschafft, nicht zum billigen Vermarktungsartikel zu werden, sondern trotz des großen Kaufpotentials, welches der Film hervor rufen wird, ein Produkt zu bleiben, welches sich zu kaufen lohnt. Das Spiel macht sowohl in großen als auch in kleinen Gruppen Spaß und wird vor allem Kenner des Buches begeistern. Der Preis des Spieles ist mit ca. 60 DM zwar nicht niedrig, aber durchaus gerechtfertigt.
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geschrieben am: Wed, 14 Jan 2009
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