Helden.de » Reviews » Brett-and-kartenspiele » Die Sterne stehen richtig
Kurzbeschreibung
Ein kartenbasiertes Gesellschaftsspiel für zwei bis vier Spieler ab 12 Jahren
Erschienen im November 2008 bei Pegasus Spiele
Spieldesign von Klaus Westerhoff
Illustriert von François Launet
Bodentext:
Wenn die Sterne richtig stehen, werden die Großen Alten mit ihren Günstlingen und Dienern auf die Erde zurückkehren, um sie in Besitz zu nehmen – so sagt man.
Als ihr glühender Anhänger kannst du den Sternen etwas nachhelfen. Du musst sie nur am Firmament so verrücken, dass sie die günstigste Konstellation zeigen. Das Problem: Deine Mitspieler wollen dasselbe!
Rufe den Miri Nigri an. Nutze die Dienste des Cho Cho, den du dafür aber ablegen musst. Beschwöre Cthulhoo und Hastur und hol dir wichtige Siegpunkte. Ruhm und unbeschreibliche Macht winken in diesem Spiel für clevere Strategen demjenigen, der den meisten Wesen den Weg freimacht. Auf den Spielkarten tummeln sich die drolligen Charaktere der Cartoonsatire „Unspeakable Fault of Doom“ von Goomi alias François Launet, die auch durch „Munchkin Cthulhu“ bekannt geworden sind.
Meinung:
Ein wenig Sorgen muss man sich um die Leute von Pegasus schon machen, denn es sieht ganz so aus, als ob sie dem Kult um die Großen Alten mehr huldigen, als es ihren Seelen gut tun kann. Nicht nur, dass sie das deutsche Rollenspiel um jenen Mythos Lovecrafts publizieren und das von ihnen in Deutsche Sprache herausgegebene Kartenrollenspiel ganz ohne Rollenspiel „Munchkin“ auf die Fährten Cthulhus setzen, nein, nun werden erneut harmlose Menschen zu Kultisten gemacht, die ganz spielerisch das Unheil auf unseren mehr oder weniger schönen Planeten herabbeschwören sollen.
Rein kaufmännisch scheint die Rechnung ja aufzugehen, aber wenn das geflügelte Pferd demnächst anfängt, Cthulhu-Frühstücksflocken mit formlosem Schleim anzubieten, werden wir handeln müssen.
Anders als bei dem Zeichner François Launet findet man zum Spieledesigner nur wenig im Internet. Im Zusammenhang mit Munchkin 5 erscheint hier sein Name, doch „Die Sterne stehen richtig“ scheint sein erstes veröffentlichtes selbst entworfenes Spiel zu sein, was die Leistung umso beachtlicher macht.
Dazu später jedoch mehr. Zunächst ein kurzer Blick auf die Mechanik:
Ziel des Spieles ist es, durch Auslegen (Beschwören) von Diener-Kreaturen (1 Siegpunkt), Günstlingen (2 Siegpunkte) und Großen Alten (4 Siegpunkte) von der Hand auf dem eigenen Kultplatz eine Gesamtpunktzahl von 10 Siegpunkten zu erreichen.
Um eine der bis zu 5 Handkarten auslegen zu können, ist es erforderlich, dass der aus 5 x 5 doppelseitigen Symbolkarten bestehende Sternenhimmel die Symbol-Kombination zeigt, die durch die auszuspielende Karte vorgegeben wird. Je größer die Anzahl an Siegpunkten, um so komplexer die zur Beschwörung notwendige Kombination aus Himmelssymbolen.
Durch Anrufungen von Wesenheiten auf der Hand (die entsprechenden Karten wandern auf dem Ablagestapel und nicht auf dem Kultplatz) kann der Spieler den Sternenhimmel zu Gunsten seiner finsteren Ziele manipulieren, indem er, je nach Fähigkeit der angerufenen Kreatur, eine Symbohlreihe verschiebt, Karten am Sternen tauscht oder Symbolkarten umdreht. Zusätzlich kann er die Dienste bereits auf dem Kultplatz ausliegender Wesenheiten nutzen, um die Wirkung einer Anrufung entsprechend zu verstärken oder umzuwandeln.
Bei der Beschwörung von Großen Alten können Diener und Günstlinge auf dem Kultplatz, die dem jeweiligen Großen Alten zugeordnet sind, sogar dabei helfen, zur Beschwörung notwendige Sternensymbole zu ignorieren. Wie das Leben aber so spielt, müssen Diener, die bei solchen großen Beschwörungen hilfreich zur Seite stehen, leider dran glauben (und landen auf dem Ablagestapel).
Vielleicht sollte man noch sagen, dass die Hilfe der Diener und Günstlinge nur eingeschränkt möglich ist, wenn ein anderer Spieler den gleichen Großen Alten bereits erfolgreich auf seinem Kultplatz beschworen hat? Eigentlich überflüssig, denn wie man weiß, ist der größte Feind des Kultisten ja der Kultist.
Zusätzlich zu den hier erwähnten Tricks und Kniffen können noch unabhängige Wesenheiten nach den gleichen Regeln beschworen werden, die zwar keine Siegpunkte bringen, jedoch das Spiel um einige Zusatzfähigkeiten bereichern.
Auch wenn die Regeln auf den ersten Blick ein wenig verwirrend wirken, sind sie, wenn sie einmal verstanden wurden, recht simpel umzusetzen. Dank der Übersichtskarten wird der Blick in das überschaubare Regelfaltblatt nur selten notwendig sein.
„Die Sterne stehen richtig“ verlangt vom Spieler zunächst eine gewisse Aufmerksamkeit, denn nur die sorgfältige Betrachtung des aus den 25 doppelseitigen Symbolkarten bestehenden Sternenhimmels zeigt die Kombinationen auf, die zur Beschwörung benötigt werden und die sowohl in der Waagrechten, als auch in der Senkrechten, sowohl wie auf den Spielkarten aufgezeichnet, als auch spiegelverkehrt gegeben sein können. Zur Aufmerksamkeit tritt dann die Fähigkeit hinzu, sich bildlich vorstellen zu können, welche Änderungen sich durch eine Anrufung (eine oder mehrere Manipulationen an den Sternenkarten) ergeben, um hinterher auch die richtige Kombination zu erreichen. Wer diese beiden Fähigkeiten mitbringt, benötigt dann nur noch Strategie und Taktik, um zum einen die richtige Kombination aus schnellem Punkten und langfristiger Vorbereitung der komplexeren Beschwörungen zu finden, zum anderen um mit der Tatsache fertig zu werden, dass man nicht der einzige ist, der das Sternenzelt vertauscht, verschiebt und wendet und die eigenen Pläne damit schnell über den Haufen geworfen werden.
Eine Runde „Die Sterne stehen richtig“ zu gewinnen ist also nicht ganz einfach. Auf der anderen Seite dürften der Blick auf die zum Teil liebevoll mystisch, zum Teil erschreckend putzig gestalteten Karten, die haarsträubenden Kombinationen, Kniffe und Wendungen und die unheimliche Lust daran, sorgfältig ausgeheckte Pläne des Gegners mit einem einzigen Wahnsinnszug zu vernichten auch den zweiten, dritten und vierten Siegern den Spieleabend ohne weiteres versüßen. Das Spiel hat durchaus das Zeug dazu, einige Zeit zu unterhalten. Doch erst die fortlaufende Spielpraxis wird wohl offenbaren, ob zum einen der Zufallsfaktor gering genug gehalten wurde, zum anderen die Vorhersehbarkeit gegnerischer Pläne ausreichend gegeben ist, um hier tatsächlich auch langfristig gesehen erfolgreich Taktieren und neue Strategien entwickeln zu können und damit einen echten Dauerbrenner aus dem kleinen Kästchen im Munchkin-Format zu machen.
Fazit:
Ein gelungenes kleines Spielchen zwischen Wahn und Witz am Rande des Cthulhu-Mythos, das sicher auch kultisch Unbe(f)leckten Freude zu bereiten vermag, wenn sie sich erst einmal an die gruselig ulkigen Bildchen gewöhnt und den mysteriösen Hintergrund in reine Spielmechanik umgewandelt haben.
Größter Spaßfaktor wird aber wohl von jenen erreicht werden, die sich mit Lovecrafts Mythos ein wenig auskennen – und die ihn auch gerne einmal verulken.
><
Kauflust?
|
Alternativ: - unser Partnershop www.rpg-shop.com - Rollenspiele: www.rollenspiel-shop.de oder Pegasus - Bücher, Film, Musik, PC- und Konsolenspiele: Amazon, Gebraucht aber günstig gibt es fast alles auch in Auktionen Ebay (kennt jeder), Filme (auch mit FSK18) gibs bei filmundo der Filmauktion |
| -
Bücher, Film, Musik, PC- und Konsolenspiele - Rollenspiele und Zubehör
|
Rollenspiele
- Pegasus Filme (auch mit FSK18) gibs bei - filmundo Auktionen speziell für Filme Bücher, Filme, Spiele einfach kostenlos tauschen von Büchern, Filmen, Spielen und noch viel mehr ![]() |
Statistik:
gelesen: 845 mal
Wörter: 1482
geschrieben am: Wed, 15 Apr 2009
Kommentare 0
Artikel bewerten: Bisher noch keine Bewertung
Komentare
Komentar hinzufügen





